<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Stüting Haiko &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
	<atom:link href="https://hk-newsletter.de/tag/stueting-haiko/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://hk-newsletter.de</link>
	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
	<lastBuildDate>Tue, 05 Aug 2025 19:53:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2020/10/cropped-logo_hk_newsletter2-1-32x32.jpg</url>
	<title>Stüting Haiko &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
	<link>https://hk-newsletter.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Nachrichten aus Hofheims Wirtschaft: Polar-Geheimnisse entdeckt – Preissturz im Chinon-Center und an der Hauptstrasse</title>
		<link>https://hk-newsletter.de/2023/08/03/polar-und-gewerbeimmobilien/</link>
					<comments>https://hk-newsletter.de/2023/08/03/polar-und-gewerbeimmobilien/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Aug 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lippold Uwe]]></category>
		<category><![CDATA[Mayer Frank]]></category>
		<category><![CDATA[Stüting Haiko]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hk-newsletter.de/?p=32123</guid>

					<description><![CDATA[Bei Polar tut sich was. Ob es gut ist, bleibt abzuwarten: Erneut ist eine neue Polar-Firma aufgetaucht. Ihre Gründung war selbst Leuten auf den oberen Polar-Rängen nicht bekannt. Und: Die Patente und Markennamen des Unternehmens haben einen neuen Eigentümer. Es ist allerdings nicht das Hauptunternehmen "Polar Cutting Technologies GmbH".

Außerdem: Will denn keiner einziehen? In Hofheimer Top-Lagen stehen seit Monaten zwei  Gewerbeimmobilien leer. Jetzt werden sie zu absoluten Schnäppchenpreisen angeboten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es gibt interessante Nachrichten aus Hofheims Wirtschaftsleben:</strong></p>



<p>⇨ <a href="#polar20230730">Polar: Neue Firma gegründet und neuer Patente-Eigentümer</a><br>⇨ <a href="#chinon-center20230730">Chinon-Center: Preissturz</a><br>⇨ <a href="#hwb20230802">HWB: Altstadt-Geschäft zum Schnäppchenpreis</a><br></p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center" id="polar20230730"><a href="#polar20230730">Polar: Neue Firma gegründet und neuer Patente-Eigentümer</a></h1>



<p><strong>Rund um die neugegründete Firma „Polar Cutting Technologies GmbH“ – einstmals Polar Mohr – geschehen bemerkenswerte Dinge: Schon wieder wurde eine neue Polar-Firma gegründet. Zugleich wurden sämtliche Polar-Mohr-Patente an einen neuen Eigentümer übertragen, ebenso die geschützten Firmennamen „Polar“ und „Mohr“. Interessant dabei: Die „Polar Cutting Technologies GmbH“ ging leer aus.&nbsp;Und: Zweifel am Standort Hofheim bleiben.</strong></p>



<p>Polar Mohr, selbsternannter <strong>Weltmarktführer</strong> <strong>für</strong> <strong>Schneidemaschinen</strong>, bis vor kurzem <strong>Familienunternehmen</strong>, dann jäh <strong>abgestürzt</strong>, beinahe <strong>pleite</strong>, vor wenigen Monaten von <strong>österreichischen</strong> <strong>Finanzinvestoren</strong> übernommen:</p>



<p><a href="https://www.polar-mohr.com/" target="_blank" rel="noopener">Polar Mohr</a> gehört heute der <a href="https://www.sol-capital-management.com/" target="_blank" rel="noopener">SOL Capital Management GmbH</a> mit Sitz in der Walfischgasse in Wien.</p>



<p>Als Geschäftsführer tritt nach außen <strong>Thomas Raab</strong> in Erscheinung, er kam <strong>kurz vor dem</strong> <strong>Niedergang</strong> in das Unternehmen. Der starke Mann im Hintergrund aber heißt <strong>Haiko Stüting</strong>. Der 44-Jährige, der als Wohnsitz München angibt, gehört zur <strong>SOL-Führungsmannschaft</strong>. In Wien nennt er sich <strong>Senior</strong> <strong>Partner</strong>. In Hofheim ist er inzwischen <strong>Geschäftsführer</strong> gleich mehrerer Firmen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Solar-Chefs-20230803.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="407" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Solar-Chefs-20230803.jpg" alt="Solar Chefs 20230803" class="wp-image-32553" style="width:480px;height:305px" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Solar-Chefs-20230803.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Solar-Chefs-20230803-300x191.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Polar-Geschäftsführer Heiko Stüting (li.) und Thomas Raab.  Foto: SOL Capital Management GmbH.</figcaption></figure>
</div>


<p>SOL/Stüting hat die neue &#8222;Polar&#8220; in ein <strong>komplexes Firmenkonstrukt</strong> eingeflochten: Der <strong>&#8222;SOL Capital Management GmbH&#8220;</strong> gehört die <strong>&#8222;SOL-Drei EuVECA GmbH &amp; Co KG&#8220;</strong>, kurz SOL#3. Dieser Firma gehört eine <strong>&#8222;SOL Polar Beteiligungs GmbH&#8220;</strong> mit Sitz in Wien (Geschäftsführer u.a.: Haiko Stüting), dieser Firma gehört eine <strong>&#8222;Polar-Mohr Beteiligungs GmbH&#8220; </strong>(Geschäftsführer: Haiko Stüting), und dieser Firma gehört das eigentliche Hauptunternehmen, die <strong>&#8222;Polar Cutting Technologies GmbH&#8220;</strong> in Hofheim (Geschäftsführer, wie gesagt, u.a. Haiko Stüting).&nbsp;</p>



<p>Unmittelbar vor der Übernahme durch SOL hatte die <strong>Mohr-Sippschaft </strong>als früherer Eigentümer noch schnell das <strong>Firmengelände</strong> <strong>versilbert</strong>: Entlang der Hattersheimer Straße will ein <strong>Bauunternehmer aus Kelkheim</strong> in zwei, drei Jahren beginnen, <strong>Wohnungen</strong> zu bauen. Bis dahin müssen die alten Werkhallen natürlich <strong>verschwunden</strong> sein.</p>



<p>Bei Polar Mohr geht&#8217;s jetzt um die <strong>Zukunft</strong>: Ein neuer <strong>Standort</strong> muss her, und zwar schleunigst. Rund <strong>250 Arbeitsplätz</strong>e stehen auf der Kippe.</p>



<p>Es geht also um <strong>Alles</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Firma ist selbst auf oberen Polar-Rängen nicht bekannt</h2>



<p>Längst blickt kein Außenstehender mehr durch, was an der <strong>Spitze des Unternehmens</strong> läuft. Als der Hofheim/Kriftel-Newsletter vor einiger Zeit <a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/14/polar-firma-im-steuerparadies/">aufdeckte</a>, dass Stüting eine Firma namens <strong>&#8222;Polar-Mohr Beteiligungs GmbH&#8220;</strong> ausgerechnet im bayerischen Steuerparadies <strong>Unterhaching</strong> gegründet habe, kriegten sie im Rathaus <strong>Schnappatmung</strong> – woraufhin die Polar-Geschäftsführung eilig <strong>versicherte</strong>, man habe nie daran gedacht, die <strong>Produktion nach Bayern</strong> auszulagern (was allerdings auch <strong>niemand</strong> behauptet hatte).</p>



<p>Wenig später <strong>verlegte</strong> Stüting die „Polar-Mohr Beteiligungs GmbH“ von <strong>Unterhaching nach Hofheim</strong>. Über die Lokalzeitung wurde der Umzug als <em>&#8222;eine gute Nachricht aus dem Hause Polar Mohr&#8220;</em> lanciert. Das wirkte<strong> wie Baldrian</strong> auf <strong>Betriebsrat</strong> und <strong>Belegschaft</strong>. Und auf die <strong>Lokalpolitik</strong>.</p>



<p>Seitdem herrscht <strong>Ruhe</strong> bei Polar. Ruhe <strong>vor dem Sturm</strong>? Oder <strong>Grabesruhe</strong>?</p>



<p>Dass Stüting im Hintergrund <strong>weitere</strong> <strong>Schachzüge</strong> ausführte, bekamen weder Lokalzeitung noch die Lokalpolitik mit. Sie müssen sich deshalb <strong>nicht</strong> <strong>grämen</strong>: Die Information erfuhren nicht einmal alle Leute <strong>auf den oberen Polar-Rängen</strong>. Als wir jetzt bei der Polar-Pressestelle nachfragten, was es mit dem neuen Unternehmen auf sich habe, zeigte sich <strong>Firmensprecher Frank Mayer</strong> überrascht: <em>„Da wissen Sie mehr als ich.“</em> Von einer neuen Polar-Firma habe er noch <strong>nichts gehört</strong>.</p>



<p>Das sind <strong>die Fakten:</strong></p>



<p>Unmittelbar nach dem Umzug der <strong>&#8222;Beteiligungs GmbH&#8220; </strong>von Unterhaching nach Hofheim gründete Stüting <strong>eine weitere Polar-Gesellschaft</strong>. Die <strong>„Polar Cutting Solutions GmbH“</strong> wurde beim Handelsregister in Frankfurt angemeldet (HRB 129988). <strong>Geschäftsführer</strong> ist, na klar, Haiko Stüting. Als <strong>Gesellschafter</strong> – also Eigentümer dieser neuen Polar-Firma – wurde die <strong>„Polar-Mohr Beteiligungs GmbH“</strong> eingetragen, der auch die <strong>„Polar Cutting Technologies GmbH“</strong> gehört.</p>



<p>Mit <strong>Solutions</strong> („Lösungen“) werden in der Regel Firmen benannt, die <strong>Entwicklungsaufgaben</strong> übernehmen. Man kennt das: In einer Solutions GmbH wird <strong>geplant</strong>; die Produktion kann dann <strong>in alle Welt </strong>vergeben werden, gewöhnlich <strong>an den billigsten Anbieter</strong>.</p>



<p>Käme ein solches Konzept bei Polar zu tragen, bräuchte das heutige Kernunternehmen &#8222;<strong>Polar Cutting Technologies GmbH</strong>&#8220; wahrscheinlich nur noch <strong>kleine</strong> <strong>Werkhallen</strong>. Für die <strong>&#8222;Polar Cutting Solutions GmbH“</strong> würden vermutlich eher <strong>Büros für Ingenieure</strong> benötigt.</p>



<p>Ist das <strong>die neue Zukunft</strong> von Polar in Hofheim?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patente und Firmennamen jetzt in neuen Händen</h2>



<p>In das Bild eines – auch steuertechnisch – <strong>durchgestylten Unternehmen</strong> passt: Die alte Polar Mohr hatte in den letzten Jahrzehnten etliche <strong>technische Erfindungen </strong>mit einem <strong>Dutzend Patenten </strong>schützen lassen. Urkunden, ausgestellt vom <strong>Deutschen Patent- und Markenamt </strong>in München, gelten gemeinhin als <strong>der wahre Schatz eines Unternehmens</strong>.</p>



<p>Außerdem hatte man beim Patentamt mehrere <strong>Markennamen</strong> registrieren lassen, mit denen <strong>Produkte und Systeme</strong> bezeichnet wurden – beispielsweise „<a href="https://mohr-shop.com/shop/de/maschinen-messer/hss-messer/87/messer-hss-92" target="_blank" rel="noopener">OptiKnife</a>“, „<a href="https://www.worldofprint.de/2012/05/18/polar-praesentiert-wimotion/" target="_blank" rel="noopener">Wimotion</a>“, „<a href="https://www.polar-mohr.com/de/schneidautomat-polar-autotrim-m/112078.html" target="_blank" rel="noopener">Autotrim</a>“ oder auch „<a href="https://support.polar.com/e_manuals/vantage-m/polar-vantage-m-user-manual-deutsch/content/race-pace.htm" target="_blank" rel="noopener">Pace</a>“. Natürlich waren auch die schwarz-roten <strong>Firmenlogos „Polar“</strong> und <strong>„Mohr“</strong> als <strong>Wort-Bild-Marken</strong> geschützt worden.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Polar-Marke.jpg"><img decoding="async" width="640" height="345" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Polar-Marke.jpg" alt="Polar
" class="wp-image-32128" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Polar-Marke.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Polar-Marke-300x162.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese schwarz-rote Wort-Bild-Marke &#8222;Polar&#8220; wurde 1996 unter der Nummer 018240184 angemeldet.</figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Mohr-Marke.jpg"><img decoding="async" width="640" height="256" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Mohr-Marke.jpg" alt="Polar
" class="wp-image-32129" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Mohr-Marke.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/07/Mohr-Marke-300x120.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><br>Die Wort-Bild-Marke &#8222;Mohr&#8220; wurde 2020 beim Patentamt unter der Nummer 018240184 registriert.</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Bislang gehörten die Patente und Markenrechte der alten&nbsp;<strong>Adolf Mohr Maschinenfabrik GmbH &amp; Co. KG</strong>. Sie waren wohl im <strong>Verkaufspaket</strong> enthalten, gingen jetzt aber <strong>nicht</strong> in den Besitz der eigentlichen Nachfolgefirma&nbsp;<strong>„Polar Cutting Technologies GmbH“</strong> über:</p>



