<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Vogdt Christian &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
	<atom:link href="https://hk-newsletter.de/tag/vogdt-christian/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://hk-newsletter.de</link>
	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
	<lastBuildDate>Sat, 10 Jan 2026 10:45:35 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2020/10/cropped-logo_hk_newsletter2-1-32x32.jpg</url>
	<title>Vogdt Christian &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
	<link>https://hk-newsletter.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Vertrauliches Protokoll aufgetaucht: Exerzitienhaus ein Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt?</title>
		<link>https://hk-newsletter.de/2024/11/17/exerzitienhaus/</link>
					<comments>https://hk-newsletter.de/2024/11/17/exerzitienhaus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Nov 2024 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Exner Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Federbusch Stefan]]></category>
		<category><![CDATA[Kolar Thorsten]]></category>
		<category><![CDATA[Vogdt Christian]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hk-newsletter.de/?p=49493</guid>

					<description><![CDATA[Ein herrlicher Gebäudekomplex in allerfeinster Lage von Hofheim steht seit Jahr und Tag leer: Das Exerzitienhaus der Franziskaner  - was passiert eigentlich damit? Wir haben uns auf die Suche nach einer Antwort gemacht. Und fanden: das Protokoll eines Treffens im Hofheimer Rathaus, das potenziellen Investoren zur vertraulichen Information ausgehändigt wird. Es macht deutlich: Es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass dort oben auf dem Kapellenberg eines Tages Luxusimmobilien entstehen. Das Exerzitienhaus ist wohl zum Spekulationsobjekt geworden, die Patres müssen nur ein wenig Geduld haben... ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:19px"><strong>Ein herrlicher Gebäudekomplex in allerfeinster Lage von Hofheim steht seit Jahr und Tag leer: Das Exerzitienhaus der Franziskaner  &#8211; was passiert eigentlich damit? Wir haben uns auf die Suche nach einer Antwort gemacht. Und fanden: das Protokoll eines Treffens im Hofheimer Rathaus, das potenziellen Investoren zur vertraulichen Information ausgehändigt wird. Es macht deutlich: Es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass dort <strong>oben <strong>auf dem Kapellenberg</strong> </strong>eines Tages Luxusimmobilien entstehen. <strong>Das Exerzitienhaus ist wohl zum Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt</strong> geworden, die Patres müssen nur ein wenig Geduld haben&#8230; </strong></p>



<p>Der Mann, der das Exerzitienhaus  <strong>im Auftrag der Franziskaner</strong> verkaufen soll, ist <strong>ein lokaler CDU-Politiker</strong> und heißt &#8211; Tusch! &#8211; <strong>Christian Vogdt</strong>.</p>



<p>Sie lesen richtig: <strong>Christian Vogdt</strong> &#8211; er schreibt seinen Nachnamen mit <strong>&#8222;dt&#8220;</strong>. Der Mann ist vor wenigen Tagen <strong>58 Jahre alt</strong> geworden, einen <strong>Doktortitel</strong> hat er übrigens auch.</p>



<p><strong>Aufatmen! </strong>Die Rede ist diesmal <strong>nicht</strong> von<strong> Christian Vogt</strong> (45), dem Hofheimer Bürgermeister&#8230;</p>



<p><strong>Dr. Christian Vogdt</strong> ist Immobilienmakler und Projektentwickler in der münsterländischen Kleinstadt <strong>Senden</strong> (20.000 Einwohner), <strong>gut drei Autostunden von Hofheim entfernt.</strong> Mit seinem Immobilienbüro, das er <strong>vor 25 Jahren</strong> gegründet hat, entwickelt er nach eigenen Angaben <em>&#8222;die richti­gen Pers­pektiven für Spezial­immobilien&#8220;</em>.</p>



