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	<title>von Eck Nadine &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
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	<title>von Eck Nadine &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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		<title>Danke, Ihr Damen! So flunkert Hofheim beim Innenstadt-Image</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kurjak Karl]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<category><![CDATA[von Eck Nadine]]></category>
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					<description><![CDATA[Hofheims Stadtverwaltung hat eine Umfrage zur Situation der Innenstadt machen lassen und verbreitet seither: "Passanten sind mit der Hofheimer Innenstadt zufrieden". Ein Blick in die Datenbank der Untersuchung aber zeigt: Die Umfrage war alles andere als repräsentativ. Es waren vor allem Frauen  befragt worden, die eine bestimmte Altersgrenze überschritten hatten. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hofheims Innenstadt präsentiert sich in diesen Tagen richtig rosig, und das liegt nicht nur an prächtig blühenden Kirschbäumen. Die Stadtverwaltung hat eine angeblich große und bestimmt nicht billige Umfrage machen lassen: Das Ergebnis beweise, dass Hofheim „eine Wohlfühlstadt“ sei, frohlockt Bürgermeister Christian Vogt seither auf der Rathaus-Webseite. Wir haben uns das Datenmaterial etwas genauer angeschaut – es ist ernüchternd: <strong>Vogt flunkert, wenn er die</strong></strong><strong><strong> Umfrage-Ergebnisse als repräsentativ darstellt.</strong></strong> <strong>Befragt worden waren vor allem Frauen über 50.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Idee klang eigentlich <strong>prima</strong>: Die Menschen in Hofheim sollten bei einer Umfrage <strong>ihre Innenstadt </strong>bewerten. Was finden sie dort <strong>gut</strong>, was <strong>weniger</strong> <strong>gut</strong>? Und welche <strong>Wünsche</strong> und <strong>Anforderungen</strong> haben sie an das Zentrum der Stadt <strong>für die Zukunft</strong>?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorgehensweise ist <strong>bewährt</strong>: Wenn man herausfinden will, ob <strong>individuelle Ansichten</strong> wirklich <strong>repräsentativ</strong> sind, können Umfragen helfen. Mit ihnen lassen sich <strong>belastbare</strong> <strong>Aussagen</strong> über die Meinung breiterer Bevölkerungsschichten treffen. Das wiederum&nbsp;kann <strong>Politikern</strong> und <strong>Geschäftsleuten</strong> als <strong>Grundlage</strong> <strong>für</strong> <strong>wichtige</strong> <strong>Entscheidungen</strong> dienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Umfrage – eine durchweg <strong>positive</strong> Sache also. Eigentlich&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzte <strong>große Umfrage </strong>in Hofheim hatte vor knapp anderthalb Jahren auf Facebook stattgefunden: In der <a href="https://www.facebook.com/groups/125504704267921" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gruppe „Wir in Hofheim“</a> (aktuell fast 13.200 Mitglieder) hatte <strong>Moderator Karl Kurjak</strong> gefragt, wie das städtische Grundstück <strong>Elisabethenstraße 3</strong> (früher: Stadtbücherei) künftig genutzt werden sollte. Sagenhafte <a href="https://www.facebook.com/groups/125504704267921/search/?q=umfrage" target="_blank" rel="noreferrer noopener">716 Stimmen</a> wurden abgegeben, 308 von ihnen (44 Prozent) sprachen sich für eine <strong>Markthalle</strong> aus. Ein eindeutiges Votum! Für ein neues <strong>Hotel</strong>, das <strong>Bürgermeister Vogt</strong> dort unbedingt gebaut sehen will, stimmten nur 28 Teilnehmer (3 Prozent).