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	<title>Magliari Luca &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
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	<title>Magliari Luca &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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		<title>Hofheim: Wie das Rathaus die beliebte Pizzeria &#8222;da Rita&#8220; zerstörte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Mar 2025 11:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Köppler Bernhard]]></category>
		<category><![CDATA[Magliari Luca]]></category>
		<category><![CDATA[Magliari Rita]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Yvonne]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus und vorbei: Die traditionsreiche Pizzeria "da Rita", seit Jahrzehnten ein Herzstück der kleinen Wallauer Gastronomieszene, hat ihre Türen geschlossen, für immer. Das wäre kaum eine Nachricht, wenn sich dahinter nicht eine schaurig-schmutzige Geschichte verbergen würde: Dokumente, Briefe und Protokolle belegen, dass der beliebte gastronomische Treffpunkt über Jahre hinweg von der Hofheimer Stadtverwaltung systematisch zugrunde gerichtet wurde. Von der Tradition zur Trümmerlandschaft - es ist ein Drama, das dem Schicksal der Waldgaststätte Meisterturm frappierend ähnelt und nun ans Licht kommt. Zugegeben: zu spät.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:19px"><strong>Aus und vorbei: Die traditionsreiche Pizzeria &#8222;da Rita&#8220;, seit Jahrzehnten ein Herzstück der kleinen Wallauer Gastronomieszene, hat ihre Türen geschlossen, für immer. Das wäre kaum eine Nachricht, wenn sich dahinter nicht eine schaurig-schmutzige Geschichte verbergen würde: Dokumente, Briefe und Protokolle belegen, dass der beliebte gastronomische Treffpunkt über Jahre hinweg von der Hofheimer Stadtverwaltung zugrunde gerichtet wurde. Von der Tradition zur Trümmerlandschaft &#8211; es ist ein Drama, das dem Schicksal der Waldgaststätte Meisterturm frappierend ähnelt und nun ans Licht kommt. Zugegeben: zu spät.</strong></p>



<p>Es war Anfang letzter Woche, als <strong>Rita Magliari ihr Schweigen brach.</strong> Zu viel war passiert, über Jahre hinweg, sie konnte und wollte es <strong>nicht mehr ertragen. </strong>Auf Facebook veröffentlichte die <strong>55-Jährige</strong>, was ihr widerfahren war, es klang wie <strong>ein verzweifelter Hilfeschrei:</strong></p>



<p><em>&#8222;Seit über 30 Jahren führe ich mein Familienunternehmen mit Leidenschaft, harter Arbeit und unermüdlichem Einsatz (&#8230;) Jetzt stehe ich vor dem Aus. Nicht, weil ich wirtschaftlich gescheitert bin. Sondern weil die Stadt Hofheim, mein Vermieter, mich systematisch in die Knie zwingt.&#8220;</em></p>



<p><strong>Von der Stadt Hofheim</strong> hat Rita Magliari kleine Räumlichkeiten in Wallau angemietet, in denen sie <strong>seit </strong>Anfang der 90er Jahre ein kleines <strong>Eiscafé</strong> mit einer <strong>Mini-Pizzeria</strong> betreibt. Einen Tag vor ihrem Facebook-Post hatte es ein <strong>Treffen mit Vertretern der Stadt</strong> gegeben. Sie schrieb weiter:</p>



<p><em>&#8222;Es war ein Termin, auf den ich so lange gewartet habe &#8211; voller Hoffnung, endlich gehört zu werden.&#8220; </em><strong>Sechs Mitarbeiter des Rathauses</strong> seien gekommen &#8211; doch wieder: <strong>kein Ergebnis.</strong> Wie immer. Wie schon <strong>seit Jahren:</strong></p>



<p><em>&#8222;Kein Dialog. Keine Lösung. Nur Macht. Kälte. Erniedrigung.&#8220;</em></p>



<p>Wenn <strong>eine erfahrene und beliebte Gastwirtin</strong> auf diese Weise öffentlich zusammenbricht: <strong>Was ist da nur passiert?</strong></p>



<p>Wir sind dem Fall nachgegangen und haben die Hintergründe erfahren. <strong>Die Geschichte von Rita Magliari</strong> erinnert fatal an das Schicksal der <strong>Eheleute König</strong>, den Pächtern der <a href="https://www.meisterturm.de/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Waldgaststätte Meisterturm&#8220;</a>, mit denen die Stadt <strong>zutiefst unwürdig</strong> umging, jahrelang. Nur noch bis Ende Juni dürfen die Königs bleiben, <strong>nur noch 66 Tage</strong>, dann wird das <strong>Restaurant auf dem Kapellenberg</strong> geschlossen (<a href="https://hk-newsletter.de/2024/06/07/waldgaststaette-meisterturm/">hier</a>). Wie&#8217;s weitergeht? Keiner weiß es.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein lebendiger Dorfmittelpunkt &#8211; das war mal der Plan&#8230;</h2>



