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	<title>Bender Julius &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
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	<title>Bender Julius &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<item>
		<title>Gigantische Halle vor Wallau: So wurden die Stadtverordneten ausgetrickst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bender Julius]]></category>
		<category><![CDATA[Ewald Nina]]></category>
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		<category><![CDATA[Philipp Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
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					<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor: Eine Halle, die größer ist als zehn nebeneinanderliegende Fußballfelder - und dabei so hoch wie ein sechs- bis siebengeschossiges Wohnhaus. Eine Halle mit diesen gigantischen Ausmaßen soll vor den Toren Wallaus errichtet werden. Der Magistrat hat das Projekt bereits abgenickt, nun sollen die Stadtverordneten den Bebauungsplan durchwinken, und zwar zügig! Hinter dem Vorhaben verbirgt sich jedoch mehr als nur die Planung eines riesigen Bauwerks: Es wirft Fragen über das Vorgehen der lokalen Politik auf. Denn die Art und Weise, wie dieses Projekt vorangetrieben wird, nährt den Verdacht, dass Hofheims Lokalpolitiker vom Magistrat ziemlich dreist hinters Licht geführt wurden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:19px"><br><strong>Stellen Sie sich vor: Eine Halle, die größer ist als zehn nebeneinanderliegende Fußballfelder &#8211; und dabei so hoch wie ein sechs- bis siebengeschossiges Wohnhaus. Eine Halle mit diesen gigantischen Ausmaßen soll am Rande von Hofheim, vor den Toren Wallaus, errichtet werden. Der Magistrat hat das Projekt bereits vor Tagen abgenickt, nun sollen die Stadtverordneten einen entsprechenden Bebauungsplan durchwinken, und zwar zügig! Hinter dem Vorhaben verbirgt sich jedoch mehr als nur die Planung eines riesigen Bauwerks: Es wirft Fragen über das Vorgehen der lokalen Politik auf. Denn die Art und Weise, wie dieses Projekt vorangetrieben wird, nährt den Verdacht, dass Hofheims Lokalpolitiker vom Magistrat ziemlich dreist hinters Licht geführt wurden.</strong></p>



<p>Wenn Sie von Diedenbergen nach Wallau fahren, liegt auf der rechten Seite der <strong>Diedenbergener Straße</strong> &#8211; amtlich: Kreisstraße K875 &#8211; das<strong> Gewerbegebiet Wallau-Ost</strong>.</p>



<p>Direkt gegenüber, auf der linken Straßenseite, sehen Sie <strong>grüne Wiesen und Felder</strong> &#8211; noch. Schon bald sollen dort <strong>Bagger und Baufahrzeuge</strong> anrollen:</p>



<p>Der Flächennutzungsplan, eine Art <strong>verbindliche Langzeitplanung</strong> für Kommunen, sieht an dieser Stelle <strong>ein rund 13 Hektar großes Gewerbegebiet</strong> vor. Dass dieses bisher nicht realisiert wurde, obwohl doch angeblich<strong> dringend Gewerbeflächen</strong> in Hofheim benötigt werden, schrieb die Stadt stets den <strong>Eigentümern der Grundstücke </strong>zu. Die meisten wollten ihr Land nicht abgeben, hieß es im Rathaus. Und wer verkaufen wollte, habe <strong>Mondpreise</strong> aufgerufen, unbezahlbar.</p>



<p>Aber plötzlich haben die Eigentümer doch verkauft, und jetzt soll hier das <strong>Gewerbegebiet Wallau-Ost III</strong> entstehen. Mittendrauf soll ein <strong>„Multi-Business-Hub“</strong> errichtet werden &#8211; so werden die Giga-Hallen genannt, die <strong>flexibel aufteilbar</strong> sind und deshalb von den unterschiedlichsten <strong>Speditions- und Produktionsfirmen</strong> aus Branchen wie Logistik und Gewerbe, Forschung und Entwicklung genutzt werden können.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-III-Karte1-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="578" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-III-Karte1-1.jpg" alt="Wallau Ost III Karte1 1" class="wp-image-57675" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-III-Karte1-1.jpg 1000w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-III-Karte1-1-300x173.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-III-Karte1-1-768x444.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Luftaufnahme aus dem <a href="https://www.geoportal.hessen.de/" target="_blank" rel="noopener">Geoportal Hessen</a> zeigt den Ort Wallau (links) und das Gewerbegebiet Wallau-Ost. Rot umrandet: Auf dieser Fläche soll das neue Gewerbegebiet mit der Giga-Halle entstehen.</figcaption></figure>
</div>