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann ein solches Ergebnis ernst nehmen:<strong> 716 Teilnehmer</strong> bei einer Umfrage in einer Kleinstadt – das ist schon eine <strong>beeindruckende</strong> <strong>Größenordnung</strong>. Andererseits: Die Auswahl der Teilnehmer war <strong>rein</strong> <strong>zufällig</strong> und damit <strong>beliebig</strong>, eine solche Umfrage liefert allenfalls <strong>ein grobes Stimmungsbild</strong>. Dem muss man nicht unbedingt<strong> Konsequenzen </strong>folgen<strong> </strong>lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Richtig <strong>belastbare</strong> <strong>Aussagen</strong> bekommt man nur bei einer <strong>repräsentativen</strong> <strong>Umfrage</strong>: Dafür muss die <strong>Stichprobe</strong> – also die Auswahl der Teilnehmer – möglichst exakt mit der <strong>Grundgesamtheit</strong> – in unserem Fall: mit der Bevölkerung Hofheims – übereinstimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gilt zudem: Bei <strong>kleineren</strong> <strong>Stichproben</strong> steigt die Wahrscheinlichkeit für statistische Fehler, die sogenannte <strong>Irrtumswahrscheinlichkeit</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umfrage: zu viele Frauen über 50 – zu wenig Männer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende letzten Jahres hatte Hofheims Stadtverwaltung eine Umfrage mit dem propperen Titel <strong>&#8222;Vitale Innenstädte 2022“</strong> machen lassen. Sie sollte, wie gesagt, herausfinden, was die <strong>Hofheimerinnen</strong> <strong>und</strong> <strong>Hofheimer</strong> an ihrer Innenstadt mögen – und was nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist auf der <a href="https://www.hofheim.de/wirtschaft/vitale-innenstaedte-2022.php" target="_blank" rel="noopener">Rathaus-Webseite</a> nachzulesen, was dabei herauskam: <strong>Passanten</strong> hätten die Innenstadt mit der <strong>Note 2,3</strong> bewertet. Für <strong>Mobilität</strong> mit Bus und Bahn, für <strong>Sauberkeit</strong>, für <strong>Sicherheit</strong> und für <strong>Familienfreundlichkeit</strong> habe man sogar die <strong>Note 1-2</strong> bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind wirklich schöne Zahlen. Der <strong>Bürgermeister</strong> nahm die Umfrage prompt zum Anlass,<strong> sich und die Seinen</strong> zu loben: <em>„Das bestärkt uns in unseren Bemühungen“</em>, teilte er beifallheischend mit. Und befand: <em>„Hofheim ist eine Wohlfühlstadt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">An letzterem wollen wir <strong>nicht</strong> <strong>zweifeln</strong>, wirklich nicht. Aber taugt die städtische Umfrage <strong>als</strong> <strong>Beleg</strong> für eine solche Einschätzung? Wohl kaum! Wenn wir uns die Zahlen genauer anschauen, stellen wir schnell fest: <strong>Die</strong> <strong>befragte</strong> <strong>Personengruppe</strong> war alles andere als repräsentativ. Man könnte sogar vermuten, die Passanten seien <strong>gezielt</strong> ausgesucht worden, um <strong>das „richtige“ Ergebnis</strong> zu bekommen: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durchgeführt worden war die Umfrage von dem <strong>Marktforschungs-Unternehmen IFH Köln</strong>. Das hatte an einem Donnerstag und an einem Samstag im <strong>November letzten Jahres</strong> insgesamt<strong> 410 Menschen</strong> in der Kreisstadt befragen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„410 Passanten bei knapp 40.000 Einwohner sind nur etwa 1%“, </em>notierte <strong>Nadine von Eck</strong> kürzlich bei Facebook.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es klang <strong>ernüchtert</strong>, völlig zu recht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwerer wiegt: Die<strong> Interviewer</strong> hatten offenbar vor allem <strong>ältere Damen</strong> angesprochen. In einem uns vorliegenden Bericht zur Umfrage wird das <strong>&#8222;Profil eines typischen Innenstadtbesuchers“ </strong>genannt: Demnach waren <strong>überwiegend</strong> <strong>Frauen</strong> befragt worden – am Donnerstag waren sie im Schnitt <strong>57 Jahre alt</strong>, am Samstag immerhin noch <strong>50</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <strong>Durchschnittsalter</strong> der befragten Passanten lag damit bei <strong>53,9 Jahren</strong>. In anderen Kommunen, in denen das Kölner Institut ähnliche Umfragen durchgeführt hatte, waren die Passanten deutlich jünger: <strong>im Schnitt 47,7 Jahre</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Frauenanteil</strong> bei der Hofheimer Umfrage betrug <strong>68,8 Prozent</strong>. In den anderen Kommunen lag er fast zehn Prozent niedriger: bei „nur“ <strong>59,2 Prozent</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/04/Umfrage-20230424.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/04/Umfrage-20230424.jpg" alt="Umfrage