<p>Auf der Webseite seiner <a href="https://www.immobilius.de/" target="_blank" rel="noopener">Immobilius GmbH</a> schreibt Herr Vogdt <strong>unter einem schönen Foto des Hofheimer Exerzitienhauses</strong>, er sei <em>&#8222;exklusiv mit der Wahrnehmung der Verkäuferinteressen sowie mit der Entwicklung bzw. Vermarktung der Flächen an&nbsp;diesem Standort betraut&#8220;.</em> Und damit das auch niemand missversteht, fügte er noch den Satz hinzu: <em>&#8222;Alle Gespräche mit interessierten Investoren führen wir DIREKT. Dritte Anbieter sind/werden nicht autorisiert.&#8220;</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Screenshot-Immobilius.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="436" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Screenshot-Immobilius.jpg" alt="Screenshot Immobilius" class="wp-image-49500" style="width:640px;height:auto" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Screenshot-Immobilius.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Screenshot-Immobilius-300x204.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Screenshot von der Webseite der Immobilius GmbH: Der münsterländische Makler versucht, für das Exerzitienhaus einen Käufer zu finden.</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Mit dem Alleinauftrag</strong> geht Herr Vogdt bald <strong>in das dritte Jahr</strong>. Und es ist festzustellen: Erkennbar vorangekommen ist er<strong> noch nicht.</strong> Die <strong>Lokalzeitung</strong> hat das Thema <strong>auf Wiedervorlage</strong> gelegt und serviert ihren Lesern alle paar Monate <strong>die immer gleiche Information</strong>:</p>



<p><em>&#8222;Franziskaner haben noch keinen Käufer für ihr Exerzitienhaus&#8220;</em>, lautete eine Überschrift im <strong>Kreisblatt vom 17. April 2023.</strong></p>



<p>Zehn Monate später, im <strong>Februar dieses Jahres</strong>, titelte das Blatt: <em>&#8222;Noch kein Käufer für Exerzitienhaus&#8220;.</em></p>



<p>Und wiederum ein paar Monate später, im <strong>September</strong>, bekamen die Zeitungsleser <strong>die alte Nachricht erneut </strong>vorgesetzt: <em>&#8222;Franziskaner finden keinen Käufer&#8220;</em>.</p>



<p>Der <strong>Neuigkeitswert</strong> solcher Berichte hält sich naturgemäß in Grenzen,<strong> für einen gewissen Unterhaltungswert</strong> sorgt allenfalls, wie die Redaktion die Schließung des Exerzitienhauses <strong>als bischöfliches Versagen</strong> anprangert: Die Chance, das Haus <em>&#8222;weiter als Zentrum der Glaubens-Stärkung zu nutzen&#8220;</em>, sei <strong>vom Bistum Limburg </strong>nicht genutzt worden.</p>



<p>Ja, das ist <strong>ein interessanter Gedanke:</strong> Warum öffnet <strong>das reiche Bistum Limburg</strong> &#8211; Bilanzvolumen Ende 2021: <strong>1,3 Milliarden Euro</strong> &#8211; nicht einfach <strong>seine goldene Schatulle</strong> und lässt den Franziskanern <strong>ein paar Milliönchen</strong> zukommen? Auf der Suche nach Erklärungen für <strong>die Knausrigkeit der Kirche</strong> fabuliert das Kreisblatt <strong>munter</strong> drauflos:</p>



<p><em>&#8222;Ob allein der sinkenden Einnahmen aufgrund abhanden gekommener Kirchensteuerzahler wegen, oder weil der Glaube fehlt, dass das mit dem Weitersagen im Auftrag eines gewissen Jesus noch gelingt, fragen sich die einen&#8220;, während für andere &#8222;Rückzug und Schließung angesichts des Glaubensschwunds ohnehin die einzig vernünftige Reaktion in diesen Zeiten&#8220; sei.</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-scaled.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-1024x576.jpg" alt="Exerzitienhaus" class="wp-image-49505" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-1024x576.jpg 1024w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-300x169.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-768x432.jpg 768w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-1536x864.jpg 1536w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Gebaeude-1-2048x1152.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</div>


<p><strong>Die verschwurbelten Formulierungen</strong> können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen: <strong>Die Zukunft des Exerzitienhauses</strong> hat herzlich wenig mit <strong>Gott, Glauben oder Glaubensschwund</strong> zu tun.</p>