<p>Hinter dem Projekt steht die <a href="https://www.langundcie-ffm.de/" target="_blank" rel="noopener">Lang &amp; Cie. Real Estate AG</a>, eine deutschlandweit operierende <strong>Projektentwicklungsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt. </strong>Das Unternehmen wurde vor gut 20 Jahren gegründet und hat sich eigenen Angaben zufolge auf die <em>„Entwicklung und Realisierung von anspruchsvollen Immobilienprojekten“</em> spezialisiert. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es, man habe Projekte mit einem <strong>Volumen von zwei Milliarden</strong> realisiert, darunter die <strong>Deutsche Börse</strong> in Eschborn, die Europazentrale von <strong>Nintendo</strong> in Frankfurt und das Logistikzentrum von<strong> Villeroy &amp; Boch</strong> im Raum Koblenz.</p>



<p>Was den <strong>Experten im Hofheimer Rathaus</strong> <strong>mitsamt der städtischen Wirtschaftsförderun</strong>g – verantwortlich: CDU-Bürgermeister Vogt – in vielen Jahren nicht gelungen ist, kriegten <strong>die Macher von Lang &amp; Cie.</strong> offenbar in kürzester Zeit gewuppt:</p>



<p>Die Eigentümer haben ihre Grundstücke <strong>verkauft</strong>. Der Frankfurter Projektentwickler konnte sich alle benötigten Flächen <strong>sichern</strong>.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Lang-Cie-Webseite.jpg"><img decoding="async" width="640" height="398" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Lang-Cie-Webseite.jpg" alt="Halle" class="wp-image-57655" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Lang-Cie-Webseite.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Lang-Cie-Webseite-300x187.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Screenshot der Webseite von Lang &amp; Cie. Erster Eindruck: Der Projektentwickler mag den großen Auftritt. Er schreibt, er habe bereits Projekte für zwei Milliarden Euro realisiert.</figcaption></figure>
</div>


<p>Jetzt fehlt nur noch der <strong>Bebauungsplan</strong>, über den das Stadtparlament entscheiden muss &#8211; dann kann die <strong>Giga-Halle mit 67.000 Quadratmetern vermietbarer Fläche </strong>gebaut werden. Die Stadtverordneten sollen <strong>einen entsprechenden Beschluss</strong> fassen, und zwar &#8211; wenn&#8217;s nach dem Willen von <strong>Bürgermeister Christian Vogt </strong>(CDU) und seinen <strong>Planungsdezernenten Daniel Philipp</strong> (Grüne) geht &#8211; bitte <strong>husch-husch</strong>.</p>



<p><strong>Fragen</strong> dürfen noch gestellt werden, selbstverständlich. Ob es auch <strong>Antworten</strong> gibt: offen.</p>



<p>Es soll mal wieder <strong>alles ganz schnell </strong>gehen.</p>



<p>Grund genug, wachsam zu bleiben und <strong>genau hinzuschauen</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausmaße der neuen Halle werden gigantisch</h2>



<p>Vorab ein schneller Rundgang: Der regionale <strong>Energieversorger Süwag</strong> plant, hinter Marxheim ein <a href="https://hk-newsletter.de/2023/07/14/neues-aus-hofheim/#alles-neu20230715">Rechenzentrum</a> zu errichten. Die Halle soll <strong>50 Meter lang</strong> und mit Aufbauten fast <strong>20 Meter hoch</strong> werden. Dafür müssen <strong>1,2 Hektar bester landwirtschaftlicher Fläche</strong> planiert werden. Für die meisten Hofheimer Stadtverordneten ist das k<strong>ein Problem</strong>.</p>