<p>Als neuer Eigentümer <strong>der&nbsp;wertvollen&nbsp;Patente</strong>&nbsp;wurde im Juni – Überraschung? – die uns inzwischen gut bekannte&nbsp;<strong>„Polar-Mohr Beteiligungs GmbH“</strong>&nbsp;beim Patentamt eingetragen. Eine solche Übertragung könnte aus Sicht eines <strong>Investors</strong> durchaus Sinn machen:</p>



<p><strong>Aus steuerlichen Gründen</strong>, wir hatten das schon mal <a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/28/polar-mohr-und-kungelrunden/">angesprochen</a>, werden <strong>Patente</strong> und <strong>Marken</strong> oftmals in ein anderes Unternehmen verlagert. Das verkauft dann <strong>Lizenzrechte</strong> und kassiert dafür Geld, üblicherweise möglichst <strong>viel Geld</strong>.</p>



<p>Alles <strong>normal</strong> soweit, alles <strong>nicht</strong> <strong>verwerflich</strong>&#8230;</p>



<p><strong>Im konkreten Fall</strong> dürfte sich aber natürlich <strong>die Frage stellen</strong>: Wird Polar wohl jemals wieder&nbsp;<strong>Gewerbesteuer</strong>&nbsp;in Hofheim zahlen? Oder wandern die&nbsp;<strong>Gewinne</strong>&nbsp;von <strong>Polar-Firma zu Polar-Firma</strong> weiter?</p>



<p>Auch wenn sich Hofheims&nbsp;<strong>Stadtführung</strong>&nbsp;öffentlich <strong>optimistisch</strong> gibt und fest an künftige <strong>Steuereinnahmen</strong> von Polar glaubt:</p>



<p>Die&nbsp;Fragezeichen&nbsp;werden <strong>größer</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Klares Bekenntnis zum Standort Hofheim gibt es nicht</h2>



<p>Fragezeichen bleiben auch hinter dem <strong>künftigen Standort</strong>. Die Stadtpolitik, allen voran <strong>CDU-Bürgermeister Christian Vogt</strong>, versucht immer wieder den Eindruck zu erwecken, dass das Unternehmen nach <strong>Diedenbergen</strong> ziehen wolle. Deshalb ließ man dort quasi über Nacht ein ziemlich großes <strong>Gewerbegebiet</strong> ausweisen, anfangs mit Platz für ein <a href="https://hk-newsletter.de/2023/01/26/moebelhaus-in-diedenbergen/">monströses Möbelhaus</a>, was allerdings von <strong>übergeordneten</strong> <strong>Planungsbehörden</strong> gestoppt wurde.</p>



<p>Die zentrale Frage wurde bis heute <strong>nicht beantwortet</strong>: Will Polar eigentlich wirklich <strong>nach</strong> <strong>Diedenbergen</strong> ziehen? Braucht das Unternehmen dann überhaupt <strong>noch</strong> <strong>Werkhallen</strong>, und wenn ja: wie groß müssen die sein?</p>



<p>Auch dazu fragten wir bei <strong>Unternehmenssprecher Mayer</strong> nach: In zwei, spätestens drei Jahren stehe ein <strong>Komplett-Umzug</strong> an, da werde doch normalerweise <strong>der Turbo gezündet</strong>, da rotiere eine <strong>Firmenspitze </strong>– denkt man sich als Laie wenigstens so&#8230;</p>



<p><strong>Nix da!</strong> Mayer gibt sich ganz <strong>relaxt</strong>: <em>&#8222;Wir sind tiefenentspannt.&#8220;</em> Und dann sagt er einen Satz, der vermuten lässt, dass ein Standort in Hofheim <strong>nicht die einzige Option für Polar</strong> ist:</p>



<p><em>&#8222;Wir bleiben in Hofheim, wenn wir eine Location hier haben.&#8220;</em> Alles weitere, sagt er auch, liege jetzt erst einmal <em>&#8222;bei Stadt, Land und Region&#8220;</em>.</p>



<p>Was bitte haben <em>&#8222;Land und Region&#8220;</em> mit <strong>einem neuen Polar-Standort </strong>zu tun? Mayer: <em>&#8222;Wir warten ab, was in den nächsten Wochen und Monaten passiert. Dann werden wir sicher eine Entscheidung treffen.&#8220;</em></p>



<p><strong>Ein aufrichtiges Bekenntnis</strong> zum Standort Hofheim hört sich anders an.</p>



<p>Es bleibt <strong>spannend</strong> bei Polar.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-luminous-vivid-orange-color has-alpha-channel-opacity has-luminous-vivid-orange-background-color has-background"/>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center" id="chinon-center20230730"><a href="#chinon-center20230730">Preissturz im Chinon-Center</a></h1>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2021/01/20210105-Chinon-Center.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="390" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2021/01/20210105-Chinon-Center.jpg" alt="20210105 Chinon Center" class="wp-image-4507" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2021/01/20210105-Chinon-Center.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2021/01/20210105-Chinon-Center-300x183.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></figure>
</div>


<p>Wie sich die Preise auf dem<strong> Markt der Gewerbeimmobilien</strong> gerade entwickeln, lässt sich gut an einem <strong>Vermietungsangebot des Chinon-Centers</strong> erkennen:</p>



<p>Im <strong>Obergeschoß</strong> war früher ein <strong>China-Restaurant</strong>, nach längerem Leerstand zog eine<strong> Corona-Teststation</strong> ein. Die ist längst <strong>verschwunden</strong>, und seitdem heißt es wieder: <strong>440 Quadratmeter </strong>(396 qm Verkaufsfläche plus 40 qm Nebenfläche) in allerbester Lage suchen<strong> einen Mieter</strong>.</p>



<p><strong>Vor gut zwei Jahren</strong> wurden die Räume noch zu einem absoluten Spitzenpreis offeriert. Der Hofheim/Newsletter hatte darüber <a href="https://hk-newsletter.de/2021/01/05/restaurant-fuer-8850-euro-zu-vermieten/">berichtet</a>: <strong>6.600 Euro</strong> Miete wurden verlangt, also <strong>15 Euro pro Quadratmeter</strong>. Dazu Nebenkosten in Höhe von&nbsp;<strong>1.980 Euro</strong> – zusammen <strong>8.580 Euro </strong>pro Monat. Gegenüber der <strong>Lokalzeitung</strong>, die das Thema später aufgriff, gab sich <strong>Center-Manager Uwe Lippold</strong> naturgemäß optimistisch: Man sei dabei, eine <strong>Neuvermietung</strong> voranzutreiben, wolle <em>„die Katze aber noch nicht aus dem Sack lassen“.&nbsp;</em></p>



<p><strong>Die Katze ist noch immer im Sack </strong>–&nbsp;wenn sie überhaupt jemals drin war: Das Objekt wird weiterhin angeboten, dabei ist die Miete inzwischen deutlich <strong>günstiger</strong> geworden: &#8222;Nur&#8220; noch <strong>4800 Euro</strong> werden verlangt, das sind <strong>10,90 Euro pro Qudratmeter</strong>. Gleichzeitig wurden allerdings die <strong>Nebenkosten</strong> auf <strong>2.755 Euro/Monat</strong> erhöht. Macht unterm Strich eine Warmmiete von <strong>7.555 Euro</strong>.</p>



<p>Eine Menge Geld, aber immerhin gut <strong>1000 Euro weniger </strong>als vor zwei Jahren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Anzeige-Chinon-Center-20230803.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="328" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Anzeige-Chinon-Center-20230803.jpg" alt="Anzeige Chinon Center 20230803" class="wp-image-32604" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Anzeige-Chinon-Center-20230803.jpg 1000w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Anzeige-Chinon-Center-20230803-300x98.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Anzeige-Chinon-Center-20230803-768x252.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Screenshot der Internetanzeige: Das Chinon-Center sucht über ein Maklerbüro einen neuen Mieter.</figcaption></figure>
</div>


<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center" id="hwb20230802"><a href="#hwb20230802">HWB: Geschäftsräume in Top-Lage jetzt zum Schnäppchenpreis</a></h1>



<p><strong>Ist die Hauptstrasse so unattraktiv?</strong> Seit Monaten sucht die stadteigene <strong>Wohnungsbaugesellschaft</strong> <strong>HWB</strong> vergeblich neue Mieter für Büro- und/oder Geschäftsräume mitten in der Altstadt: Das Obergeschoss des <strong>Jean-Hammel-Hauses</strong> steht noch immer leer. Jetzt wurde <strong>die</strong> <strong>Miete</strong> <strong>radikal</strong> <strong>gesenkt</strong>: </p>



<p>Für die <strong>160 Quadratmeter</strong> hatte die HWB im Januar dieses Jahres noch <strong>12,40 Euro pro Quadratmeter</strong> verlangt: 1.984 Euro wollte sie für die laut Internetanzeige <strong>&#8222;großzügige Bürofläche&#8220; </strong>haben – plus 800 Nebenkosten, machte <strong>fast 3000 Euro</strong>. Das war wohl etwas zu teuer, <strong>ein ernsthafter Interessent</strong> fand sich offenbar nicht.</p>



<p>Jetzt wird das Objekt <strong>zu einem echten Schnäppchenpreis</strong> im Internet angeboten: Für die <strong>&#8222;repräsentative Bürofläche&#8220;</strong> (Makler-Werbung) werden nur noch <strong>8 Euro/qm</strong> verlangt – es dürfte damit die billigste Gewerbeimmobilie in der Innenstadt sein. Auch die <strong>Nebenkosten</strong> sind plötzlich erheblich günstiger als zuvor: Sie werden nur noch mit <strong>480 Euro</strong> angegeben. Die Warmmiete liegt damit bei <strong>1.760 Euro.</strong></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202301-e1690994762298.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="686" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202301-e1690994762298.jpg" alt="Jean Hammel Haus 202301 e1690994762298" class="wp-image-32508" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202301-e1690994762298.jpg 800w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202301-e1690994762298-300x257.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202301-e1690994762298-768x659.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Screenshot vom Vermietungsangebot:  Im Januar wurde eine <em>&#8222;großzügige Bürofläche&#8220;</em> angeboten – für 1.984 Euro.</figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202308.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="684" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202308.jpg" alt="Jean Hammel Haus 202308" class="wp-image-32509" style="width:330px;height:282px" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202308.jpg 800w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202308-300x257.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/08/Jean-Hammel-Haus-202308-768x657.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Jetzt das neue Angebot: Aus der großzügigen wurde eine <em>&#8222;repräsentative Bürofläche&#8220;, </em>und die soll nur 1.280 Euro kosten.</figcaption></figure>
</div></div>
</div>



<p><strong>Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft </strong>hatte das Haus vor gut drei Jahren&nbsp;<a href="https://www.hwb-hofheim.de/hwb/archiv/innenstadt-entwicklung-hwb-kauft-jean-hammel-haus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gekauft</a>:<strong> </strong>Man<strong> </strong>wolle<strong>&nbsp;<em>„Einfluss auf den&nbsp;Branchenmix in der Hauptstraße&nbsp;haben“,&nbsp;</em></strong>hieß es, man wolle <strong><em>„den Einzelhandel weiterentwickeln und verhindern, dass eine eher&nbsp;schädliche Nutzung für die Hauptstraße&nbsp;entsteht“.</em></strong></p>