<p><em>„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“</em> &#8211; auf diese griffige Kurzformel hatten es einst <strong>die Autoren der Bibel</strong> gebracht, nachzulesen bei <a href="https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us6%2C24" target="_blank" rel="noopener">Matthäus (6,24)</a> oder auch bei <a href="https://www.bibleserver.com/EU/Lukas16%2C13" target="_blank" rel="noopener">Lukas (16,13)</a>. So sollte auch hier klar sein:</p>



<p>Beim Verkauf des Hofheimer Exerzitienhauses geht es<strong> nicht um Gott</strong> und auch <strong>nicht um einen gewissen Jesus</strong>.</p>



<p>Es geht <strong>allein um Geld</strong>.</p>



<p>Und zwar <strong>um sehr viel Geld.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Exerzitienhaus: Brandschutz kostet Millionen</h2>



<p><strong>Vor fast hundert Jahren &#8211; 1926 &#8211; </strong>wurde das Exerzitienhaus von den Franziskanern erbaut. Der Altbau ist voll unterkellert und erstreckt sich <strong>über drei Vollgeschosse</strong> und ein ausgebautes <strong>Dachgeschoss</strong>. In den Jahren <strong>1979/1980</strong> wurde ein Querriegel mit <strong>Kapelle</strong> und <strong>Aula</strong> angebaut.</p>



<p>In den etwas <strong>mehr</strong> <strong>als 50 Zimmern</strong> stehen <strong>rund 80 Betten</strong>. Es gibt mehrere <strong>Tagungs- und Gruppenräume,</strong> Gesprächszimmer, Büros, <strong>Speisesäle</strong> und diverse <strong>Küchenräume</strong>. Im Kellergeschoß finden wir eine<strong> Bier- und Weinklause</strong>, gegenüber ist ein <strong>Fernsehraum</strong>&#8230;</p>



<p><strong>2005/06</strong> wurde noch einmal umgebaut. Aus dieser Zeit stammt ein <strong>Eintrag im Grundbuch</strong>: Das <strong>Bistum Limburg </strong>hatte demnach den Franziskanern <strong>eine Million Euro </strong>zukommen lassen. Kein Geschenk. <strong>Ein</strong> <strong>Darlehen</strong>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Grundbuchauszug-Blatt-7889-Hofheim-28.10.2021-1000.jpg"><img decoding="async" width="1000" height="379" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Grundbuchauszug-Blatt-7889-Hofheim-28.10.2021-1000.jpg" alt="Grundbuchauszug Blatt 7889 Hofheim 28.10.2021 1000" class="wp-image-49530" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Grundbuchauszug-Blatt-7889-Hofheim-28.10.2021-1000.jpg 1000w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Grundbuchauszug-Blatt-7889-Hofheim-28.10.2021-1000-300x114.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Grundbuchauszug-Blatt-7889-Hofheim-28.10.2021-1000-768x291.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick ins Grundbuch des Exerzitienhauses: Das Bistum hatte den Franziskanern schon mal mit einem Darlehen über eine Million Euro beigestanden.</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>So schön die Anlage</strong> von außen auch aussieht, das Problem liegt <strong>in ihrem Inneren:</strong> Die Behörden verlangen<strong> umfangreiche Brandschutzmaßnahmen</strong>. Das ist bei einem so großen Objekt, man kann es sich gut vorstellen,<strong> bestimmt nicht billig</strong>.</p>



<p>Von eine Million, auch <strong>von zwei Millionen Euro</strong> war die Rede &#8211; vor Jahren. Für die Franziskaner wurde es einfach<strong> zu teuer.</strong></p>



<p>Also dann: <strong>verkaufen!</strong></p>



<p>Eine <strong>Initiative Hofheimer Bürger</strong> versuchte noch, den <strong>Erhalt und Weiterbetrieb des Exerzitienhauses</strong> zu sichern &#8211; als <em>&#8222;konfessionsunabhängiges Haus der Stille und Achtsamkeit&#8220;</em>. <strong>Keine Chance! </strong>Angesichts des <strong>hohen Kaufpreises</strong> warf die Initiative recht schnell <strong>das Handtuch</strong>: <em>&#8222;Ein wirtschaftlicher Betrieb des Hauses als spirituelles und gemeinnütziges Tagungshaus&#8220;</em> sei<em> &#8222;nicht mehr möglich&#8220;.</em></p>