<p>Ein anderes Projekt: Ein Unternehmen namens <strong>Amprion</strong> verlegt eine <strong>Höchstspannungsleitung</strong> von der Nordsee bis ins Rhein-Main-Gebiet und muss dafür gewaltige <strong>Konverterhallen</strong> errichten, jede einzelne <strong>rund</strong> <strong>180 Meter lang, 30 Meter breit und bis zu 26 Meter hoch</strong>. Hofheim ist unmittelbar betroffen: Im Gespräch sind Standorte in <strong>Langenhain, Diedenbergen oder Wallau</strong>. Da das Vorhaben vielen Bürgern sauer aufstoßen dürfte, gibt sich Hofheims CDU überraschend <strong>umweltbewusst</strong>: Die Riesenhallen auf Hofheimer Gebiet hätten „<em>negative Auswirkungen auf die lokale Flora und Fauna“</em>, schrieben die Christdemokraten in einer <a href="https://www.openpetition.de/petition/online/standortveraenderung-der-stromtrasse-rhein-main-link" target="_blank" rel="noopener">Anti-Amprion-Petition</a>. Außerdem werde <em>„der ökologische Wert unserer Umgebung vermindert und die vorhandenen Naturschutz- und Wasserschutzgebiete zerstört“.</em></p>



<p>Und jetzt soll ein<strong> „Multi-Business-Hub“</strong> kommen. So gigantisch groß, dass <strong>Rechenzentrum</strong> und <strong>Konverterhallen</strong> dagegen fast wie <strong>kleine</strong> <strong>Lagerhallen</strong> wirken dürften.</p>



<p><strong>In</strong> <strong>Miniaturformat</strong> gibt es ein ähnliches Bauwerk übrigens schon in Hofheim: Es nennt sich <strong>„Multimini Hofheim“</strong> und steht am Ortsausgang von Diedenbergen. Bei der Eröffnung Mitte 2022 verkündete Hofheims Bürgermeister <strong>vollmundig</strong>:<em> „Mit dem Multimini Hofheim bieten wir kleinen und mittelständischen Firmen neuen Raum für ihre Geschäftstätigkeit in einem attraktiven Umfeld.“ </em>Vogt sprach von einem <em>„Handwerkerpark“</em> und suggerierte damit, dass er<strong> Platz für lokale Schreiner, Elektriker und kleine Baufirmen</strong> geschaffen habe &#8211; er, der Bürgermeister, kümmere sich schließlich <strong>um die kleinen Leute</strong>…</p>



<p>Inzwischen haben sich Vogts Sprüche , wieder einmal,<strong> als Blendwerk</strong> erwiesen. Im „Handwerkerpark“ haben sich <strong>fast</strong> <strong>ausschließlich überregionale Unternehmen</strong> eingemietet, die von hier aus ihre Produkte überallhin ausliefern. Der „Multimini Hofheim“ wurde inzwischen von dem <strong>weltweit agierenden Vermögensverwalter Schroder Real Estate</strong> (Sitz: Frankfurt) für den Immobilienfonds <a href="https://www.schroders.com/de-de/de/privatanleger/media-center/schroder-real-estate-erwirbt-von-mb-park-viertes-objekt-fuer-offenen-immobilienfonds/" target="_blank" rel="noopener">„Schroders Immobilienwerte Deutschland“</a> erworben.</p>



<p>Klarer Fall: Die Fondsgesellschaft will mit der Verpachtung <strong>möglichst viel Geld</strong> verdienen. <strong>Die Interessen lokaler Handwerker</strong> stehen eher nicht auf der Agenda.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Multimini-Hofheim.jpg"><img decoding="async" width="640" height="416" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Multimini-Hofheim.jpg" alt="Multimini Hofheim" class="wp-image-57659" style="width:640px;height:auto" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Multimini-Hofheim.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Multimini-Hofheim-300x195.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Screenshot der <a href="https://mbpark.de/hofheim/" target="_blank" rel="noopener">Webseite von MB-Park</a>: So sieht der &#8222;Multimini Hofheim&#8220; in Diedenbergen aus. 15 solcher Baukörper würden in die Halle passen, die in Wallau entstehen soll.</figcaption></figure>
</div>


<p>Ein direkter Vergleich mit dem <strong>Diedenbergener „Multimini“</strong> zeigt, welche Ausmaße der <strong>Wallauer „Multi-Business-Hub“</strong> haben wird:</p>



<p>Der „Multimini Hofheim“ verfügt über eine Hallenfläche von rund rund <strong>4.500 Quadratmetern</strong>.</p>



<p>Im „Multi-Business-Hub“ sollen hingegen Mietflächen auf <strong>67.000 Quadratmetern</strong> entstehen. Der „Multimini Hofheim“ würde also fast <strong>15-mal </strong>in die Wallauer Giga-Halle passen!</p>