<p>Schauen wir nach <strong>Wallau</strong>: Das Dörfchen (4.500 Einwohner) hat &#8211; neben <strong>Ikea</strong> &#8211; einen wunderschönen <strong>Ortskern</strong> mit gepflegten <strong>Fachwerkhäusern</strong> zu bieten. Mittendrin befindet sich der <strong>Recepturhof</strong>, ein sehenswertes Gebäudeensemble, <strong>denkmalgeschützt</strong> selbstverständlich und<strong> im Besitz der Stadt Hofheim</strong>. Die <strong>Alte Schule</strong> gehört dazu, das <strong>Alte Rathaus</strong> &#8211; und auch das <strong>Alte Milchhäuschen</strong>, um das es hier geht:<br><br>Die eine Hälfte des Gebäudes <strong>war an Vereine vermietet (DLRG, Kulturkreis Wallauer Fachwerk)</strong>, im anderen Teil des Gebäudes hatten die Magliaris <strong>vor mehr als drei Jahrzehnten</strong> ihre <strong>Eisdiele</strong> eingerichtet, die sie später um eine <strong>Pizzeria</strong> erweiterten. Wobei &#8222;erweitern&#8220; etwas übertrieben ist: Die Räumlichkeiten sind <strong>keine 50 Quadratmeter</strong> groß, da gibt es nicht viel zu erweitern. Der <strong>Gastraum</strong> ist entsprechend beengt, die <strong>Küche</strong> gerade mal zwei Quadratmeter groß. Vor langer Zeit wurde ein <strong>Wintergarten</strong> angebaut, der mehr Licht, aber nicht viel mehr Platz bringt.</p>



<p>Draußen vor dem Häuschen ist noch eine kleine <strong>Holzterrasse</strong>, ein paar Sitzplätze nur, etwas erhöht und mit einem Holzgeländer gesichert. Seit der Corona-Pandemie steht ein <strong>Pavillon</strong> daneben.</p>



<p>Die Enge hat die Gäste nie gestört. Egal, wen man man fragt: Alle schwärmen <strong>von der leckeren Pasta und den köstlichen Pizzen</strong>, die Rita Magliari zu zaubern versteht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-Magliari-2025.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="437" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-Magliari-2025.jpg" alt="Rita Magliari 2025" class="wp-image-54974" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-Magliari-2025.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-Magliari-2025-300x205.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Rita Magliari in ihrem kleinen Laden im Herzen von Wallau. Das Foto ist schon etwas älter, aber sie hat sich nicht viel verändert&#8230; Das Eiscafé und die Pizzeria allerdings schon, die sind jetzt dicht.</figcaption></figure>
</div>


<p>Wie überall in den Dörfern wird es auch in Wallau auf den Straßen <strong>zunehmend still.</strong> Die Geschäfte <strong>sterben</strong>. Die Gastronomie <strong>macht dicht</strong>. Rita Magliari stemmte sich<strong> gegen den traurigen Trend:</strong> Ihr Lokal war ein Ort der Gastlichkeit, <strong>der Leben in das beschauliche Örtchen brachte.</strong></p>



<p>Allerdings ist längst nicht mehr zu übersehen: Der Recepturhof ist in die Jahre gekommen, eine <strong>Renovierung überfällig</strong>. Seit mehr als zehn Jahren wird im Wallauer Ortsbeirat darüber diskutiert, dass die Stadt <strong>etwas tun müsse, dringend. </strong>Schon jetzt sind etliche Räume nicht mehr nutzbar, die Anlage verkommt zusehends. <strong>Verfall und Leerstand </strong>verstärken das Gefühl <strong>zunehmender Verödung im Dorf.</strong></p>