<p>Die Patres zogen <strong>Ende 2022</strong> aus. Seitdem steht <strong>das Gebäude leer.</strong> Der Zugang zur Parkanlage ist <strong>abgesperrt</strong>.</p>



<p>Nur <strong>ein</strong> <strong>Gärtner</strong>, sagen Nachbarn, lasse sich ab und zu blicken.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-Ausblick.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="360" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-Ausblick.jpg" alt="Exerzitienhaus Ausblick" class="wp-image-49510" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-Ausblick.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-Ausblick-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Lage des Exerzitienhauses oben auf dem Kapellenberg ist traumhaft. Von hieraus geht der Blick weit über Hofheim hinaus.</figcaption></figure>
</div>


<p>Letztens trafen wir <strong>einen Projektentwickler</strong>, der an dem Objekt <strong>ernsthaft interessiert</strong> war. Von der <strong>Immobilius GmbH </strong>hatte er daraufhin <strong>einige Megabyte an Unterlagen</strong> bekommen: Grundrisse, Baubeschreibungen, Fotos&#8230; Dazu jede Menge <strong>Brandschutzpapiere</strong>: ein <em>&#8222;Bericht über die Prüfung  der lüftungstechnischen Anlage&#8220;</em> (<strong>6 Seiten</strong>) aus dem Jahr <strong>2018</strong>, eine <em>&#8222;Brandschutztechnische Gesamtbetrachtung&#8220;</em> (<strong>74 Seiten</strong>) aus <strong>2019</strong>, ein <em>&#8222;Brandschutztechnischer Maßnahmenkatalog&#8220;</em> (<strong>17 Seiten</strong>) aus <strong>2021</strong>&#8230;</p>



<p><strong>Die</strong> <strong>Lage </strong>und auch <strong>das Gebäude begeisterten</strong> den Investor: <em>&#8222;Fantastisch!&#8220;</em> Dennoch fällt<strong> sein Urteil ernüchternd</strong> aus: &#8222;<em>Die Preisvorstellungen der Franziskaner sind maßlos überzogen.&#8220;</em></p>



<p><strong>Der Investor </strong>sagt, es gehe um <strong><em>&#8222;um die 15 Millionen</em>&#8222;.</strong></p>



<p>In Worten: <strong>Fünfzehn Millionen!</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Makler: Angemessener Erlös muss erzielt werden</h2>



<p>Wir sprachen darüber mit <strong>Christian Vogdt</strong>, dem Immobilienmakler. Er zeigte sich erst einmal <strong>entsetzt</strong> darüber, dass ein <strong>Kaufinteressent</strong> die ihm zur Verfügung gestellten <strong>Maklerunterlagen</strong> weitergegeben hat: Diese seien <em>&#8222;absolut vertraulich&#8220;</em> und nur &#8222;<em>dazu gedacht, das individuelle Investitionsvorhaben abzuklären&#8220;.</em></p>



<p>Dass er <strong>noch keinen Käufer</strong> für das Objekt gefunden hat, <strong>beunruhigt ihn weniger: </strong>Man befinde sich, so formuliert es Herr Vogdt <strong>maklerisch geschmeidig,</strong>&nbsp;<em>&#8222;in einer konjunkturellen Situation, in der seit Monaten eine gewisse Zurückhaltung und Orientierungsphase am Markt zu spüren sei&#8220;</em>.&nbsp; <strong>Eine adäquate Nutzung</strong> zu finden, das brauche <strong>Zeit</strong>, <em>&#8222;und die nehmen wir uns&#8220;.</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/liegenschaftskarte_v._2000.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="707" height="1000" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/liegenschaftskarte_v._2000.jpg" alt="liegenschaftskarte v. 2000" class="wp-image-49539" style="width:250px" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/liegenschaftskarte_v._2000.jpg 707w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/liegenschaftskarte_v._2000-212x300.jpg 212w" sizes="(max-width: 707px) 100vw, 707px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Zum Vergrößern bitte anklicken: Diese amtliche Liegenschaftskarte macht erkennbar, wie groß das Grundstück der Franziskaner ist.</figcaption></figure>
</div>