<p>So richtig geklappt hat das <strong>bisher noch nicht</strong>&#8230;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://hk-newsletter.de/2023/08/03/polar-und-gewerbeimmobilien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Polar Mohr: Von Kungelrunden, wirren Reden und der Suche nach Millionen</title>
		<link>https://hk-newsletter.de/2023/02/28/polar-mohr-und-kungelrunden/</link>
					<comments>https://hk-newsletter.de/2023/02/28/polar-mohr-und-kungelrunden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2023 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grassel Dr. Barbara]]></category>
		<category><![CDATA[Hausmann Bernd]]></category>
		<category><![CDATA[Stüting Haiko]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hk-newsletter.de/?p=29013</guid>

					<description><![CDATA[Nach wie vor herrscht Sorge um die rund 300 Arbeitsplätze in der Polar-Maschinenfabrik. Zwar retteten Investoren das Unternehmen vor der Insolvenz. Aber seine Zukunft erscheint weiter ungewiss. In dieser schwierigen Situation irrlichtern Hofheims Bürgermeister und einer der Polar-Chefs mit wirr anmutenden Aussagen durch die Stadt. Ein CDU-Lokalpolitiker versucht, seine eigene Interessen durchzusetzen. In Hinterzimmern wird gekungelt. Und überhaupt: Wo sind all die Millionen, die Polar Mohr doch angeblich kassiert hat? ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die Angst ist allgegenwärtig: Für die rund 300 Mitarbeiter der Maschinenfabrik „Polar“ gibt es gute Gründe, sich Sorgen um ihr Unternehmen zu machen. Zwar konnte dank neuer Eigentümer – Investoren aus Österreich – eine Firmenpleite abgewendet werden. Aber die Zukunft erscheint weiter ungewiss. In dieser Situation irrlichtern Hofheims Bürgermeister wie auch einer der Polar-Chefs mit wirr anmutenden Aussagen durch die Stadt. Ein CDU-Lokalpolitiker versucht, seine eigene Interessen durchzusetzen. In Hinterzimmern wird gekungelt. Und überhaupt: Wo sind eigentlich all die Millionen, die angeblich in die Kassen von Polar Mohr gespült wurden? Beobachtungen aus den letzten Tagen.</strong></p>



<p>Vergangene Woche fand im Anbau des Hofheimer Rathauses ein Treffen statt. Es war schon dunkel, kein Sterbenswörtchen sollte nach draußen dringen: Die Teilnehmer wurden zu <strong>strenger</strong> <strong>Verschwiegenheit</strong> verpflichtet.</p>



<p><strong>CDU-Bürgermeister Christian Vogt</strong> hatte die Vorsitzenden der Fraktionen im Stadtparlament, die Mitglieder des Magistrats, den Stadtverordnetenvorsteher, dazu <strong>Polar-Geschäftsführer Thomas Raab</strong> und <strong>Polar-Betriebsratsvorsitzenden Frank Wagner</strong> eingeladen. Man wollte unter sich klären, wie es mit dem Unternehmen weitergehen könnte – und wie demnächst <strong>in wichtigen städteplanerischen Fragen</strong> entschieden werden soll.</p>



<p><strong>Die Vorgeschichte</strong> <strong>im Zeitraffer:</strong> Im Herbst letzten Jahres drohte <a href="https://www.polar-mohr.com/de/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polar Mohr</a> die <strong>Insolvenz</strong>. Der angebliche <em>„Weltmarktführer für Schneidemaschinen“</em> (Eigendarstellung) verkaufte daraufhin sein <strong>Firmengelände</strong> entlang der Hattersheimer Straße (50.000 Quadratmeter) an den Kelkheimer Projektentwickler <a href="https://www.pghorn.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Horn</a>. Eine Investorengruppe aus Österreich, die <a href="https://www.sol-capital-management.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SOL Capital Management GmbH</a>, übernahm ausgesuchte Reste des Unternehmens.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="406" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr.jpg" alt="20230228 Polar Mohr" class="wp-image-29267" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Polar-Zentrale in Hofheim.</figcaption></figure>
</div>


<p>CDU-Bürgermeister Christian Vogt verlangt seither vom Stadtparlament auf die Schnelle <strong>zwei weitreichende Entscheidungen</strong>: Die Stadtverordneten sollen die planerischen Grundlagen schaffen, damit Projektentwickler Horn <strong>Hunderte von Wohnungen</strong> auf dem Firmengelände bauen kann. Zugleich soll in <strong>Diedenbergen</strong> <strong>ein riesiges Gewerbegebiet</strong> ausgewiesen werden: Dort könnte Polar Mohr unterkommen.</p>



<p>Vogt macht <strong>Druck</strong>: Alles soll hopplahopp gehen. Mitte Februar wollte er die Entscheidungen im Stadtparlament <strong>durchpeitschen</strong>. Nachvollziehbare Gründe für seine Eile waren<strong> nicht erkennbar</strong>.</p>



<p>Die <strong>CDU</strong>-Mandatsträger mit ihren Anhängseln <strong>FDP</strong> und <strong>FWG</strong> zeigten sich folgsam, auch&nbsp;ohne Informationen: Alles möge so geschehen, wie Vogt es wünscht.</p>



<p>Die Mehrheit der Stadtverordneten aber –<strong> SPD, Grüne, Bürger für Hofheim</strong> und <strong>Linke</strong> – verlangte mehr Zeit und vor allem umfassende Aufklärung. Die Abstimmung ergab: Beide Themen wurden <strong>vertagt</strong>.</p>



<p>Der Bürgermeister reagierte <strong>ausfallend</strong>. Wir haben’s <a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/16/polar-entscheidungen-vertagt/">hier</a> beschrieben.</p>



<p>Seither wird in Hinterzimmern <strong>gekungelt</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und plötzlich ist das Möbelhaus nicht mehr notwendig?</h2>



<p>Trotz Verpflichtung zur Verschwiegenheit: Nach dem konspirativen Rathaus-Treffen drängten <strong>CDU-Bürgermeister Vogt</strong> und <strong>Polar-Geschäftsführer Raab</strong> schnurstracks an die Öffentlichkeit. Über die Lokalblätter versuchten sie, <strong>ihre Sicht der </strong>Dinge zu verbreiten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr-3.jpg" alt="20230228 Polar Mohr 3" class="wp-image-29269" width="688" height="288" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr-3.jpg 800w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr-3-300x126.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Polar-Mohr-3-768x323.jpg 768w" sizes="(max-width: 688px) 100vw, 688px" /><figcaption class="wp-element-caption">Große Überschrift, große Überraschung. Doch leider: Der Nachrichtenwert tendiert gegen Null.  </figcaption></figure>



<p>Die Überschrift über den Zeitungsbericht klang nach <strong>einem Scoop</strong>: <em>„Diedenbergener Gewerbepark ist auch ohne Möbelhaus möglich“.</em> Sie sorgte allerdings für Verblüffung, erzählt uns die Stadtspitze doch seit Wochen: Wenn der <strong>Berliner Milliardär Kurt Krieger</strong> auf 100.000 Quadratmeter Grünflächen in Diedenbergen ein neues Gewerbegebiet baue, wo man <strong>Polar Mohr</strong> (benötigt rund 20.000 Quadratmeter) unterbringen und <strong>weitere Firmen</strong> angesiedeln könne, dann dürfe er dort auch, sozusagen als <strong>Dankeschön</strong>, auf rund 30.000 Quadratmetern eines seiner <strong>riesigen Höffner-Möbelhäuser</strong> errichten.</p>



<p>Heftige Proteste waren umgehend laut geworden, doch die Stadtspitze beharrte darauf: Nur mit einem Gewerbegebiet in Diedenbergen – und zwar eins mit Mega-Möbelhaus – werde man die <strong>300 Jobs bei Polar</strong> retten können. </p>



<p>Jetzt aber, nach der <strong>Kungelrunde</strong> im Rathaus, heißt es plötzlich: Das Gewerbegebiet sei auch <strong>ohne Möbelhaus</strong> möglich. Was hat sich geändert? Würde Krieger das Gewerbegebiet trotzdem bauen – auch <strong>ohne Möbelhaus</strong>?</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-color has-large-font-size" style="color:#676767"><strong>&#8222;Das Problem sind nicht die kritischen Journalisten, sondern die netten.&#8220;</strong></p>
<cite>Gerhard Kocher, Publizist (* 1939)</cite></blockquote>



<p>Doch ach: Wer den langen <strong>Zeitungsbericht</strong> – mehr als 4.500 Zeichen – liest, erfährt die vermeintlich spektakuläre Nachricht nur <strong>im aller-allerletzten Satz</strong>:</p>



<p><em>„Wenn die Stadtverordnetenversammlung es wünsche, könne das Gewerbegebiet auch ohne Möbelhaus realisiert werden, so Vogt.“&nbsp;</em></p>



<p>Das ist alles?</p>



<p>Ja, das ist <strong>wirklich alles</strong>!</p>



<p><strong>Kein kritisches Hinterfragen</strong>, was den Bürgermeister zu dieser Aussage veranlasst hat?</p>



<p>Nein, der Zeitungsredakteur hat offenbar nicht nachgefragt.</p>



<p><em>&#8222;Das Problem sind nicht die kritischen Journalisten, sondern die netten&#8220;,</em> lautet ein Aphorismus des <strong>Publizisten Gerhard Kocher</strong>. Das trifft&#8217;s genau:</p>



<p>Über eine derart <strong>dünne Nachricht</strong> die Überschrift „<em>Gewerbegebiet auch ohne Möbelhaus möglich“</em> zu setzen: Das liest sich, als habe der Bürgermeister, nach Applaus heischend, <strong>einem Lokalredakteur</strong> die Zeile <strong>diktiert</strong>.</p>



<p><strong>Wahrheitsgehalt</strong>? Völlig unbekannt.</p>



<p>So verkommt die Zeitung zum<strong> amtlichen Verlautbarungsorgan</strong>. Mit Journalismus hat das <strong>nichts zu tun</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Geschäftsführer &amp; die Gewerbesteuer – alles etwas wirr </h2>



<p>Auch<strong> Thomas Raab</strong> kommt in den Lokalzeitungen zu Wort. Was der Mann dem Redakteur erzählte, mutet selbst nach mehrmaligem Lesen <strong>reichlich wirr</strong> an. Das dürfte <strong>die Sorgen vieler Mitarbeiter</strong> verstärken: Entweder ist ihr Chef <strong>erschreckend schlecht informiert</strong> – oder will <strong>vorsätzlich</strong> <strong>desinformieren</strong>.</p>



<p>Auch hier kurz zum Hintergrund: <strong>Eigentümer</strong> von Polar Mohr in Hofheim – die Firma wurde inzwischen umbenannt in <strong>Polar Cutting Technologies GmbH</strong> – ist eine neu gegründete <strong>Polar-Mohr Beteiligungs GmbH</strong> mit Sitz im bayerischen Unterhaching. Diese Gesellschaft gehört einer <strong>Polar Beteiligungs GmbH</strong> mit Sitz in Wien, die ebenfalls erst vor wenigen Wochen gegründet wurde. Und dahinter steht dann die Wiener Firma <strong>SOL Capital Management GmbH</strong>.</p>



<p>Seit der Hofheim/Kriftel-Newsletter das <strong>Unternehmenskonstrukt</strong> <a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/14/polar-firma-im-steuerparadies/">aufgedröselt</a> hat, fragen sich viele Hofheimer: Warum haben die Investoren eine neue Polar-Firma ausgerechnet im bayerischen <strong>Unterhaching</strong> gegründet? Warum nicht hier, vor Ort, in <strong>Hofheim</strong>?</p>



<p>Eine mögliche Antwort hatten wir angedeutet: Unterhaching gilt als <strong>Steuerparadies</strong>. Der Gewerbesteuerhebesatz in der kleinen Gemeinde (22.000 Einwohner) beträgt nur <strong>295</strong> <strong>Prozentpunkte</strong>, in Hofheim <strong>370</strong>.&nbsp;</p>



<p>Jetzt hat sich Raab dazu geäußert. Demnach sei die Unterhachinger Firma <strong>nicht gegründet</strong> worden, um Gewerbesteuern <strong>zu</strong> <strong>sparen</strong>. Raab: Gewerbesteuer werde schließlich dort gezahlt, wo die <strong>Betriebsstätte</strong> sei, nicht am Firmensitz. Ein angebliches <strong>Gerücht</strong>, wonach die Betriebsstätte <strong>nach Bayern verlegt</strong> werden soll, wies der Geschäftsführer gegenüber der Zeitung zurück.&nbsp;</p>