<p>Rita Magliari, geschieden und Mutter von zwei erwachsenen Kindern, wollte sich damit<strong> nicht abfinden</strong>.<em> &#8222;Ich habe gekämpft bis zum Umfallen&#8220;</em>, sagt sie heute. Sie schrieb <strong>Briefe ans Rathaus. </strong>Immer wieder beklagte sie <strong>Mängel am und im Gebäude</strong>. Und sie wies auch auf die beengten Verhältnisse hin: Sie hätte längst <strong>erweitern</strong> müssen, sagt sie heute, weil sich der ganze Aufwand <strong>kaum noch gelohnt</strong> habe. Im Haus sei ja eigentlich auch <strong>genug Platz</strong>: Wenn die Stadt nur mitgezogen hätte, dann hätte sie ihr Restaurant <strong>ausgebaut</strong>, und es würde <strong>einen richtig schönen, lebendigen Dorfmittelpunkt</strong> geben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-und-Luca-Magliari.jpg"><img decoding="async" width="640" height="475" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-und-Luca-Magliari.jpg" alt="Rita" class="wp-image-54979" style="width:605px;height:auto" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-und-Luca-Magliari.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Rita-und-Luca-Magliari-300x223.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aus dem Familienalbum: Rita Magliari mit ihrem Sohn Luca in ihrem kleinen Lokal in Wallau. Im Hintergrund läuft der Eisverkauf durchs Fenster des ehemaligen Milchhäuschens. </figcaption></figure>
</div>


<p>Alle waren damit einverstanden &#8211; die <strong>Wallauer</strong> sowieso, aber auch im zehn Kilometer entfernten <strong>Rathaus der Kreisstadt</strong> zeichnete sich <strong>Zustimmung</strong> ab. In einem <strong>Magistratsschreiben aus dem Jahre 2015</strong> &#8211; heute zehn Jahre alt! &#8211; heißt es: <strong>Eine Erweiterung von &#8222;da Rita&#8220;</strong> sei <em>&#8222;aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich&#8220;</em>, und außerdem sei es <em>&#8222;für die Stadt Hofheim sehr wichtig, die Gastronomie an dieser Stelle zu erhalten, weil diese ein wesentlicher Teil des Platzcharakters darstellt&#8220;.</em></p>



<p>So schrieb damals der <strong>Magistrat</strong>, und die <strong>Wallauer Lokalpolitiker</strong> nickten zustimmend. Doch wie so oft in Hofheim: Danach passierte <strong>nichts</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Selbst die CDU in Wallau ärgert sich über das Rathaus</h2>



<p><strong>2019</strong> standen in Hofheim Bürgermeisterwahlen an. <strong>Christian Vogt, der Kandidat der CDU, </strong>erzählt gerne und überall, dass er aus Wallau stammt. <strong>Luca Magliari, </strong>der Sohn der Gastronomin, erinnert sich, dass Vogt ihm damals gesagt habe<strong>: &#8222;Wählt mich, dann kümmere ich mich darum, dass ihr endlich erweitern könnt.&#8220;</strong> Luca Magliari: <em>&#8222;Natürlich haben wir ihn gewählt. Und wir haben auch darauf vertraut, dass es dann endlich losgeht.&#8220;</em></p>



<p><strong>Vogt wurde Bürgermeister,</strong> und er machte den <strong>Beigeordneten Bernhard Köppler</strong> für das Thema zuständig. Die Zeit verging, und es passierte: <strong>nichts</strong>. Rita Magliari:<em> &#8222;Ich bekam nicht einmal mehr eine Antwort, wenn ich an die Stadt schrieb.&#8220;</em></p>



<p>Sie wandte sich <strong>hilfesuchend an einen Rechtsanwalt.</strong> Der schrieb &#8211; wir sind jetzt im Jahre <strong>2022</strong> &#8211; in einem<strong> Brief an Bürgermeister Vogt</strong>: Wie der Stadt bekannt sei, weise das Gebäude mit der Pizzeria <em>&#8222;nicht unerhebliche bauliche Mängel auf&#8220;.</em> Der Wintergarten <strong>verrotte</strong> langsam <em>&#8222;und ist auch nicht mehr dicht&#8220;</em>, die Bohlen der Terrasse seien <strong>morsch</strong>, und das Geländer biete <strong>keinen Halt </strong>mehr<em>. </em>Es habe seitens der Stadt <strong>verbindliche Zusagen</strong> gegeben, die aber <strong>nicht eingehalten</strong> worden seien. <em>&#8222;Wenn sich hier die Situation verschlechtert, ist ein Betrieb des Restaurants überhaupt nicht mehr möglich. Derartiges kann sicherlich nicht im Interesse der Stadt Hofheim sein.&#8220;</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/da-Rita-in-Wallau-2-2025.jpg"><img decoding="async" width="640" height="365" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/da-Rita-in-Wallau-2-2025.jpg" alt="da Rita in Wallau 2 2025" class="wp-image-54973" style="width:644px;height:auto" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/da-Rita-in-Wallau-2-2025.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/da-Rita-in-Wallau-2-2025-300x171.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Da hätte man mehr draus machen können, wenn die Stadt sich nur einen Ruck gegeben hätte: Das Restaurant &#8222;da Rita&#8220; war über Jahrzehnte beliebter Treffpunkt in Wallau. Nun ist es geschlossen.</figcaption></figure>
</div>