<p>Die angeblich geforderten <strong>15 Mio </strong>will er <strong>nicht bestätigen</strong>. Bei seinen <strong>Gesprächen mit Investoren</strong> nenne er <strong>keinen Kaufpreis</strong>, versichert er: <em>&#8222;Wir hören uns die Kaufpreisvorstellungen im Zusammenhang mit den jeweiligen Nutzungsüberlegungen an.&#8220;</em> Soll heißen: <strong>Ein Interessent</strong> soll erst einmal sagen, was er <strong>mit dem Grundstück vorhat</strong> und wie viel er zu zahlen bereit ist. Dann sieht man weiter.</p>



<p><strong>Viel Geld</strong> wird auf jeden Fall fließen müssen: Den <strong>Franziskanern</strong>, sagt Herr Vogdt, sei das Grundstück <strong>für ihre Zwecke</strong> zur Verfügung gestellt worden. <em>&#8222;Und jetzt geht es darum, einen angemessenen Erlös zu erzielen, um die Arbeit der Franziskaner weiter finanzieren zu können.&#8220;</em></p>



<p><strong>Weitere Details</strong> will er zum jetzigen Zeitpunkt <strong>nicht nennen</strong>: <em>&#8222;Wir kommunizieren nicht den Stand unserer Verhandlungen, sondern nur Lösungen.&#8220;</em> Alles andere, sagt er, <em>&#8222;befeuert die Diskussionen in eine falsche Richtung&#8220;.</em></p>



<p>Und auch das noch einmal, damit das <strong>absolut klar</strong> ist: <strong>Die Preise</strong>, von denen geredet werde, seien &#8222;<em>reine Gerüchteküche&#8220;</em>.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Pater: Wir sind für viele Optionen offen</h2>



<p>Auch <strong>Bruder Stefan</strong> spricht nicht gerne über Geld. <strong>Neun Jahre lang</strong> leitete er das Hofheimer Exerzitienhaus und wechselte nach dessen Schließung <strong>in die Münchener</strong> <strong>Zentrale der Deutschen Franziskanerprovinz</strong>, deren stellvertretender Leiter er heute ist. Er versichert: <em>&#8222;Es ist uns ein Anliegen, dass mit dem Exerzitienhaus <em>etwas</em></em> <em>geschieht, was zur Geschichte des Hauses und zu uns Franziskanern passt.&#8220;</em></p>



<p>Und weiter: &#8222;<em>Es ist uns nicht egal, was mit dem Gelände passiert.&#8220;</em>&nbsp;</p>



<p>Und dann sagt er auch: <em>&#8222;Wir wollen das Haus nicht unter Preis abgeben.&#8220;</em></p>



<p>Das wüssten wir gerne<strong> etwas genauer</strong>: Wie viel ist denn <strong>&#8222;nicht unter Preis&#8220;?</strong></p>



<p>An dieser Stelle endet des Paters <strong>Bereitschaft zur Auskunft:</strong> <em>&#8222;Es ist schwierig, über unser Geld zu sprechen.&#8220;</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-geschlossen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="360" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-geschlossen.jpg" alt="Exerzitienhaus geschlossen" class="wp-image-49511" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-geschlossen.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Exerzitienhaus-geschlossen-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Eingang zum Traumgrundstück am Kreuzweg 23 ist verschlossen, das Objekt ist verwaist. </figcaption></figure>
</div>


<p>Nur so viel: <strong>Die Einnahmen aus dem Verkauf</strong> würden gebraucht, denn unter den <strong>200 Franziskanern in Deutschland</strong> gebe es viele ältere Brüder (<em>&#8222;allein 90 sind über 80&#8220;</em>), für deren Pflege man aufkommen müsse. Zudem bestehe an vielen der <strong>27 Franziskaner-Standorte</strong> in Deutschland<strong> Investitionsbedarf</strong>. <em>&#8222;Wir müssen uns zukunftsfähig aufstellen, werden bestimmt nicht alle Standorte <em>auf Dauer </em>,bespielen&#8216; können.&#8220;</em></p>