<p>Der „Multimini“ in Diedenbergen kostete <strong>sechs Millionen Euro</strong>. Die Investition in Wallau beziffert der Frankfurter Projektentwickler mit <strong>125 Millionen Euro</strong>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">„Gefälligkeitsplanung“, wetterte der Obergrüne</h2>



<p><strong>Zum politischen Reizthema</strong> wird der „Multi-Business-Hub“ aber nicht allein <strong>wegen seiner gewaltigen Ausmaße inmitten grüner Landschaft.</strong> Sondern auch, weil das Projekt <strong>den Verdacht befeuert</strong>, dass die Stadtspitze die Lokalpolitik regelrecht <strong>ausgetrickst</strong> hat. Bürgermeister Vogt hat die Stadtverordneten mit Informationen versorgt, deren <strong>Wahrheitsgehalt</strong> heute<strong> stark angezweifelt</strong> werden muss.</p>



<p>Das sind die Hintergründe:</p>



<p><strong>Nur 500 Meter Luftlinie</strong> von der geplanten Wallauer Giga-Halle entfernt sollen weitere <strong>zehn Hektar beste landwirtschaftliche Fläche</strong> geopfert werden: Hier soll das <strong>Gewerbegebiet „In der Lach“</strong> entstehen.</p>



<p><a href="https://hk-newsletter.de/2023/01/26/moebelhaus-in-diedenbergen/">Ein Milliardär aus Berlin</a> hatte sich bereits vor Jahren die Flächen <strong>direkt</strong> <strong>neben dem Diedenbergener Autobahnanschluss</strong> gesichert. Irgendwann wollte er <strong>seine Investition natürlich vergolden</strong>…</p>



<p><strong>Sein Problem: </strong>Der Flächennutzungsplan sah an dieser Stelle <strong>Natur pur</strong> vor. Und keine Bebauung! Schon gar <strong>keine Gewerbebetriebe!</strong></p>



<p><strong>Kurt Krieger</strong>, so heißt der Milliardär, fand in dem Hofheimer Bürgermeister<strong> einen engagierten Verbündeten:</strong> Vogt unterstützte die Pläne des Investors <strong>mit auffälliger, nahezu wütender Vehemenz.</strong> Er drängte, ja er <strong>nötigte</strong> die Stadtverordneten geradezu, die Ausweisung des neuen Gewerbegebiets zu akzeptieren:</p>



<p>Es war vor drei Jahren, als <strong>das</strong> <strong>heruntergewirtschaftete</strong> <strong>Familienunternehmen Polar Mohr</strong> in die Insolvenz abgerutscht war und <strong>von einem österreichischen Investor gerettet</strong> wurde. Das <strong>Firmengelände</strong> in der Stadtmitte war <strong>verkauft</strong> worden, ein <strong>neuer Standort</strong> musste her&#8230; </p>



<p>Es gebe zwar noch <strong>einige Gewerbeflächen</strong> im Stadtgebiet, argumentierte Vogt damals, aber sie stünden <strong>nicht zur Verfügung</strong>, weil die Eigentümer <strong>nicht oder nur zu teuer verkaufen</strong> wollten. Deshalb: Wenn man Polar Mohr und die vielen Arbeitsplätze in der Stadt halten wolle, müsse man<strong> im Flächennutzungsplan für ein neues Gewerbegebiet</strong> ausweisen. Kurt Krieger, der Milliardär aus Berlin, biete seine Flächen dafür an, und er sei auch bereit, Polar Mohr dort<strong> aufzunehmen.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-II-und-In-der-Lach.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="723" height="461" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-II-und-In-der-Lach.jpg" alt="Wallau Ost II und In der Lach" class="wp-image-57664" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-II-und-In-der-Lach.jpg 723w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Ost-II-und-In-der-Lach-300x191.jpg 300w" sizes="(max-width: 723px) 100vw, 723px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die 13 Hektar große Fläche von &#8222;Wallau Ost III&#8220; ist Luftlinie nur 500 Meter vom Gewerbegebiet &#8222;In der Lach&#8220; entfernt. Die rote Markierungen lassen die Größe der beiden Gewerbegebiete erkennen.</figcaption></figure>
</div>