<p>Nun hat<strong> kein Mensch</strong> – zumindest kein ernst zu nehmender – behauptet, Polar werde mit Sack und Pack<strong> nach Unterhaching umziehen</strong>. Kritisch beäugt wird indes sehr wohl, dass die Investoren eine Polar-Gesellschaft <strong>in einem bayerischen Steuerparadies</strong> gegründet haben.</p>



<p>Deshalb noch einmal: Was ist der Sinn dieser <strong>Firmenkonstruktion</strong>?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Thomas-Raab.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="355" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Thomas-Raab.jpg" alt="20230228 Thomas Raab" class="wp-image-29275" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Thomas-Raab.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Thomas-Raab-300x166.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Thomas Raab wurde im November letzten Jahres neuer Geschäftsführer bei Polar Mohr. Das Foto wurde von der Polar-Pressestelle herausgegeben.</figcaption></figure>
</div>


<p><em>„Die Erklärung könnte ganz einfach sein“</em>, sagt ein Steuerexperte. Ein solches Firmenkonstrukt sei bei Investoren nicht unüblich, „<em>wenn auch in der Regel nachteilig für die Kommune, in der sich die Betriebsstätte befindet“</em>. Es könnte beispielsweise so ablaufen:</p>



<p>Die <strong>Betriebsstätte des Unternehmens</strong> überträgt vorhandene Patente auf eine <strong>Firma im Steuerparadies</strong>.</p>



<p>Die Firma im Steuerparadies vermietet danach <strong>Patente</strong> und <strong>Lizenzrechte</strong> zurück. Dafür verlangt sie natürlich Geld, üblicherweise <strong>möglichst</strong> <strong>viel</strong> <strong>Geld</strong>.</p>



<p>So könnte sich der neue Firmensitz in Bayern erklären: <strong>„Polar Hofheim“</strong> müsste künftig sehr viel Geld an <strong>„Polar Unterhaching“</strong> abführen. Hier in der Kreisstadt würde das Unternehmen vermutlich <strong>keine oder kaum Gewinne</strong> erwirtschaften. In Unterhaching dagegen könnte das Geld aus Hofheim <strong>vorteilhaft</strong> versteuert werden.</p>



<p>Hofheim bliebe <strong>Betriebsstätte</strong>, selbstverständlich. Nur die Stadt, die würde <strong>in die Röhre </strong>schauen.</p>



<p>Vielleicht läuft es so ab, vielleicht auch etwas anders. Es gibt schließlich noch weitere Möglichkeiten, Steuern zu sparen. <strong>Die ausgebufften SOL-Sanierungsexperten</strong> werden alle Tricks kennen. <strong>Die sind völlig  legal</strong>, natürlich.</p>



<p>Raab aber will davon offenbar nichts wissen. Der <strong>Polar-Geschäftsführer</strong>, heißt es in der Hofheimer Zeitung, weise<em> &#8222;den Verdacht zurück, der Firmensitz der Polar Mohr Beteiligungs GmbH sei in Unterhaching, um Gewerbesteuern zu sparen“</em>.</p>



<p>Meint der Mann das <strong>wirklich ernst</strong>? Oder weiß er es <strong>nicht</strong> <strong>besser</strong>?</p>



<p>Beides wäre <strong>nicht</strong> <strong>gut</strong> für das Unternehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Polar-Umzug nach Diedenbergen? Noch ist alles offen </h2>



<p>Die <strong>gezielten Indiskretionen</strong> nach dem konspirativen Rathaustreffen haben zu allerlei <strong>Gerede und Geraune</strong> in Hofheim gesorgt. Von einem Problem ist seither die Rede, das klein erscheint, aber für Polar Mohr bzw. den Standort Hofheim durchaus <strong>existenzgefährdend</strong> werden könnte.</p>



<p>Polar Mohr muss <strong>laut vertraglicher Vereinbarung</strong> mit Horn das heutige Firmengelände <strong>bis Ende 2025</strong> räumen. Eine Verlängerung von <strong>ein, zwei Jahren</strong> sei eventuell möglich, heißt es. Aber dann müsste die Maschinenfabrik umgezogen sein – nach dem Willen der Stadtspitze nach <strong>Diedenbergen</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="648" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung.jpg" alt="20230126 Krieger Planung" class="wp-image-28194" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung.jpg 1000w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung-300x194.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung-768x498.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">So stellt man sich im Rathaus das Gewerbegebiet in Diedenbergen vor. Mittendrin auf einem Drittel der Fläche soll ein Höffner-Möbelhaus stehen.</figcaption></figure>
</div>


<p>Doch in derart kurzer Zeit, sagen alle Planungsexperten, lassen sich<strong> die Wiesen und Felder</strong> nicht in ein <strong>Gewerbegebiet</strong> umwandeln. Bürokratie kann fürchterlich zäh sein: Ein solches Planungsverfahren kann durchaus <strong>etliche Jahre dauern</strong>.</p>



<p>Was passiert, wenn das Gewerbegebiet <strong>nicht</strong> <strong>rechtzeitig</strong> fertig wird? Und wenn Polar Mohr vorher das heutige Firmengelände <strong>räumen</strong> muss?</p>



<p>Raab soll <strong>beim konspirativen Treffen</strong> im Rathaus keine klare Antwort gegeben haben. In der Kürze der Zeit habe man sich noch <strong>keine tieferen Gedanken</strong> über einen Standort in Diedenbergen machen können, geschweige denn über <strong>konkrete Pläne</strong> für eine neue Betriebsstätte.</p>



<p>Das klingt nachvollziehbar. Es verrät zugleich, dass ein <strong>Umzug nach Diedenbergen </strong>für die Polar-Verantwortlichen noch längst <strong>nicht gesetzt </strong>ist.</p>



<p>Umso unverständlicher <strong>der Druck</strong> durch Bürgermeister Christian Vogt auf die Stadtverordneten, <strong>jetzt und sofort</strong> Entscheidungen zu treffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo sind eigentlich all die Millionen?</h2>



<p>Ein weiteres Thema wabert <strong>seit dem Rathaustreffen</strong> durch die Stadt: Eigentlich müsste Polar Mohr <strong>in Geld schwimmen</strong>. Das ist nicht übertrieben, im Gegenteil, die Millionen <strong>sprudelten</strong> nur so:</p>



<p>Vor anderthalb Jahren wurde ein seit vielen Jahren brachliegendes Firmengelände an der <strong>Homburger Straße</strong> an einen Projektentwickler aus Essen verkauft. Der will hier rund 100 Wohnungen bauen. Rund <strong>8.000 Quadratmeter</strong> in ziemlich guter Lage: Gemunkelt wird von einem Preis in Höhe von <strong>rund 10 Millionen Euro</strong>.</p>



<p>Jetzt der Verkauf von <strong>50.000 Quadratmetern an der Hattersheimer Straße</strong>. Das dürfte viel, viel mehr gebracht haben. Immobilienfachleute schätzen den Verkaufspreis auf <strong>30, vielleicht sogar 40 Millionen Euro.</strong></p>



<p>Wo ist all das Geld geblieben?</p>



<p>Thomas Raab, der zweite Geschäftsführer, gibt sich <strong>wortkarg</strong>. <em>„Zunächst einmal“</em> sei der Verkaufserlös <em>„zum Ausgleich bestehender Verbindlichkeiten und zur Abwendung der Insolvenz“</em> verwendet worden, sagte er.&nbsp;</p>



<p><em>&#8222;Zunächst einmal&#8220;</em> – das mag zutreffen: Zum <strong>Abbau von</strong> <strong>Schulden</strong> und zur <strong>Abwehr einer Pleite </strong>mögen sicher <strong>ein paar Millionen</strong> draufgegangen sein, vermutlich eher im <strong>einstelligen Millionen-Bereich</strong>.</p>



<p>Doch was ist mit all <strong>den anderen Millionen</strong>? Man wird schon mal fragen dürfen: Schließlich hat das Unternehmen in letzter Zeit <strong>viel Steuergelder</strong> eingesackt (das Arbeitsamt zahlte monatelang die Gehälter), zugleich will die Stadt für Polar Mohr eine <strong>Riesenfläche als Gewerbegebiet</strong> ausweisen&#8230;</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-color has-large-font-size" style="color:#676767"><strong>&#8222;Auch verschlossenen Türen sollte hin und wieder ein Riegel vorgeschoben werden.&#8220;</strong></p>
<cite><br>Martin Gerhard Reisenberg, Autor (* 1949)&nbsp;</cite></blockquote>



<p>Stadtverordnete quer durch alle Fraktionen schwanken angesichts völliger Intransparenz zwischen <strong>Verärgerung und Empörung</strong>. Sie haben einen Verdacht: Kommt das Geld aus den <strong>Grundstücks-Verkäufen</strong> vielleicht gar nicht dem Unternehmen und der Sicherung der Arbeitsplätze zugute, sondern nur der bisherigen <strong>Eigentümerfamilie Mohr</strong>? Verdienen die Nachfahren von Firmengründer Adolf Mohr <strong>prächtig</strong> am Verkauf des Betriebsgeländes, während 300 Mitarbeiter sich Sorgen um die <strong>Zukunft ihres Unternehmens</strong> machen?</p>



<p>Es gibt diesen Satz von<strong> Martin Gerhard Reisenberg</strong>, der auf den Punkt bringt, was <strong>einige Lokalpolitiker</strong> derzeit umtreibt: <em>„Auch verschlossenen Türen sollte hin und wieder ein Riegel vorgeschoben werden.“</em></p>



<p>Es liegt jetzt allein bei Hofheims Stadtverordneten, ob sie sich zu <strong>folgenschweren Entscheidungen </strong>drängen lassen – ohne umfassend informiert zu sein. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein CDU-Mann verfolgt ganz eigene Interessen</h2>



<p>Es gibt übrigens durchaus eine <strong>Alternative zu Diedenbergen</strong>. Im Stadtgebiet sind mehrere Gewerbegebiete ausgewiesen. Laut Bürgermeister aber kommen sie alle <strong>nicht in Frage</strong>. Mal seien die <strong>Eigentümer</strong> nicht bereit, ihre Grundstücke abzugeben. Mal halte Polar Mohr die Flächen für <strong>ungeeignet</strong>.</p>



<p>Genauer hat sich Vogt dazu <strong>nicht ausgelassen.</strong></p>



<p>In einem Fall müssen allerdings andere Gründe vermutet werden: Im Hofheimer Norden, östlich der <strong>Reifenberger Straße</strong>, ist nahe der Rhein-Main-Therme und der Aldi-Filiale<strong> ein fast 30.000 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück</strong> im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Es würde für Polar perfekt passen, könnte auch in überschaubarer Zeit hergerichtet werden.</p>



<p>Doch <strong>Michael Henninger</strong>, der <strong>CDU-Bauexperte</strong> im Stadtparlament, soll nachdrücklich dagegen sein. Und mit ihm vertritt auch <strong>CDU-Bürgermeister Vogt</strong> die Meinung: Polar Mohr kann <strong>auf keinen Fall </strong>in den Hofheimer Norden gehen. </p>



<p>Wie gesagt: <strong>Nachvollziehbare Gründe</strong> wurden bisher nicht genannt.</p>



<p>Dabei ist es offensichtlich: <strong>CDU-Mann Michael Henninger</strong> verfolgt hier <strong>eigene Interessen</strong>. Grundstücke ganz in der Nähe, zwischen<strong> Reifenberger Straße</strong> und dem Weg in Richtung Bauerlöcher Wiesen, sollen eines nahen Tages in den <strong>Flächennutzungsplan</strong> aufgenommen werden – als <strong>Wohnbaufläche</strong>. Investoren stünden schon bereit, schrieb die Lokalzeitung schon 2020: Die <strong>Firmen Frank Heimbau</strong> und <strong>Weiß Grundbesitz</strong> hätten dafür extra die <strong>Projektgesellschaft „Auf den Gleichen“ </strong>gegründet.</p>