<p>Man sei <strong>mit vielen Leuten</strong> im Gespräch, beteuert Bruder Stefan, man habe auch <strong>bei verschiedenen sozialen Trägern</strong> vorgesprochen: <strong>Keiner</strong> könne das Geld aufbringen. Letztlich, sagt <strong>der Franziskaner</strong> schließlich, letztlich hänge alles <strong>davon</strong> <strong>ab</strong>, <strong>was die Stadt dort genehmig</strong>t.</p>



<p><em>&#8222;Wir sind für viele Optionen offen.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Protokoll: Nichts ist ausgeschlossen</h2>



<p>Wenn <strong>das sanierungsbedürftige Gebäude</strong> unbedingt <strong>erhalten</strong> bleiben soll: Wäre hier vielleicht eine <strong>schicke</strong> <strong>Privatklinik</strong> denkbar? Eine <strong>noble Privatschule</strong> mit Internat? Eine <strong>feudale</strong> <strong>Seniorenwohnanlage</strong>? Oder ein <strong>exklusives</strong> <strong>Hotel?</strong></p>



<p><strong>Der Projektentwickler </strong>winkt ab: <em>&#8222;Das wird sich bei dem Kaufpreis und bei den notwendigen Umbaukosten niemals rechnen.&#8220;</em></p>



<p>Sein Vorschlag: Ein Investor müsste mit einem <strong>Abrissbagger</strong> anrücken. <strong>Weg mit dem Exerzitienhaus! </strong>Danach müsste das<strong> 12.019 Quadratmeter große Grundstück</strong> komplett umgestaltet werden &#8211; zum Beispiel <strong>für Villengrundstücke</strong>&#8230;</p>



<p>Es gibt allerdings<strong> ein Problem</strong>: Das Grundstück ist als <strong>&#8222;Gemeinbedarfsfläche&#8220; </strong>ausgewiesen. Das sind Flächen, die <strong>für öffentliche und soziale Zwecke</strong> vorgesehen sind.&nbsp;Sie dürfen in der Regel<strong> nicht für private Zwecke</strong> genutzt oder bebaut werden.</p>



<p>Die <strong>Lokalzeitung</strong> gab vor, es ganz genau zu wissen: <em>&#8222;Eine Umwidmung für Wohnraum, um hier, direkt unterhalb des Waldes, weitere Luxus-Immobilien zu bauen, ist nicht realistisch.&#8220;</em></p>



<p>Wenn sie sich <strong>da nur nicht irrt!</strong></p>



<p>Uns liegt <strong>ein</strong> <strong>Dokument</strong> vor, das bisher <strong>sorgsam unter Verschluss</strong> gehalten wurde: Es ist das <strong>Protokoll eines Gesprächs</strong>, zu dem sich Ende 2021 <strong>Christian Vogdt </strong>als Vertreter der Franziskaner und <strong>Christian Vogt</strong> als Hofheims Bürgermeister im Rathaus trafen. Mit dabei: <strong>Deutschlands Franziskaner-Chef Pater Cornelius Bohl</strong> und <strong>Bruder Stefan Federbusch</strong> sowie Hofheims damaliger <strong>Erster Stadtrat Wolfgang Exner</strong> und der städtische <strong>Wirtschaftsförderer Thorsten Kolar</strong>.</p>



<p>Im Nachhinein verfasste <strong>Herr Vogdt</strong> ein Protokoll &#8211; Überschrift: &#8222;<em>Exerzitienhaus der Franziskaner in Hofheim &#8211; Sondierung Rahmenbedingungen für Nachnutzung&#8220;</em>.&nbsp;In dem Papier findet sich diese Passage: <em>&#8222;Die Stadt hat aktuell kein eigenes Interesse an einer Zuführung freier Grundstücksflächen an diesem Standort zu einer Wohnnutzung. </em></p>



<p><em>&#8222;Aktuell&#8220;</em> &#8211; das Wort lässt aufhorchen! Das Wort hat <strong>Christian Vogdt</strong> (mit &#8222;dt&#8220;) bestimmt <strong>nicht ohne Absicht</strong> aufgenommen. <strong>Nur sieben Buchstaben</strong>, aber sie transportieren <strong>eine wichtige Botschaft für potenzielle Investoren:</strong></p>