<p>Nun ist die Änderung des Flächennutzungsplans <strong>ein langwieriges und aufwendiges behördliches Verfahren</strong>. Gleichzeitig muss Polar Mohr sein Firmengelände an der Hattersheimer Straße <strong>in absehbarer Zeit</strong> räumen. Deshalb drängte Vogt das Stadtparlament zu <a href="https://hk-newsletter.de/2023/02/28/polar-mohr-und-kungelrunden/">einer schnellen Entscheidung</a>. Widerspruch akzeptierte er nicht.</p>



<p>Als Stadtverordnete <strong>wegen fehlender Informationen</strong> eine Vertagung verlangten, warf der Bürgermeister ihnen öffentlich<em> „Verhinderung“ </em>vor. Und <strong>er</strong> <strong>beschuldigte</strong> sie, sie würden <em>„den Konsens in der Stadt zerstören“.</em></p>



<p>Die für ihre klaren Worte bekannte Stadtververordnete <strong>Barbara Grassel</strong> (Linke) hielt unbeeindruckt dagegen. Das <em>„Gewurschtel“</em> mache sie stutzig, sagte sie: <em>„Wenn etwas so schnell gehen muss, dann ist immer etwas faul dabei.“&nbsp;</em></p>



<p>Auch die Hofheimer Grünen meldeten Bedenken an: <em>„Die Argumentation von Seiten des Magistrats, Polar könne nur in Hofheim gehalten werden, wenn wertvolles Diedenbergener Ackerland in großem Stil geopfert wird, dient als Vorwand und Druckmittel zur Umsetzung neuer Gewerbegebiete.“</em>&nbsp;</p>



<p>Noch schärfer formulierte es <strong>der damalige Fraktionsvorsitzende der Grünen, Daniel Philipp</strong>: Ein neues Gewerbegebiet werde geplant, obwohl keiner wisse, ob Polar Mohr überhaupt dahin ziehen wolle. <em>„Wir wissen nur, dass ein Investor eine wertvolle Ackerfläche gekauft hat, die er jetzt teuer veredeln will. Das ist Gefälligkeitsplanung.“</em></p>



<p><strong>Gefälligkeitsplanung &#8211; ein harscher Vorwurf des Obergrünen!</strong> Gleichwohl beugten sich am Ende die Stadtverordneten dem <strong>Druck des Bürgermeisters.</strong> Und stimmten einem neuen Gewerbegebiet in Diedenbergen zu. </p>



<p><strong>Es gab ja keine Alternative. Angeblich.</strong></p>



<p><strong>Hatte jedenfalls der CDU-Bürgermeister gesagt.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Hofheims Grünen in der Glaubwürdigkeitsfalle</h2>



<p><strong>Gerade mal zwei Jahre sind seither vergangen,</strong> die Planung für das <strong>Gewerbegebiet &#8222;In der Lach&#8220;</strong> in Diedenbergen läuft noch &#8211; da wird bekannt, dass <strong>ein Frankfurter Projektentwickler</strong> alle Grundstücke in Wallau aufkaufen konnte.</p>



<p>Was hat uns der Bürgermeister da nur <strong>für einen Bären aufgebunden?</strong></p>



<p><strong>Daniel Philipp</strong> ist inzwischen zum <strong>1. Beigeordneten der Stadt Hofheim</strong> aufgestiegen und hat in seinem Büro im Rathaus <strong>zu neuen Überzeugungen</strong> gefunden:</p>



<p><strong>Gefälligkeitsplanung?</strong> Ach ne, so war das doch nicht gemeint!</p>



<p>Kürzlich fuhr Philipp zusammen mit dem Bürgermeister nach Diedenbergen. Am Rande der Felder, auf denen das <strong>Gewerbegebiet „In der Lach“ </strong>entstehen soll, posierten sie für einen städtischen Fotografen. Und Philipp verkündete hinterher im gestelzten Verwaltungsdeutsch, <strong>wie toll er die Planung finde</strong>: <em>„Mit der Neuordnung des Flächenangebots für gewerbliche Unternehmen streben wir eine Konzentration der im Stadtgebiet neu zu entwickelnden Gewerbeflächen an.“</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Gewerbegebiet-In-der-Lach.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="511" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Gewerbegebiet-In-der-Lach.jpg" alt="Gewerbegebiet In der Lach" class="wp-image-57662" style="width:640px;height:auto" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Gewerbegebiet-In-der-Lach.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Gewerbegebiet-In-der-Lach-300x240.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Gestern noch als „Gefälligkeitsplanung“ geschmäht, heute wird die Planung des Baugebiets „In der Lach“ von ihm gelobt: Hofheims 1. Beigeordneter Daniel Philipp (in weißen Sneakern) posiert mit Bürgermeister Vogt (CDU) in Diedenbergen und hält eine Karte des neuen Gewerbegebiets in den Händen. (Foto: Stadt Hofheim)</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Kein Wort der Kritik mehr. </strong>Nicht eine Sekunde der Nachdenklichkeit. Warum wurden <strong>die wertvollen Ackerflächen in Diedenbergen</strong> geopfert, wenn doch nur einen halben Kilometer entfernt <strong>ein großes Gewerbegebiet</strong> zur Verfügung stand?</p>