<p>Die Lokalpolitiker von <strong>SPD, FWG und Grüne</strong> versuchten die Stadt zu bewegen, etwas zu unternehmen. Selbst die örtliche CDU zeigte sich <strong>verärgert</strong> über die Untätigkeit der Stadtverwaltung ihres eigenen Bürgermeisters: <em>&#8222;Die nach wie vor ansässige seit Jahren etablierte und sehr beliebte Gastronomie wartet nach wie vor auf eine Zusage durch die Stadt bzgl. eines Ausbaues der Innenräume&#8220;</em>, heißt es in einer <strong>Anfrage vom April 2023</strong>. Die Pächter hätten auch <em>&#8222;mit der Stadt Kontakt aufgenommen. Bis dato ohne Reaktion&#8220;.</em></p>



<p><strong>Vogt</strong> hat sich dann doch mal gemeldet: Er schickte dem <em>&#8222;lieben Luca&#8220; </em>&#8211; man kennt sich in Wallau und duzt sich &#8211; per Mail ein paar Zeilen, die <strong>hoffnungsvoll</strong> klangen: Er, <strong>Vogt</strong>, habe mit <strong>Köppler</strong> gesprochen, der sich bemühen wolle,<em> &#8222;dass euer Projekt alsbald auf den Weg gebracht wird&#8220;</em>. Auch <strong>Wolfgang Exner</strong> (damals 1. Beigeordneter im Rathaus) sei dabei: <em>&#8222;Er wie ich befürworten das Projekt.&#8220;</em></p>



<p><strong>Freude im Hause Magliari. </strong>Wenn der <strong>Bürgermeister</strong> und sein <strong>1. Beigeordneter</strong> ein Projekt befürworten, <strong>dann müsste es doch endlich was werden!</strong></p>



<p>Die <strong>Ernüchterung</strong> folgte auf dem Fuße. Denn wieder passierte: <strong>nichts</strong>.</p>



<p>Im Frühjahr letzten Jahres setzte sich eine Frau auf die Terrasse und brach mit ihrem Stuhl <strong>durch eine morsche Holzbohle</strong> ein. Sie habe sich <strong>am</strong> <strong>Bein</strong> <strong>verletzt</strong>, schrieb sie an Vogt: <em>&#8222;Als Bürgermeister tragen Sie die Verantwortung, zumal Sie nachweislich mehrfach auf diesen Missstand hingewiesen wurden.&#8220;</em></p>



<p>Es passierte: <strong>nichts</strong>.</p>



<p>Der Anwalt wirkte zunehmend <strong>entnervt</strong>. <em>&#8222;Der Mietgegenstand&#8220;</em> sei <em>&#8222;mittlerweile kaum noch benutzbar. Der Großteil der Terrasse ist wegen Baufälligkeit gesperrt&#8220;</em>, schrieb er im Sommer vergangenen Jahres. Es bestehe <em>&#8222;die Gefahr, dass der Wintergarten alsbald einstürzt&#8220;.</em> Und weiter: <em>&#8222;Grundsätzlich muss sich die Stadt einmal erklären, ob sie eigentlich noch Interesse daran hat, dass das Gebäudes saniert wird (&#8230;) So kann es jedenfalls nicht mehr weitergehen.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Abwasserrohre brachen &#8211; die Stadt unternahm nichts</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Terrasse-da-Rita-2025.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="360" height="640" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Terrasse-da-Rita-2025.jpg" alt="Terrasse da Rita 2025" class="wp-image-54981" style="width:200px" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Terrasse-da-Rita-2025.jpg 360w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/03/Terrasse-da-Rita-2025-169x300.jpg 169w" sizes="(max-width: 360px) 100vw, 360px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Terrasse ist längst gesperrt: Sie droht einzubrechen &#8211; Verletzungsgefahr.</figcaption></figure>
</div>