<p><strong>Frank Heimbau</strong> in Hofheim – das ist <strong>Michael Henninger</strong>, er ist Geschäftsführer in dem Unternehmen. So wird verständlich, warum er Polar nicht im Norden Hofheims sehen will: Die Grundstücke, auf die Heimbau Frank/Henninger <strong>spekulier</strong>t, werden als Wohngebiet natürlich viel attraktiver – und vor allem viel <strong>wertvoller</strong> –, wenn direkt davor <strong>kein Gewerbegebiet</strong> entsteht.</p>



<p>Nach den<strong> Vorstellungen des Bürgermeisters</strong> soll die Stadt sogar<strong> für alle Zeiten</strong> auf ein <strong>Gewerbegebiet an der Reifenberger Straße</strong> verzichten. Dass hier recht zügig 300 Jobs  gerettet werden könnten, scheinen nicht weiter zu interessieren:</p>



<p>Ist dem CDU-Bürgermeister der <strong>Profit eines Parteifreunds</strong> wirklich wichtiger als 300 Arbeitsplätze?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Immer öfter: In Kungelrunden wird Stadtpolitik gemacht</h2>



<p>Kungelei, wohin man schaut. Kürzlich wurde ein neuer <strong>Arbeitskreis</strong> gegründet. Oder, wie die <strong>Stadtverwaltung</strong> auf Anfrage bestätigte, eine <strong>„Kommission zum Polar-Areal“</strong>. Es handle sich <em>„um ein freiwilliges Angebot des Magistrats an die Fraktionen, sich über die regulären Sitzungen hinaus einbringen zu können“.</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Rathaus.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Rathaus.jpg" alt="20230228 Rathaus" class="wp-image-29309" width="690" height="459" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Rathaus.jpg 800w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Rathaus-300x200.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230228-Rathaus-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 690px) 100vw, 690px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das von<a href="https://hk-newsletter.de/2023/01/08/plastikraben-erobern-rathaus-fassade/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> hunderten Galgenvögeln besetzte Hofheimer Rathaus</a>: Hier treffen sich immer häufiger Lokalpolitiker mit Vertretern der Verwaltung in &#8222;Arbeitskreisen&#8220;. Kungelei im Hinterzimmer: Die Öffentlichkeit wird gezielt ausgegrenzt.</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Die Masche wird zur Methode: </strong>In kleinen Runden treffen sich Magistratsmitglieder mit Stadtverordneten im Rathaus und <strong>baldowern</strong> aus, was in Hofheim wie umgesetzt werden soll (oder eben nicht). Parlaments-Ausschüsse, die <strong>öffentlich</strong> tagen müssen, werden auf diese Weise <strong>ausgehebelt</strong>: In Arbeitskreisen können Lokalpolitiker <strong>hinter dem Rücken der Bürger</strong> völlig ungestört Entscheidungen vorbereiten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-color has-large-font-size" style="color:#676767"><strong>&#8222;Wer politische Gegensätze durch Kungelei im Hinterzimmer lösen will, schadet dem Vertrauen in unsere Demokratie.&#8220;</strong></p>
<cite>Roman Herzog, Bundespräsident (* 1934 , † 2017)&nbsp;</cite></blockquote>



<p>Die beiden Mandatsträger der Linken im Stadtparlament – sie haben sich bisher als einzige Stadtverordnete<strong> mit relevanten Beiträgen</strong> zu Polar Mohr zu Wort gemeldet – wollen <strong>einen anderen Weg</strong> einschlagen: Die Bürger sollen bei der Neuplanung der Hattersheimer Straße <strong>einbezogen</strong> werden, fordern sie.</p>



<p>Konkret sieht ein Antrag von <strong>Barbara Grassel </strong>und<strong> Bernd Hausmann </strong>vor: Es gibt bekanntlich eine <strong>Bürgerbeteiligung</strong> <strong>zur Neubebauung der Elisabethenstraße 3</strong>. Dabei geht es um das Grundstück, auf dem früher die Stadtbücherei stand (wo CDU-Bürgermeister Vogt <strong>gegen den Willen vieler Bürger</strong> ein Hotel bauen lassen will). Dieses Grundstück liegt nur wenige hundert Meter vom Polar-Firmengelände entfernt.</p>



<p>Die Linken möchten, das die im letzten Jahr begonnene <strong>Bürgerbeteiligung zum Hotel</strong> um die Diskussion über die künftige <strong>Nutzung des Polar-Grundstücks</strong> erweitert wird.</p>



<p>Es ist kaum zu erwarten, dass die <strong>Verantwortlichen in der Stadtpolitik</strong> auf diesen Vorschlag eingehen werden. Besprechungen in <strong>Arbeitskreisen</strong> oder einer <strong>&#8222;Kommission&#8220;</strong> gefallen ihnen naturgemäß besser: Denn daran dürfen nur<strong> ausgewählte Lokalpolitiker</strong> teilnehmen. Und das Beste: Die Öffentlichkeit muss <strong>draußen</strong> bleiben.</p>



<p>Auf diese Weise können Hofheims Stadtverordnete, <strong>Hand in Hand</strong> mit dem Magistrat, selbst gravierende politische Entscheidungen allein <strong>unter sich </strong>ausmachen. Der Bürger wird gezielt ausgeschlossen.</p>



<p>Dass das Vertrauen in unsere Demokratie <strong>Schaden nimmt</strong>:</p>



<p><strong>Stört’s wen?</strong></p>



<div style="height:14px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:14px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h1 class="has-text-align-center wp-block-heading">Letzte Meldung:</h1>



<h1 class="has-text-align-center wp-block-heading">Sondersitzung des Stadtparlaments</h1>



<p>Investor Horn hat sich <strong>durchgesetzt</strong>: Die Stadtverordneten hatten in ihrer Sitzung Mitte Februar die Themen <strong>„Wohnbebauung an der Hattersheimer Straße“</strong> wie auch <strong>&#8222;Gewerbegebiet Diedenbergen&#8220;</strong> erst einmal <strong>vertagt</strong>. Sie sollten  im Stadtparlament am <strong>28. März </strong>erneut zur Abstimmung gekommen – nach öffentlichen Beratungen in Ausschusssitzungen. </p>



<p>Doch Horn drohte <a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/Schreiben-Horn.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in einem Schreiben</a>, eine derartige <strong>Verzögerung</strong> könne seine Banken <strong>abspringen</strong> lassen – dann wäre Polar Mohr <strong>am Ende</strong>. Das wirkte:</p>



<p>Jetzt soll eine <strong>Sondersitzung des Stadtparlaments</strong> stattfinden – am <strong>Dienstag, 14. März, um 18.30 Uhr</strong> in der Stadthalle. Da will der Magistrat <strong>durchdrücken</strong>, dass mit den Planungsarbeiten umgehend gestartet werden kann. Vorherige Beratungen in Ausschüssen sind nicht geplant. </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://hk-newsletter.de/2023/02/28/polar-mohr-und-kungelrunden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>15</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Polar Mohr: Blitz-Treffen im Rathaus – Wichtigster Entscheider kommt nicht – Erste Firma springt ab</title>
		<link>https://hk-newsletter.de/2023/02/21/polar-mohr-blitz-treffen-im-rathaus/</link>
					<comments>https://hk-newsletter.de/2023/02/21/polar-mohr-blitz-treffen-im-rathaus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Feb 2023 10:50:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Horn Gunter]]></category>
		<category><![CDATA[Krieger Kurt]]></category>
		<category><![CDATA[Pabst Axel]]></category>
		<category><![CDATA[Stüting Haiko]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hk-newsletter.de/?p=28818</guid>

					<description><![CDATA[Es gibt Neuigkeiten in Sachen Polar Mohr: Am morgigen Mittwoch findet ein Blitz-Treffen im Rathaus statt. Ein wichtiger Entscheider steht nicht auf der Teilnehmerliste. –– Bürgermeister Vogt (CDU) hat das geplante Gewerbegebiet in Diedenbergen damit begründet, dass Unternehmen ihren Sitz nach Hofheim verlegen wollten. Jetzt kommt heraus: Eine Firma, die er nannte, will gar nicht umziehen. –– Ein Rechtsanwalt ruft den Bürgermeister öffentlich auf, mit seinen Unterstellungen aufzuhören: Er sollte besser breiten Konsens in der Stadt schaffen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Es gibt Neuigkeiten rund um Polar Mohr: Bürgermeister Christian Vogt (CDU) hat die Spitzen der Lokalpolitik zu einem Blitz-Treffen ins Rathaus eingeladen. Es geht, na klar, um die geplante Wohnbebauung entlang der Hattersheimer Straße und um ein neues Gewerbegebiet in Diedenbergen. Der wichtigste Entscheider<strong> wird allerdings </strong>wohl <span style="text-decoration: underline" class="underline">nicht</span> teilnehmen. Außerdem: Eine der Firmen, die laut Vogt nach Diedenbergen umziehen würden, will davon nichts wissen. Und: Ein Anwalt ruft den Bürgermeister öffentlich zur Mäßigung auf.</strong></p>



<p>Die Einladung wurde an diesem <strong>Montag um 16.03 Uhr </strong>per E-Mail verschickt und war kurz und knapp gehalten: <strong>Bürgermeister Christian Vogt</strong> lud die Mitglieder des <strong>Magistrats</strong>, den <strong>Stadtverordnetenvorsteher</strong> und die <strong>Vorsitzenden der sieben</strong> <strong>Fraktionen</strong> zu einem <em>„Informationstermin“</em> ein. Vorweg schickte er zwei Sätze:</p>



<p><em>„In der vergangenen Stadtverordnetenversammlung wurde der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. 152 ,Hattersheimer Straße’ vertagt. Die Vertagung wurde begründet mit rudimentären Informationen der aktuellen Rechtspersönlichkeit, offenen Fragen zur Unternehmensfortführung und Interesse am Standort Gewerbepark In der Lach, Diedenbergen, von und durch POLAR Mohr.“</em></p>



<p>Vogt weiter: Polar-Geschäftsführer <a href="https://www.polar-mohr.com/de/presse/199134.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thomas Raab</a> sei bereit, bei dem Treffen weitere Informationen zu geben und Fragen zu beantworten. Termin: <strong>Mittwoch, 22. Februar, um 17.30 Uhr</strong> in Raum Chinon im Rathausanbau.</p>



<p>Das Ziel der Zusammenkunft dürfte klar sein: Polar Mohr hatte, von Insolvenz bedroht, sein 50.000 Quadratmeter großes Grundstück entlang der Hattersheimer Straße an den <strong>Kelkheimer Projektentwickler Horn</strong> verkauft. Der will dort, wenn das Unternehmen eines Tages das Gelände geräumt hat, <strong>einige Hundert Wohnungen</strong> bauen. Zuvor muss der Bebauungsplan geändert werden, was <strong>ein</strong> <strong>längeres bürokratisches Verfahren</strong> ist. Vogt wollte damit ganz schnell starten: Die Stadtverordneten sollten in der vergangenen Woche – <strong>ohne nähere Informationen zu haben</strong> – entsprechende Planungen genehmigen.</p>



<p>Die <strong>Mehrheit im Parlament</strong> wollte da nicht mitziehen und vertagte die Entscheidung (<a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/16/polar-entscheidungen-vertagt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>). Schon am nächsten Tag schickte <strong>Projektentwickler Gunter Horn </strong>einen <a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/Schreiben-Horn.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brief ans Rathaus</a>, der durchaus bedrohlich klang: Hofheims Bürgermeister hatte ihm offenbar zeitliche Zusagen gemacht, die Grundlage für die Verhandlungen mit den Banken waren. Würde das Stadtparlament nicht schleunigst eine Entscheidung treffen, so der Bauunternehmer, könnten seine <strong>Finanzierungspläne platzen </strong>– und Polar Mohr würde womöglich endgültig<strong> in den Abgrund stürzen.</strong></p>



<p>Seither massiert Vogt die Stadtverordneten: Sie sollen sich <strong>geschmeidig</strong> zeigen und seinen Plänen wie auch den <strong>Wünschen des Bauunternehmers</strong> folgen. </p>



<p>Das ist das <strong>Ziel des morigen</strong> <strong>Treffens: </strong>Die Lokalpolitiker sollen <strong>auf Linie gebracht</strong> werden.</p>



<h2 class="has-text-align-left wp-block-heading">Neuer Polar-Mohr-Eigentümer kommt nicht</h2>