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</div>


<h2 class="wp-block-heading">Flunker-Zahlen machen Lokalpolitiker froh</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterschiede sind also <strong>erheblich</strong>. Aber da zeigt sich Hofheims Bürgermeister<strong> schmerzfrei</strong>. Über Facebook ließ er verbreiten, dass <strong>90 Prozent der Befragten</strong> die Innenstadt <strong>attraktiver</strong> oder <strong>gleich</strong> <strong>attraktiv</strong> fänden, bei vergleichbaren Städten dagegen<em> &#8222;lag dieser Wert bei nur 74 Prozent.&#8220;</em> Er unterschlägt, dass in den anderen Kommunen <strong>mehr jüngere Passanten</strong> und <strong>mehr Männer</strong> befragt worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vogt flunkert. Er denkt vermutlich, das merkt keiner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens beträgt der <strong>Anteil der Frauen an der Hofheimer Gesamtbevölkerung</strong> laut <a href="https://statistik.hessen.de/unsere-zahlen/bevoelkerung" target="_blank" rel="noopener">Statistischem Landesamt</a> fast <strong>50 Prozent</strong>. Der Frauen-Anteil bei der Umfrage lag dagegen bei <strong>fast</strong> <strong>70 Prozent</strong>: Da passt doch was nicht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <strong>Durchschnittsalter aller Hofheimer </strong>liegt bei knapp über <strong>44 Jahren</strong>. Bei der Umfrage in Hofheim wurden aber vor allem Passanten befragt, die im Schnitt <strong>fast zehn Jahre älter</strong> sind: Warum?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der ausgewählten Personengruppe dürfte das <strong>Umfrage-Ergebnis</strong> nicht sonderlich überraschen: Gewünscht werden <strong>mehr Geschäfte zum Shoppen und Bummeln</strong>. <strong>Kunst</strong> und <strong>Kultur, Sport </strong>und<strong> Spiele </strong>gebe es hingegen genug in der Stadt, meinten die meisten Befragten. Stattdessen solle es mehr <strong>Orte zum Verweilen</strong> geben, also Parks, Plätze, Sitzgelegenheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind die Wünsche von <strong>Frauen über 50</strong> an Hofheims Innenstadt. Die <strong>Stadtspitze</strong> dürfte sich bei den Damen herzlich bedanken: <strong>Satte Zufriedenheit</strong> mit dem Ist-Zustand – das gefällt  <strong>Lokalpolitikern</strong>. Den Bürgermeister inspirierten die Flunker-Zahlen, <strong>fröhlich und</strong> <strong>faktenfrei</strong> zu fabulieren: <em>„Der Mix aus Kultur, Bildung und Handel steigert die Attraktivität und die Verweildauer.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umfrage lässt eine derart allgemeinplätzige Bewertung nicht zu. Die Ergebnisse der <strong>Kölner</strong> <strong>Volksbefragung</strong> sind zu bewerten wie Karl Kurjaks Facebook-Umfragen. Nimmt man sie ernst, muss eine <strong>Markthalle</strong> her, und das Hotel an der Elisabethenstraße ist endgültig tot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wären <strong>mehr jüngere Leute </strong>und mehr Männer befragt worden: Das Ergebnis der Umfrage wäre garantiert <strong>anders</strong> ausgefallen. Vor allem hätten wir<strong> </strong>auf die Fragen, wie Hofheimerinnen und Hofheimer ihre<strong> Innenstadt</strong> sehen, <strong>ehrliche und belastbare Antworten</strong> bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vermutlich war das<strong> nicht gewollt</strong>.</p>
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