<p>Wenn<strong> &#8222;aktuell&#8220;</strong> erst der <strong>Vergangenheit</strong> angehört, wenn das Exerzitienhaus <strong>lange genug leer </strong>gestanden hat, wenn sich <strong>keine Nutzung für soziale Zwecke</strong> findet und <strong>der</strong> <strong>Verfall</strong> <strong>unübersehbar</strong> wird:</p>



<p>Was bleibt der Stadt dann anderes übrig, als <strong>das Traumgrundstück für Wohnhäuser</strong> freizugeben?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage-1024x768.jpg" alt="Parkanlage" class="wp-image-49516" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage-1024x768.jpg 1024w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage-300x225.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage-768x576.jpg 768w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage-1536x1152.jpg 1536w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2024/11/Parkanlage-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine großzügige Parkanlage direkt unterhalb des Stadtwaldes umgibt das Haus der Franziskaner.</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Entsprechende Überlegungen</strong> müssen auch bei dem <strong>Vogdt- &amp; Vogt-Treffen</strong> zur Sprache gekommen sein. Eine <strong>Umwidmung der Gemeinbedarfsfläche </strong>wurde erörtert und<strong> keineswegs verworfen</strong>. Der Makler notierte:<em> &#8222;Bei größeren baulichen Veränderungen wird seitens der Stadt die Notwendigkeit eines B-Plans gesehen.&#8220;</em></p>



<p>In dem Gesprächsprotokoll, das <strong>potenzielle Investoren</strong> einsehen dürfen, hat Christian Vogdt <strong>weitere Gesprächsergebnisse </strong>festgehalten. Es sind wichtige Botschaften für <strong>interessierte Investoren:</strong></p>



<p><em>&#8222;Die Stadt Hofheim hat selbst kein Erwerbsinteresse.&#8220;</em></p>



<p><em>&#8222;Bei Nutzungsänderungen sind Fragen der verkehrlichen Erschließung zu thematisieren.&#8220;</em></p>



<p>Und auch das ist heutzutage <strong>eine wichtige Information für mögliche Investoren:</strong> <em>&#8222;Eine Baumschutzsatzung besteht nicht.&#8220;</em></p>



<p>So ist das <strong>Exerzitienkloster wohl zum Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt </strong>geworden: Die Franziskaner müssen nur <strong>Geduld</strong> haben &#8211; wenn eines Tages <strong>ein Investor</strong> kommt, der den geforderten Kaufpreis zahlen kann und <strong>ein</strong> <strong>Villengebiet</strong> zu bauen verspricht, werden sich die Lokalpolitiker <strong>kaum verschließen</strong> <strong>können.</strong></p>



<p>Das dürfte dann in Hofheim <strong>niemanden überraschen</strong>! Eine Mehrheit der gewählten Stadtverordneten, wir erinnern uns, hatte über Jahre hinweg <strong>davon geträumt</strong>, Luxusvillen auf dem Kapellenberg zu errichten &#8211; ganz in der Nähe, mitten im <strong>Vogelschutzgebiet Vorderheide II</strong>. Für <strong>Planung und juristische Durchsetzung </strong>wurden mehr als <strong>eine</strong> <strong>Million Euro</strong> Steuergelder ausgegeben. Erst das <strong>oberste deutsche Verwaltungsgericht</strong> konnte <a href="https://hk-newsletter.de/2023/01/25/entschieden-vorderheide-ist-gerettet/">die Pläne stoppen</a>.</p>



<p>Was in <strong>Vorderheide II nicht erlaubt</strong> war, könnte eines Tages am <strong>Kreuzweg 23 möglich</strong> werden: <strong>ein kleines feines Villenviertel</strong> <strong>hoch oben am Kapellenberg</strong>.</p>



<p>Wenn <strong>das Exerzitienhaus</strong> nur lange genug leer gestanden hat: <strong>Wer wollte dann noch dagegen sein?</strong></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://hk-newsletter.de/2024/11/17/exerzitienhaus/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>7</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