<p>Ein Name fehlt auf der Einladungsliste, und das ist die<strong> spannendere Nachricht</strong> hinter der Nachricht vom Rathaus-Treffen: <strong>Nicht anwesend</strong> sein wird demnach der neue zweite Geschäftsführer des Unternehmens, <strong>Haiko Stüting</strong>.</p>



<p>Der Münchener vertritt die österreichische <strong>Investorengruppe</strong> <a href="https://www.sol-capital-management.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SOL Capital Management</a>, die Polar Mohr aufgekauft und damit vor der Insolvenz gerettet hat. Stüting ist zugleich <strong>Geschäftsführer</strong> einer neugegründeten <strong>Polar-Mohr Beteiligungs GmbH</strong>: Diese Firma mit Sitz im bayerischen Steuerparadies Unterhaching ist inzwischen Gesellschafterin – und damit Eigentümerin – der Hofheimer Firma.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="360" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar1.jpg" alt="Plar Mohr
" class="wp-image-28417" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar1.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das einstige Traditionsunternehmen Polar Mohr an der Hattersheimer Straße: Das Grundstück ist verkauft, in ein paar Jahren sollen hier Wohnblocks stehen.</figcaption></figure>
</div>


<p>Stüting ist <strong>der wahre mächtige Mann</strong> bei Polar. Er hat das <strong>Geld</strong> und damit das <strong>Sagen</strong>. Er bestimmt über die <strong>Zukunft des Unternehmens </strong>und damit auch über die <strong>Arbeitsplätze</strong>. Dass er an dem Treffen im Rathaus <strong>nicht</strong> teilnimmt, bei dem es doch um die Zukunft &#8222;seiner&#8220; Firma geht: Das macht <strong>stutzig</strong>.</p>



<p>Hat der Mann <strong>kein Interesse</strong> an einer umfassenden Information der Stadtverordneten?</p>



<p>Das wäre vielsagend – <strong>und</strong> <strong>nicht unbedingt gut für Hofheim</strong>.</p>



<h2 class="has-text-align-left wp-block-heading">Mercedes Flebbe will von einem Umzug nichts wissen</h2>



<p>Noch etwas komplexer ist die Gemengelage rund um das geplante <strong>Gewerbegebiet in Diedenbergen</strong>. Vogts Plan sieht wie folgt aus: Der <strong>Berliner Kurt Krieger </strong>soll auf Wiesen und Feldern ein rund 100.000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet anlegen. Er soll auf einem Drittel der Fläche eines seiner riesigen <strong>Höffner-Möbelhäuser</strong> bauen dürfen – im Gegenzug müsste er <strong>20.000 Quadratmeter für Polar Mohr</strong> schaffen. </p>



<p>Es gibt jede Menge Vorbehalte: Natürlich wird <strong>die</strong> <strong>enorme</strong> <strong>Flächenversiegelung</strong> kritisiert.</p>



<p>Viele Diedenbergener befürchten zudem ein <strong>unerträgliches Verkehrsaufkommen</strong> in ihrem Dörfchen, was jedoch von Vogt (er wohnt mit seiner Familie in <strong>Diedenbergen</strong>, aber zum Glück abseits der Hauptverkehrswege) mit dem lapidaren Satz abgetan wird: Dafür müssten <strong>Lösungen</strong> gefunden werden. </p>



<p>Etliche Geschäftsleute in der Stadt fragen sorgenvoll, ob die Region wirklich ein <strong>weiteres riesiges Möbelhaus </strong>mit all seinen <strong>Kleinkram-Verkaufsständen</strong> braucht. </p>



<p>Im Stadtparlament schließlich herrscht <strong>breite Verunsicherung</strong> Es ist gar nicht sicher, dass Polar Mohr in ein paar Jahren nach Diedenbergen umzieht. Eine <strong>Garantie</strong> gibt&#8217;s nicht: Warum soll die Stadt dann trotzdem <strong>ein gewaltiges Gewerbegebiet</strong> mitsamt ungeliebtem Riesen-Möbelhaus ausweisen?</p>



<p>Vogt wischt alle Bedenken weg, drängt auf schnelle Umsetzung: Er verweist auf <strong>Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen</strong>. Auf Facebook behauptete er am Wochenende sogar: Ohne das neue Gewerbegebiet würden Mehreinnahmen <strong>für wichtige Investitionen</strong> fehlen, <em>„z.B. für den Ausbau der Kita-Versorgung, für die Feuerwehren, für Sport, Vereine und Ehrenamt“.</em> </p>



<p>Wie genau nimmt&#8217;s dieser Bürgermeister eigentlich noch <strong>mit der Wahrheit</strong>?</p>



<p>Etliche Unternehmen, so hatte Vogt zuvor die Stadtverordneten gelockt, würden auf das Gewerbegebiet warten: Sie wollten nach Diedenbergen umsiedeln.</p>



<p>Doch stimmt das wirklich?</p>



<p>Vogt nannte <strong>Mercedes Flebbe</strong>, ein großes Autohaus mit Sitz in Hattersheim, das angeblich nach Hofheim umsiedeln würde, wenn&#8217;s das Gewerbegebiet nur endlich geben würde.</p>



<p>Bei Flebbe aber heißt es auf Nachfrage, ein Umzug nach Diedenbergen stehe derzeit überhaupt <strong><span style="text-decoration: underline" class="underline">nicht</span> zur Diskussion</strong>. Zumal das Unternehmen zum 1. April an das <strong>Neu Isenburger Autohaus Heinrich Göpert</strong> verkauft worden sei.</p>



<p>Entsprechende Hinweise kursieren bereits seit längerer Zeit, ein Leser dieses Blogs hatte in einem Kommentar darauf hingewiesen. Warum Vogt das <strong>Mercedes-Haus </strong>trotzdem als Interessenten für das neue Gewerbegebiet nannte, bleibt sein <strong>Geheimnis</strong>.</p>



<p>Der Wunsch der Mehrheit der Stadtverordneten, <strong>Entscheidungen</strong> nur nach umfassender Information zu treffen, erscheint jedenfalls <strong>angebrachter </strong>denn je.</p>



<h2 class="has-text-align-left wp-block-heading">Anwalt: Sinnvoller wäre ein breiter Konsens</h2>



<p>Bekanntlich hat Bürgermeister Vogt ziemlich ausfällig reagiert, als die Stadtverordneten eine <strong>Vertagung der Entscheidungen </strong>beschlossen (<a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/16/polar-entscheidungen-vertagt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>). Auf Facebook tobte sich der CDU-Mann am Wochenende noch ein bisschen weiter aus: Da <strong>beschuldigte</strong> Vogt die Stadtverordneten des <em>&#8222;politischen Klamauks&#8220;</em> und warf ihnen vor, <strong>das demokratische Miteinander</strong> zu belasten.</p>



<p>Ein nachdenklicher Bürger – <strong>Axel Pabst, Rechtsanwalt</strong> <strong>und Mediator</strong> – kommentierte den Vogt-Post öffentlich unter anderen mit diesen Sätzen:</p>



<p><em>&#8222;Herr Vogt, erst kürzlich bei der Nichtzulassungsbeschwerde zur Vorderheide II haben Sie Ihren eigenen Willen mit Macht gegen die Mehrheit der Stadtverordneten durchgesetzt. Dies hat Sie viel Ansehen und die Stadt viel Geld gekostet.</em></p>



<p><em>Bitte denken Sie darüber nach, ob es nicht sinnvoller wäre, diese großen Projekte im breiten Konsens auf den Weg zu bringen. Und unterstellen Sie den Stadtverordneten dabei nicht, dass sie Ihnen irgendetwas kaputt machen wollen.</em></p>



<p><em>Unterstellen Sie lieber, dass alle gemeinsam mit Ihnen nach der besten Lösung für Hofheim suchen wollen.“</em></p>



<h2 class="has-text-align-left wp-block-heading">Vorderheide II steht für Hofheimer Politik-Stil</h2>



<p>Ach ja, die Vorderheide. Sie ist ein treffliches Beispiel dafür, wie in dieser Stadt Politik gemacht wird – <strong>im Guten wie im Schlechten</strong>. Das war vergangene Woche im Stadtparlament nach der Debatte über Polar Mohr erneut zu erleben.</p>



<p>Wir erinnern uns: Mitten in einem <strong>faktischen Vogelschutzgebiet </strong>wollte die Stadt ein <strong>Villenviertel</strong> errichten lassen. Der <strong>Bund für Natur und Umwelt</strong> klagte dagegen, das Verfahren zog sich über Jahre hin. Nach einer ziemlich eindeutigen Gerichtsentscheidung auf Landesebene gab Vogt – <strong>gegen den ausdrücklichen Willen des Stadtparlaments</strong> – noch einmal viel Geld für Rechtsanwälte aus und zog vors <strong>Bundesverwaltungsgericht</strong>. Anfang dieses Jahres verlor die Stadt auch hier.</p>



<p>Mit der <a href="https://hk-newsletter.de/2023/01/25/entschieden-vorderheide-ist-gerettet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts</a> ist das Baugebiet Vorderheide II tot. <strong>Endgültig</strong>.</p>



<p>Der Schaden für die Stadt summiert sich auf<strong> </strong><a href="https://hk-newsletter.de/2022/10/28/stadt-verballert-unser-geld/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mehr als eine Million Euro.</a></p>



<p>Als letzte Woche das Stadtparlament tagte, wollte die <strong>Opposition</strong> das Thema Vorderheide II endgültig <strong>beerdigen</strong>: Der Magistrat solle dafür sorgen, dass das Gebiet im Flächennutzungsplan nicht länger als <strong>Wohnbaufläche</strong> bezeichnet wird. Vielmehr solle das Gebiet als <em>„Vorranggebiet für Natur und Landschaft“</em> und <em>„ökologisch bedeutsame Flächennutzung“</em> ausgewiesen werden.</p>



<p>Außerdem, so ein zweiter Antrag, solle<strong> Vorderheide II</strong> endlich zum <strong>Vogelschutzgebiet</strong> erklärt werden.</p>



<p>Man könnte glauben, nach dem eindeutigen <strong>Urteil des Bundesverwaltungsgerichts </strong>herrsche Konsens im Stadtparlament zur Zukunft von Vorderheide II. Doch daran scheinen <strong>Hofheims &#8222;Regierungsparteien&#8220;</strong> kein Interesse zu haben, nicht einmal bei einer derart klaren Sachlage: </p>



<p>Die Koalition aus CDU, FDP und FWG hielt die Anträge für <strong>überflüssig</strong>. Das seien doch nur <em>„Schaufensteranträge“</em>, befand FDP-Mann Ralf Weber,<em> „völlig unsinnige Anträge“.</em> Der Mann – er ist Immobilienmakler – meint das vermutlich wirklich ernst. <em>„Wir sollten uns alle Optionen offen halten“</em>, führte er vor dem Plenum der Stadtverordneten aus, es gebe schließlich <em>„ernstzunehmende Fachleute, die sehen das Gebiet als ökologisch nicht so wichtig an“</em>.</p>



<p>Weber erntete nur noch ein <strong>müdes, eher mitleidiges Lächeln</strong>. Die Abstimmung war dann auch eindeutig: Die vereinigte CDU/FDP/FWG lehnte die Anträge ab – kein Vogelschutz, kein Naturschutz, keim Umweltschutz für Vorderheide II.</p>



<p>Doch die Koalition hat im Parlament keine Mehrheit mehr, wenn die Opposition zusammenhält.  <strong>SPD, Grüne, Bürger für Hofheim</strong> und <strong>Linke</strong> setzten ihre Anträge locker durch: 19 dafür, 16 dagegen.</p>



<p>Jetzt muss der <strong>Magistrat</strong> die Forderungen der Opposition umsetzen – wenn er das Stadtparlament <strong>ernst nimmt</strong>&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://hk-newsletter.de/2023/02/21/polar-mohr-blitz-treffen-im-rathaus/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Polar-Investoren gründeten neue Polar-Firma – im Steuerparadies</title>
		<link>https://hk-newsletter.de/2023/02/14/polar-firma-im-steuerparadies/</link>
					<comments>https://hk-newsletter.de/2023/02/14/polar-firma-im-steuerparadies/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2023 17:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Exner Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Fröhlich Egmont]]></category>
		<category><![CDATA[Hegeler Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Kowacs Aaron]]></category>
		<category><![CDATA[Krieger Kurt]]></category>
		<category><![CDATA[Niederkofler Dr. Paul]]></category>
		<category><![CDATA[Stüting Haiko]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hk-newsletter.de/?p=28414</guid>