<p>Tage später <strong>ein neuer Fototermin</strong>: Dieses Mal posierten sie vor den Ackerflächen, die der geplanten Giga-Halle weichen sollen. Die <strong>Lokalzeitung</strong> berichtete ganz groß &#8211; aber <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> über den Bau einer riesigen Halle, sondern mit einer Überschrift, die von der Stadtspitze vorformuliert worden war: <em>&#8222;Gewerbegebiet soll erweitert werden&#8220;</em>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Multi-BusinessHub-Foto-Stadt-Hofheim.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="435" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Multi-BusinessHub-Foto-Stadt-Hofheim.jpg" alt="Wallau Multi BusinessHub Foto Stadt Hofheim" class="wp-image-57663" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Multi-BusinessHub-Foto-Stadt-Hofheim.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2025/06/Wallau-Multi-BusinessHub-Foto-Stadt-Hofheim-300x204.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Wo heute Ackerflächen sind, soll eine gigantische Halle gebaut werden. Zu sehen sind Bürgermeister Vogt (in weißen Sneakern), der 1. Beigeordnete Philipp sowie Julius Bender und Nina Ewald vom Projektentwickler Lang &amp; Cie. (Foto: Stadt Hofheim).</figcaption></figure>
</div>


<p>Und wieder fand der Grüne Philipp geschmeidig-lobende Worte: <em>„Das Vorhaben erfüllt die Anforderungen an nachhaltiges Bauen, was für uns als Kommune ein wichtiger Faktor ist. Die Immobilie wird nach dem DGNB-Goldstandard zertifiziert – ein sichtbares Bekenntnis zu ökologischer Verantwortung und Zukunftsfähigkeit.“</em></p>



<p>Die einen sagen, <strong>Anpassungsfähigkeit</strong> sei eine wichtige Eigenschaft in <strong>Führungspositionen</strong>. So könne man besser auf neue <strong>Herausforderungen</strong> reagieren und <strong>Kompromisse</strong> finden.</p>



<p>Man kann es aber auch so sehen: Wer aus <strong>Opportunismus</strong> oder aufgrund <strong>mangelnder</strong> <strong>Integrität</strong> seine Überzeugungen aufgibt, <strong>untergräbt das Vertrauen in die Politik</strong> immer weiter.</p>



<p><strong>Bürgermeister Christian Vogt</strong> &#8211; und mit ihm die Hofheimer CDU &#8211; hat für seinen Politikstil bereits <strong>die Quittung bekommen</strong>: Die Bürgerinnen und Bürger haben ihn im März <strong>abgewählt</strong>, im September muss er <strong>nach nur einer Amtszeit</strong> das Rathaus wieder verlassen.</p>



<p>Der erst im Januar 2024 ins Amt gekommene <strong>Erste Beigeordnete Daniel Philipp</strong> hat seine eigenen Parteifreunde innerhalb von nur eineinhalb Jahren <strong>tief in eine Glaubwürdigkeitsfalle bugsiert</strong>. Sollten sie es wagen, <strong>gegen die geplante Giga-Halle aufzumucken</strong>, riskieren sie, <strong>ihren eigenen Mann in der Stadtspitze zu brüskieren</strong>.</p>



<p>Sollten sie den Hofheimer Politikstil weiterhin <strong>schweigend</strong> <strong>ertragen und sich ducken</strong>, wirken sie wie <strong>Marionetten der Rathaus-Männer</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Projektentwickler brachten &#8222;Geschenk&#8220; für Magistrat mit</h2>