<p>Monate später, September 2024: Ein <strong>Besichtigungstermin</strong> war angesetzt worden. Hofheims Stadtverwaltung reiste <strong>mit einem Großaufgebot</strong> an: Neben <strong>Vogt</strong> kamen auch die <strong>beiden</strong> <strong>Dezernenten</strong>, dazu der <strong>Leiter der Fachbereichs &#8222;Zentrales&#8220;</strong>, der <strong>Wirtschaftsförderer</strong> und die <strong>Leiterin des städtischen Bauamts</strong>. Ein &#8222;Letter of Intent&#8220; sollte erstellt werden, heißt es im Protokoll, also <strong>eine gemeinsame Absichtserklärung</strong>, in der festgelegt werden sollte, was die Stadt zu tun hat und was Rita Magliari.</p>



<p>Doch dazu kam es <strong>nicht mehr</strong>. Dafür kam es erst einmal<strong> noch ärger:</strong></p>



<p>Im Keller des Gebäudes hatten die Magliaris<strong> einen Kühlraum</strong> unter anderem für die Eislagerung hergerichtet. Dann waren <strong>morsche Rohre in der Wand</strong> gebrochen, und <strong>stinkendes Abwasser</strong> breitete sich aus. Die Stadt als Besitzerin des Hauses unternahm nichts. <strong>Monatelang.</strong></p>



<p>Kurz nach dem September-Termin schrieb <strong>Yvonne Werner,</strong> die Leiterin der Bauabteilung im Rathaus, <strong>an Rita Magliari</strong>:</p>



<p>Sie sei als Pächterin für den Schaden <strong>selbst verantwortlich</strong> &#8211; <em>&#8222;durch die von Ihnen nicht sachgerecht eingebaute und betriebene Kühlzelle, sowie die nicht sachgerecht verlegten und komplett verstopften Abwasserrohre&#8220;.</em> <strong>Innerhalb eines Monats</strong> müsse &#8222;<em>die von Ihnen ohne unsere Zustimmung und ohne unser Wissen installierte Kühlzelle im Keller&#8220;</em> <strong>vollständig und fachgerecht</strong> zurückgebaut werden &#8211; dies werde <em>&#8222;unsererseits überwacht und abgenommen&#8220;.</em></p>



<p><strong>Unbewiesene Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Druck: </strong>Darf eine Stadtverwaltung so mit ihren Bürgern umgehen?&nbsp;</p>



<p>Glücklicherweise hatte Frau Magliari <strong>die</strong> <strong>alten Unterlagen und Rechnungen </strong>aufbewahrt und konnte nachweisen, dass <strong>lokale Fachfirmen</strong> den Kellerraum umgebaut hatten. Sie fand auch die <strong>Baugenehmigung</strong> wieder: Die Stadt hatte die Arbeiten erlaubt! <strong>Der behördliche Vorwurf einer illegalen Baumaßnahme</strong> erwies sich damit als <strong>unwahr</strong> <strong>und</strong> <strong>frei erfunden</strong>, im Rathaus machte man auch flugs <strong>eine</strong> <strong>Kehrtwende</strong> und ließ den Magliaris über eine <strong>Juristin </strong>mitteilen: <em>&#8222;Die Stadt möchte sich grundsätzlich, ohne Anerkennung einer Schuld, bereit erklären, die Kosten für die erforderlichen Maßnahmen für die Renovierung des Kellers vollständig zu übernehmen.&#8220;</em></p>



<p>Und es passierte, man ahnt es: <strong>nichts</strong>. Die Rohre wurden <strong>nicht</strong> <strong>repariert</strong>, bis heute nicht.</p>



<p>Der Anwalt schrieb noch einmal ans Rathaus, es war im <strong>Januar dieses Jahres</strong>, der Jurist war sichtlich <strong>am Ende mit seinem Verständnis</strong>: Wieder seien nur <em>&#8222;leere Versprechungen&#8220;</em> gemacht worden. <em>&#8222;Wenn die Stadt möchte, dass das Gebäude und die darum liegende Anlage verkommt, dann mag es so sein. Aber in diesem Falle sollte man es auch deutlich kommunizieren.&#8220; </em>Und weiter: <em>&#8222;Die Wallauer werden sich dann aber auch daran gewöhnen müssen, dass sie eben keinen lebhaften Recepturhof mehr haben.&#8220;</em></p>