					<description><![CDATA[Gewaltige politische und wirtschaftliche Eruptionen durchziehen in diesen Tagen Hofheim: Im Zentrum steht das Traditionsunternehmen Polar Mohr, das zuletzt von Investoren übernommen wurde. Um Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen in Hofheim zu halten, will der Magistrat in Diedenbergen ein gewaltiges Gewerbegebiet ausweisen – incl. einem riesigen Möbelhaus. An diesem Mittwoch soll das Stadtparlament entsprechende Beschlüsse fassen. Doch spielen die Investoren überhaupt mit? Sie haben neue Polar-Firmen gegründet – eine Spur führt in ein bayerisches Steuerparadies. Hofheim könnte, wenn die Stadt nicht ganz genau hinschaut, am Ende dumm dastehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Das Traditionsunternehmen Polar Mohr wurde an Investoren verkauft und soll umziehen. Auf dem Firmengelände in der Kernstadt sollen Hunderte neuer Wohnungen gebaut werden. Dafür soll in Diedenbergen ein gewaltiges Gewerbegebiet entstehen, mit einem riesigen Möbelhaus und etwas Platz für Polar… Die Nachrichten überschlugen sich in den letzten Wochen, die Stadtspitze macht seither gewaltig Druck: Bereits an diesem Mittwoch soll das Stadtparlament weitreichende Entscheidungen treffen. Doch blickt überhaupt noch einer richtig durch? Die neue Polar-Eigentümer sind ausgebuffte Sanierungsexperten: Sie haben ein komplexes Polar-Firmenkonstrukt bereits <span style="text-decoration: underline" class="underline">vor</span> Bekanntgabe der Übernahme aufgebaut. Es lohnt sich, genauer hinschauen: Eine Spur führt in ein bayerisches Steuerparadies. Die Stadt Hofheim könnte am Ende das Nachsehen haben.</strong></p>



<p>Die Persuastraße zählt zu den teureren Pflastern in München. Sie ist eine direkte Verbindung zwischen&nbsp;Residenzstraße und&nbsp;Theatinerstraße, eine reine Fußgängerstraße in allerfeinster Lage der bayerischen Landeshauptstadt.</p>



<p>In Haus Nr. 5 befinden sich die Amtsräume einer Notarin. Hier fand kurz vor dem Jahreswechsel ein Treffen statt, das bis nach Hofheim ausstrahlen sollte – auf unabsehbare Zeit:</p>



<p>Es war am 27. Dezember, als die 51-jährige Sandra G. bei der Notarin eine Vollmacht der <strong>„Blitzstart Holding AG“</strong> vorlegte: Sie wollte bei einer Firma namens <strong>„Blitz 22-970 GmbH“</strong> – es handelte sich um eine dieser sogenannten &#8222;Vorratsgesellschaften&#8220;, die für eilige Firmengründungen verwendet werden – wichtige Änderungen notariell beurkunden lassen:</p>



<p>Der Firmenname sollte in <strong>„Polar-Mohr Beteiligungs GmbH“</strong> abgeändert werden. Als Geschäftsführer sollte fortan <strong>Haiko Stüting</strong>, geboren 1979 in München, fungieren. Und als neuer Firmensitz wurde das bayerische Kleinstädtchen <strong>Unterhaching</strong> angegeben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230215-Polar-Mohr-gross.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="431" height="640" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230215-Polar-Mohr-gross.jpg" alt="20230215 Polar Mohr gross" class="wp-image-28516" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230215-Polar-Mohr-gross.jpg 431w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230215-Polar-Mohr-gross-202x300.jpg 202w" sizes="(max-width: 431px) 100vw, 431px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild hat die Polar Mohr-Üressestelle herausgegeben.</figcaption></figure>
</div>


<p>Damit sind wir mittendrin im heißen und bisweilen recht undurchsichtigen Poker um <strong>&#8222;Polar Mohr&#8220;</strong>, dem Hofheimer Traditionsunternehmen, das in eine bedrohliche Schieflage geraten ist und sich jetzt eine neue Zukunft erhofft. Seit gut anderthalb Monaten werden nahezu im Wochenrhythmus Nachrichten verkündet, die aufbauend klingen sollen und doch immer neue Fragen aufwerfen.</p>



<p>Zugleich drängelt die Stadtspitze, dass wichtige Entscheidungen möglichst umgehend – noch in dieser Woche! – getroffen werden müssten:</p>



<p>Ende Dezember hieß es, der Projektentwickler Horn aus Kelkheim habe das komplette Polar-Mohr-Firmengelände an der Hattersheimer Straße gekauft: Die Gewerbeflächen müssten jetzt für den Wohnungsbau freigegeben werden – schnellstens!</p>



<p>Im Januar hieß es dann, für Polar Mohr sei ein neuer Standort gefunden worden: Weite Wiesen und Felder in Diedenbergen – sie müssten nur noch zu Gewerbeflächen umgewandelt werden, ein riesiges Möbelhaus gebe es obendrein, es müsse allerdings schnell gehen, ganz schnell!</p>



<p>Und jetzt, im Februar, wurde ein neuer Eigentümer für Polar Mohr präsentiert, der sich mit markigen Worten vorstellte: Die Zukunft des Unternehmens sei gesichert, man werde die Marktführerschaft weltweit weiter stärken und ausbauen. Die Pressemitteilung klingt wie eine Lautsprecher-Durchsage: Branchenleader! Produktivitätssteigerung! Innovationsführerschaft! Die 300 Jobs will man angeblich retten; nur wer genau hinschaut erfährt: Die Arbeitsplätze sollen &#8222;<em>im Rahmen des Betriebsübergangs erhalten&#8220;</em> bleiben. Was danach passiert? Offen.</p>



<p>Da stellen sich schon viele Fragen. Doch Hofheims Stadtspitze wirkt wie auf Speed, versucht hektisch Druck zu machen. Schon in dieser Woche, an diesem Mittwochabend, sollen die Stadtverordneten Entscheidungen treffen, die angeblich unumgänglich seien. Es gehe um Arbeitsplätze! Um Wohnungen! Um mindestens sechsstellige, in der Summe auch siebenstellige Gewerbesteuer-Einnahmen! </p>



<p>Zeit zum Nachdenken wird nicht gewährt, genaueres Hinschauen ist nicht möglich! Das allerdings ist bei einer so gravierenden und folgenschweren Sachlage immer verdächtig:</p>



<p>Blicken die im Rathaus überhaupt noch richtig durch? Wissen sie eigentlich, was bei Polar Mohr läuft?</p>



<p>Hofheim hat schlechte und vor allem teure Erfahrungen mit der unüberlegten Unterstützung von Unternehmen gemacht. Was bahnt sich hier an?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo ist all das viele Geld aus Grundstücksdeal Nr. 1?</h2>



<p>Wir müssen ein wenig zurückschauen, um das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen wie politischen Eruptionen erfassen zu können:</p>



<p>Erst Corona, dann Zulieferprobleme – diese Krisen-Ballung, so heißt es, habe Polar Mohr im Herbst letzten Jahres in die Knie gezwungen. Kenner der lokalen Wirtschaft formulieren die Gründe für den Firmen-Absturz hingegen so: Notwendige Anpassungen an sich verändernde Marktbedingungen seien zu zögerlich angegangen worden.</p>



<p>Es ist eine vornehme Umschreibung für langanhaltendes Managementversagen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="360" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar4.jpg" alt="20230204 Polar4" class="wp-image-28416" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar4.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/02/20230204-Polar4-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Zwei Firmen auf einem Gelände: Polar Mohr fand einen Investor, die Zukunft von Dienst ist noch nicht klar. </figcaption></figure>
</div>


<p>Polar Mohr, 1906 als Adolf Mohr Maschinenfabrik gegründet, stellt Papierschneidemaschinen her, die Produkte sind in vielen Ländern im Einsatz. Ein typisches Familienunternehmen: Im Handelsregister finden sich mehr als ein Dutzend Namen aus der Mohr-Sippschaft. Nimmermüde feiert man sich als <em>„Weltmarktführer für Schneidemaschinen“.</em></p>



<p>2011 übernahm Polar Mohr die<strong> „Dienst Verpackungstechnik GmbH“</strong> in Hochheim, die 2020 auf das Firmengelände nach Hofheim umzog. Rund 70 Mitarbeiter bauen Maschinen, mit denen Pappkartons hergestellt werden, beispielsweise Pizzaschachteln. Auch hier klingt die Selbstdarstellung beeindruckend: Man sei <em>„Premiumhersteller“</em> und <em>„anerkannter Partner international führender Produzenten und Großkonzerne“.</em></p>



<p>Große Worte. Zum Überleben reichten sie nicht.</p>



<p>Es ist gerade mal eineinhalb Jahr her, es war im Oktober 2021, als Polar Mohr ein früheres Firmengelände („Werk II“) an der Homburger Straße versilberte. Auf dem 8.000 Quadratmeter großen Gelände will jetzt ein Projektentwickler aus Essen mehr als 100 Wohnungen errichten. Polar Mohr dürfte einen satten Millionenbetrag kassiert haben.&nbsp;</p>



<p>Der Geschäftsführer versprach umgehend: Das Geld <em>„bleibt im Unternehmen“.</em></p>



<p>Damals hieß es auch, Polar Mohr habe 450 Mitarbeiter. Heute, ein Jahr später, ist von 380, manchmal auch nur von 360 Mitarbeitern die Rede.</p>



<p>Wo ist all das viele Geld geblieben? Und wo sind all die Leute hin?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Für 20.000 m² Firmengelände werden 100.000 m² Natur geopfert</h2>



<p>Im Herbst letzten Jahres rutschte das Unternehmen in die Insolvenz, rettete sich unter einen staatlichen Schutzschirm, das Arbeitsamt übernahm für einige Monate die Lohnzahlungen. Ein Heer von Rechtsanwälten, Steuerexperten und Beratern fiel in das Unternehmen ein. Gesucht wurde nach einem Ausweg aus der Krise.</p>



<p>Kurz vor Weihnachten wurde dann der Verkauf des kompletten Werksgeländes an den Kelkheimer Projektentwickler Horn verkündet, der dort Hunderte Wohnungen bauen möchte. Für Polar Mohr bedeutete das: Noch mehr Millionen-Einnahmen! Aber das war natürlich keine Lösung mehr: Ein Unternehmen unterm Schutzschirm, das sein Tafelsilber verhökert hat und kein Grundstück mehr besitzt – wie soll’s denn jetzt weitergehen?</p>



<p>„Wie Kai aus der Kiste&#8220; tauchte da, im Januar war&#8217;s,<strong> Kurt Krieger</strong> auf. Der Berliner Milliardär, inzwischen 74 Jahre alt, hatte vor etlichen Jahren in Diedenbergen jede Menge Land „eingesammelt“: Er wollte dort eines seiner Höffner-Möbelhauser errichten, die Politik aber war damals strikt dagegen. Krieger bewies langen Atem, es sollte sich lohnen: Jetzt endlich soll er die Wiesen und Felder in wertvolles Gewerbegebiet umwandeln dürfen.</p>



<p>Wir haben den Plan der Stadtspitze unlängst <a href="https://hk-newsletter.de/2023/01/26/moebelhaus-in-diedenbergen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vorgestellt</a>: Kurt Krieger soll auf 100.000 Quadratmeter Grünland ein neues Gewerbegebiet anlegen. Auf einem Drittel der Fläche darf er ein riesiges Möbelhaus errichten. Im Gegenzug muss er Platz schaffen für ein neues Polar-Mohr-Firmengelände, wofür rund 20.000 Quadratmeter benötigt werden. </p>



<p>Ein tieferer Sinn dieser Planung ist bis heute nicht erkennbar: Polar Mohr benötigt nur 20.000 Quadratmeter – ein Neubau hätte mithin locker auf einer Teilfläche des heutigen Firmengeländes realisiert werden können, das immerhin rund 50.000 Quadratmeter umfasst.</p>