<p><strong>Die Macher von Lang &amp; Cie.</strong> sind schon clever. Sie haben dem Magistrat <strong>ein nettes Geschenk</strong> gemacht: Einige Flächen in dem Wallauer Gewerbegebiet befinden sich <strong>im Besitz der Stadt</strong>, und die soll ihre Flächen behalten dürfen.</p>



<p><strong>Christian Vogt </strong>nutzte die Gelegenheit umgehend, um per Pressemitteilung<strong> neue Versprechungen</strong> zu machen, die an seinen Auftritt im „Handwerkerpark&#8220; erinnern: <em>„Besonders der kleinteilige Bereich, den wir als Stadt selbst vermarkten, eröffnet vielen lokalen Unternehmen neue Perspektiven.“</em></p>



<p>Angesichts solcher <strong>Verheißungen</strong>: Können die Stadtpolitiker da noch <strong>„nein“</strong> zu einer Giga-Halle in Wallau sagen?</p>



<p>Andererseits: Können und wollen die Stadtverordneten einem<strong> </strong>Bürgermeister<strong> </strong>noch Glauben schenken, der <strong>so viele leere Versprechungen</strong> gemacht hat?</p>



<p>Wenn wir genauer hinschauen, entdecken wir in der <a href="https://www.hofheim.de/artikel/gewerbegebiet-wallau-erweiterung-mit-multibusinesshub-und-kleinteiligen-flaechen-auf-13-hektar/" target="_blank" rel="noopener">Rathaus-Mitteilung</a> auch noch diesen Satz: <strong>Die städtischen Flächen</strong> <em>„werden zunächst auch im Eigentum der Kreisstadt verbleiben, um diese im Zuge der Wirtschaftsförderung aktiv zu vermarkten“.</em></p>



<p>Was soll das denn bitte heißen: Wieso sollen die städtischen Flächen <em>„zunächst“</em> <strong>im Eigentum der Kreisstadt</strong> verbleiben?</p>



<p>Schon wird gemunkelt, dass man im Rathaus eigentlich <strong>ganz andere Pläne</strong> verfolgt: Die angeblich <strong>neuen Perspektiven für lokale Unternehmen</strong> werden nur genannt, um den Stadtverordneten ihre Zustimmung <strong>abzuluchsen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Wenn dann die Wirtschaftsförderung <strong>bei der aktiven Vermarktung</strong> mal wieder nicht voran kommt &#8211; was <strong>niemanden überraschen </strong>sollte -, dann könnte die Stadt ihre <strong>Grundstücke immer noch an Amprion abtreten</strong>. Und Wallau kriegt <strong>eine</strong> <strong>dieser ungeliebten Konverterstationen</strong> dazu.</p>



<p>Neben der Giga-Halle würde so ein<strong> Amprion-Klotz </strong>bestimmt nicht so auffallen&#8230;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Riesenhalle am Dienstag im Bau- und Planungsausschuss</h2>



<p>Der Magistrat versucht jetzt, das Thema <strong>möglichst schnell </strong>und <strong>ohne längere Diskussionen</strong> durch die städtischen Gremien zu peitschen. Noch ist <strong>offen</strong>, wie die Mehrheit der Stadtverordneten zu den <strong>Plänen von Lang &amp; Cie </strong>steht und wer sich dem <strong>Marschbefehl des Bürgermeisters </strong>folgsam unterordnet.</p>



<p>Nächsten Dienstag tagt der <strong>Bau- und Planungsausschuss </strong>(Dienstag, 17. Juni, 18 Uhr, Stadthalle): Auf der Tagesordnung steht das Thema <em>„Gewerbegebiet Wallau Ost III</em> &#8211; <em>Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 159“</em>. In der Vorlage des Magistrats steht wenig über die wahren Ausmaße der Giga-Halle und gar nichts über die Vorgeschichte &#8211; dafür mehr Werbung: <em>&#8222;Mit der Planung des Gebietes können wichtige Ziele der Stadt Hofheim, wie der Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Unterstützung und Förderung der vorhandenen Betriebe im Handwerk und Gewerbe befördert werden.&#8220;</em></p>



<p>Eine Woche später tagt die <strong>Stadtverordnetenversammlung</strong> (Mittwoch, 25. Juni, 18 Uhr, Stadthalle): Dann soll angeblich schon der finale Beschluss gefasst werden.</p>



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