<p><strong>Das war&#8217;s dann.</strong></p>



<p>Für Montag vergangener Woche war ein Ortstermin angesetzt. <strong>Ein letzter Versuch, </strong>doch noch eine Lösung zu finden. <strong>Es kam zum</strong> <strong>Crash</strong>. Und Rita Magliari schrie wenig später <strong>ihren angestauten Frust, ihre ganze Enttäuschung und wohl auch ihre Wut</strong> über das Verhalten dieser Stadtverwaltung in den sozialen Netzwerken heraus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stadt wartet jetzt auf ein Protokoll, das niemand braucht</h2>



<p>Nach unserem Gespräch mit den Magliaris haben wir <strong>die Stadtverwaltung</strong> angeschrieben und <strong>um</strong> <strong>eine</strong> <strong>Stellungnahme</strong> <strong>gebeten</strong>: Warum hat<strong> </strong>Bürgermeister Christian Vogt <strong>seine Versprechen nicht eingehalten?</strong> Wie erklärt er <strong>die jahrelange Untätigkeit der von ihm geführten Stadtverwaltung</strong>? Warum hat er als Bürgermeister<strong> nichts unternommen</strong>, wenn es doch um <strong>die Existenz eines gastronomischen Betriebes</strong> ging, der <strong>ein beliebter und belebender Treffpunkt</strong> in einem kleinen Ortsteil war?</p>



<p>Die Antwort aus dem Rathaus: <strong>Es gibt keine Antwort.</strong></p>



<p><strong>Der Ortstermin</strong> sei <em>&#8222;ein Gespräch auf Arbeitsebene&#8220;</em> gewesen, lässt uns <strong>Christian Vogt</strong> wissen, und weil es <em>&#8222;noch kein mit beiden Seiten abgestimmtes Protokoll&#8220;</em> gebe, werde man <strong>nichts sagen.</strong></p>



<p><strong>Zynischer</strong> geht es nicht. Wozu noch ein Protokoll? <strong>Mit wem will die Stadt denn noch was abstimmen?</strong></p>



<p>Rita Magliari hat endgültig <strong>einen Schlussstrich gezogen:</strong></p>



<p>&#8222;<em>Meine Pizzeria in Wallau gibt es nicht mehr. Aus und vorbei.</em>&#8222;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zum Schluss: Neue Versprechen vom Bürgermeister</h2>



<p><strong>Rita Magliari </strong>geriet nach ihrem Facebook-Post in einen Shitstorm: <strong>Wüste Beschimpfungen </strong>erreichten sie, <strong>ein CDU-Stadtverordneter </strong>droht ihr sogar <strong>mit Klage.</strong></p>



<p>Die Gastronomin &#8211; inzwischen betreibt sie mit ihrer Tochter in Eddersheim ein zweite <a href="https://darita-eddersheim.de/de" target="_blank" rel="noopener">Pizzeria &#8222;da Rita&#8220;</a> &#8211; versichert: <em>&#8222;Ich habe doch gar nichts mit Wahlkampf zu tun!&#8220; </em>Den Termin am vergangenen Montag habe <strong>das Rathaus festgelegt:</strong> Es war der <strong>Tag nach dem ersten Wahlgang</strong>, man habe wohl gedacht, dann stünde<strong> der alte als der neue Bürgermeister </strong>fest.</p>



<p><strong>Die Wähler </strong>aber entschieden bekanntlich anders: <strong>Vogt verfehlte die absolute Mehrheit</strong> und muss am kommenden <strong>Sonntag in</strong> <strong>die</strong> <strong>Stichwahl</strong>. Frau Magliari:  <em>&#8222;Muss ich denn schweigen, nur weil der Bürgermeister wiedergewählt werden will?&#8220; </em></p>



<p><strong>Christian Vogt,</strong> der aus Wallau längst weggezogen ist und heute<strong> in Diedenbergen</strong> lebt, hat rechtzeitig zur Bürgermeisterwahl <strong>ein neues Versprechen</strong> abgegeben, nachzulesen auf seiner Webseite: <em>&#8222;Ich unterstütze die Entwicklung neuer Dorfmitten und Wohnprojekte, um ein lebenswerteres Umfeld für alle Generationen zu schaffen.&#8220;</em></p>



<p>Auch <strong>Axel Wintermeyer</strong>, der CDU-Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete in Hofheim, verkündet in einer Vogt-Wahlkampfbroschüre: <em>&#8222;Sie können sich auch weiterhin darauf verlassen, dass wir wie gewohnt für Sie da sind und uns besonders für Ihre Belange in unserer Kreisstadt und den Ortsteilen einsetzen.&#8220;</em></p>



<p>Wir sollen uns <strong>verlassen auf die CDU</strong> und ihre Versprechungen: <strong>Ernsthaft?</strong></p>



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