<p>Warum müssen jetzt zusätzlich 100.000 Quadratmeter Grün geopfert werden?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="648" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung.jpg" alt="20230126 Krieger Planung" class="wp-image-28194" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung.jpg 1000w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung-300x194.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/01/20230126-Krieger-Planung-768x498.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Mitten im Grünen – so stellte man sich im Rathaus das neue Gewerbegebiet in Diedenbergen vor. Auf der größten Fläche – blau unterlegt – soll ein Höffner-Möbelhaus entstehen.</figcaption></figure>
</div>


<p>Angesichts der gigantischen Ausmaße des Projektes – bei gleichzeitig größtmöglichem Handlungsdruck durch die Stadtspitze – mutet es etwas putzig an, wenn die neugegründete Hofheimer Ortsgruppe im <a href="http://www.bund-main-taunus.de/index.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland</a> (BUND) darauf hinweist: Im geplanten Gewerbegebiet würden Hamster leben, weshalb vor einer kurzfristigen Beschlussfassung <em>&#8222;dringend eine artenschutzrechtliche Überprüfung stattfinden“</em> solle.</p>



<p>Man möchte darüber schmunzeln: Können Hamster wirklich die gewaltigen Pläne für ein neues Gewerbegebiet bedrohen?</p>



<p>Aber dann erinnern wir uns: Vorderheide II, das Villenviertel auf dem Kapellenberg, das vor allem die CDU unbedingt durchsetzen wollte, scheiterte nicht zuletzt, weil sich dort <a href="https://hk-newsletter.de/2021/12/15/vorderheide-ii-gerichtsentscheidung/">ein kleiner Piepmatz</a> heimisch fühlt…</p>



<h2 class="wp-block-heading">Investoren bauten komplexes Firmenkonstrukt auf </h2>



<p>Während sich der schlichte Hofheimer verwundert die Augen reibt – Polar Mohr verkauft kurzerhand sein komplettes Firmengelände, Tage später &#8222;entdeckt&#8220; die Stadtspitze ein riesiges Gewerbegebiet, wo das Traditionsunternehmen hinziehen und zugleich ein monumentales Möbelhaus entstehen soll –, waren die Investoren hinter den Kulissen bereits ein paar Schritte weiter:&nbsp;</p>



<p>An dem Tag, an dem <strong>Bürgermeister Christian Vogt</strong> die Pläne für das Gewerbegebiet verkündete – es war der 26. Januar –, tätigte Haiko Stüting einen größeren Einkauf. Wir kennen den Mann: Seit dem Termin bei der Münchener Notarin – siehe oben – ist er Geschäftsführer der <strong>„Polar-Mohr Beteiligungs GmbH“</strong>.</p>



<p>In dieser Funktion erwarb er jetzt bei einem Notar in Frankfurt eine weitere &#8222;leere&#8220; Vorratsgesellschaft namens <strong>„Platin 2337. GmbH“</strong>. Stüting ließ sich auch hier als Geschäftsführer eintragen und gab der Firma den neuen Namen <strong>„Polar Cutting Technologies GmbH“</strong>.</p>



<p>Zwei neue <strong>Polar-Firmen</strong> binnen eines Monats. Und keiner hat was mitgekriegt?</p>



<p>Nur eine Woche später, wir haben Anfang Februar, folgte der Donnerschlag: „<em>Österreichischer Investor kauft Polar Mohr“</em> titelten diverse <a href="https://www.print.de/allgemein/polar-wird-von-finanzinvestor-sol-capital-uebernommen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachmagazine</a>.</p>



<p>Neuer Eigentümer des Hofheimer Traditionsunternehmens, so hieß es, sei die <strong>„SOL Capital Management GmbH“ </strong>mit Sitz in Wien. Dahinter stehen drei Männer: <strong>Dr. Paul Niederkofler</strong>, <strong>Egmont Fröhlich</strong> – und der uns inzwischen gut bekannte <strong>Haiko Stüting</strong>. Es sind erfahrene Sanierungsexperten, die unbemerkt von der Öffentlichkeit und innerhalb weniger Wochen  ein komplexes Firmenkonstrukt für Polar Mohr zusammengeschustert hatten:</p>



<p>Das einstige Traditionsunternehmen wurde übertragen auf die soeben neugegründete <strong>„Polar Cutting Technologies GmbH“ </strong>(AG Frankfurt, HRB 128337).</p>



<p>Gesellschafter – also Eigentümer – dieser Firma ist die<strong> „Polar-Mohr Beteiligungs GmbH“</strong> mit Sitz in Unterhaching (AG München, HRB 280409).</p>



<p>Diese Firma gehört einer <strong>„SOL Polar Beteiligungs GmbH“</strong>: Diese dritte neue Polar-Firma war kurz vor Weihnachten in Wien gegründet worden (Firmenbuchnummer: FN 595231 s).</p>



<p>Gesellschafter dieser Firma wiederum ist eine <strong>„SOL-Drei EuVECA GmbH &amp; Co KG“ </strong>in Wien (Firmenbuchnummer: FN 565317 z).</p>



<p>Und über dieser Firma steht, quasi als Muttergesellschaft, die <strong>&#8222;Sol Capital Management GmbH</strong>&#8220; (Firmenbuchnummer: FN 554999 a).</p>



<p>Die Wiener Firmen haben ihren Sitz am Möllwaldplatz 3/TOP 9. Hier, in allerbester Lage der Hauptstadt Österreichs, laufen jetzt alle Fäden der einstigen Hofheimer Traditionsfirma Polar Mohr zusammen.</p>



<p><strong>„Dienst“</strong> ist übrigens nicht im Verkaufspaket enthalten. Für die 70 Mitarbeiter hält die Ungewissheit an. Eine Firmen-Pressemitteilung enthält für sie gerade mal zwei karge Sätze: Die Sanierung im Schutzschirmverfahren dauere an. „<em>Hier laufen die Gespräche mit Interessenten auf Hochtouren weiter.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">In Unterhaching können Unternehmen viel Geld sparen</h2>



<p>Das recht aufwendig anmutende Firmenkonstrukt dürfte unternehmerische und vor allem steuerliche Gründe haben und insoweit nicht unnormal sein. Wobei sich natürlich eine Frage stellt:</p>



<p>Warum wurde neben den neuen Polar-Firmen in <strong>Hofheim/Frankfurt</strong> und <strong>Wien</strong> noch eine dritte Polar-GmbH in <strong>Bayern</strong> gegründet, die dann auch noch aus der quirligen Metropole <strong>München</strong> ins beschauliche <strong>Unterhaching</strong> verlegt wurde?</p>



<p>Die Erklärung könnte ganz einfach sein:</p>



<p>Die bayerische 25.000-Seelen-Gemeinde hat ihren Gewerbesteuer-Hebesatz drastisch heruntergeschraubt, auf derzeit <strong>295</strong>. Damit zählt Unterhaching zu den Kommunen in Deutschland, in denen Unternehmen relativ wenig Gewerbesteuer zahlen müssen.</p>



<p>Beim Hebesatz handelt es sich um einen Multiplikator zur Berechnung der Steuerhöhe, den die Kommunen selbst festlegen können. In Hofheim liegt er bei <strong>370</strong>. &nbsp;</p>



<p>Zum Vergleich: In Eschborn – diese Gemeinde gilt als hessische Steueroase – liegt der Gewerbesteuer-Hebesatz bei <strong>330</strong>.</p>



<p>Aus Sicht von Investoren macht es also durchaus Sinn, eine Firmenzentrale in das bayerische Steuerparadies Unterhaching zu verlegen. So lässt sich ziemlich viel Geld sparen.</p>



<p>Wenn&#8217;s denn so kommt im Fall Polar: Dann stünde Hofheim leider ziemlich dumm dar. Aber würde uns das wirklich überraschen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Bürgerbeteiligung – dafür Kungelrunden</h2>



<p>An diesem Mittwoch müssen sich die Stadtverordneten mit den Plänen der Rathausführung befassen (ab 18 Uhr, Stadthalle). Sie sollen zustimmen, dass ein Bebauungsplan für die Hattersheimer Straße aufgestellt wird, und sie sollen den aufwendigen Planungsweg für das Gewerbegebiet Diedenbergen mit dem riesigen Möbelhaus ebnen.</p>



<p>Das Ganze auch noch Dalli dalli, bitte!</p>



<p>Im Vorfeld zeichnete sich ab, dass die meisten Stadtverordneten die Vorschläge des Magistrats nahezu kniefällig hinnehmen wollen. Lediglich die Linken zeigen sich kritisch-distanziert, im Kern geht’s ihnen darum:</p>



<p>Das heutige Firmengelände an der Hattersheimer Straße solle weiterhin für Gewerbe zur Verfügung stehen; für neue Wohnungen sei schließlich das Baugebiet Marxheim II/Römerwiesen vorgesehen, dessen Planung endlich vorangetrieben werden müsse. Und überhaupt: Bei der künftigen Nutzung und Gestaltung des Polar-Mohr-Firmengeländes sollten die Bürger gehört werden, per echter Bürgerbeteiligung, dies unter Einbeziehung des nahen Grundstücks an der Elisabethenstraße, wo <strong>CDU-Bürgermeister Christian Vogt</strong> – bekanntlich gegen den Willen vieler Bürger – ein Hotel errichtet sehen möchte.</p>



<p>Nur am Rande: Inzwischen wird aus der Stadtspitze gestreut, dass Hofheim eigentlich ein neues, ein viel größeres Rathaus bräuchte. Vielleicht also doch kein Hotel an der Elisabethenstraße, dafür lieber ein neues Bürogebäude? Aber das ist jetzt ein wirklich ein anderes Thema&#8230;</p>



<p>Es ist das Schicksal der Linken, dass ihre Anträge von der Mehrheit der Stadtverordneten regelmäßig weggewischt werden. Damit ist auch an diesem Mittwoch im Stadtparlament zu rechnen. Die kleine Fraktion hat deshalb nachgelegt, was nicht unbedingt mehr Erfolg verspricht: Wenn Wohnungsbau entlang der Hattersheimer Straße, dann mindestens die Hälfte geförderter Wohnungsbau. Also bezahlbare Wohnungen.&nbsp;</p>



<p>Die Grünen wehklagten angesichts des schwer nachvollziehbaren Handlungsdrucks durch die Stadtspitze: <em>„Wir wollen nicht wieder geschubst und gedrängelt werden“</em>, sagt die <strong>Stadtverordnete Bettina Brestel</strong>. Wohnungen an der Hattersheimer Straße: Damit kann sich die Partei noch abfinden. Aber ein riesiges Gewerbegebiet auf Wiesen und Felder: Damit tut man sich schwer, fürchtet allerdings, als Anti-Polar-Fraktion und Arbeitsplatzvernichter gebrandmarkt zu werden.</p>



<p>Zeit zum Nachdenken und für offene Diskussionen will die Stadtspitze nicht gewähren. Das hat inzwischen sogar auch die Lokalzeitung aufgeschreckt: Sie verlangt mehr Transparenz. <em>„Es kann nicht sein, dass alles in einer kleinen, sich nicht öffentlich treffenden Runde weniger Stadtverordneter ausgekungelt wird.“</em></p>



<p>Wie wenig Einblick die Stadtverordneten haben, verrät eine Frage von <strong>Aaron Kowacs</strong>. Der junge SPD-Chef wollte letztens wissen, ob es eigentlich Garantien seitens Polar gebe. Die neue Firmenleitung <em>„könnte ja plötzlich bekunden, doch nicht in den Gewerbepark Diedenbergen ziehen zu wollen.“</em></p>



<p>Die Stadtführung zog blank. <em>„Der Erhalt des Standorts steht im Fokus auch der neuen Polar-Geschäftsführung“</em>, befand Stadtrat Exner laut Lokalzeitung. Das war natürlich keine Antwort, aber aussagekräftig genug:</p>



<p>Es gibt keine Garantien. Allein die Investoren entscheiden über die Zukunft von Polar. Sie haben dabei nicht die Interessen der Kreisstadt Hofheim im Blick. Sondern allein ihre eigenen.</p>



<p>Vielleicht zieht das Unternehmen eines Tages nach Diedenbergen. Vielleicht aber auch nicht&#8230;</p>



<p>Dann hätte sich die Stadt Hofheim ziemlich verzockt.</p>



<p>Aber sie hätte ein riesiges Möbelhaus, mitten auf grüner Wiese&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://hk-newsletter.de/2023/02/14/polar-firma-im-steuerparadies/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>11</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
