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	<title>Frey Patrick &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
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	<title>Frey Patrick &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<item>
		<title>Neuer Varisano-Geschäftsführer: Er macht auch Geschäfte mit Patienten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Sep 2023 14:58:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frey Patrick]]></category>
		<category><![CDATA[Osypka Michael]]></category>
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					<description><![CDATA[Das geschäftliche Treiben des neuen Teilzeit-Geschäftsführers beim Varisano-Klinikverbund wird immer undurchsichtiger: Michael Osypka ist, wie Klinikmitarbeiter herausfanden, nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Mitgesellschafter in einem Unternehmen in Flörsheim, das Beatmungs-Patienten betreut. Es sind Patienten, für die in einem Krankenhaus kein Platz ist; ihre Betreuung gilt als äußerst lukratives Geschäft. Drohen Interessenkollisionen mit Varisano?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Was geht da an der Spitze des Varisano-Klinikverbunds wirklich ab? Wir hatten berichtet: Der Aufsichtsrat hat kürzlich Michael Osypka als Geschäftsführer eingestellt – es ist die Nr. 7 in 7 Jahren. Der 60-Jährige will nur in Teilzeit arbeiten, weil er noch in anderen Firmen tätig ist. Klinikmitarbeiter sind dem nachgegangen und machten jetzt eine ungeheure Entdeckung: <strong>Osypka ist &#8222;nebenbei&#8220; Mitbesitzer einer Art Klinik, die sich auf Patienten spezialisiert hat, für die Krankenhäuser – auch die Varisano-Kliniken – immer wieder Pflegeplätze suchen.</strong></strong> <strong>Der Verdacht wiegt schwer: Könnten die vielen geschäftlichen Aktivitäten des neuen Klinik-Geschäftsführers zu Interessenkollisionen führen – womöglich zum Nachteil von Varisano? </strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Osypka-Michael-Varisano.jpg" alt="Osypka Michael Varisano" class="wp-image-33749" style="width:250px" width="250" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Osypka-Michael-Varisano.jpg 426w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Osypka-Michael-Varisano-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 426px) 100vw, 426px" /><figcaption class="wp-element-caption">Teilzeit-Geschäftsführer Michael Osypka. Bild: Varisano</figcaption></figure>
</div>


<p>Über <strong>Michael Osypka</strong> haben der Hofheim/Kriftel-Newsletter letzte Woche ausführlich <a href="https://hk-newsletter.de/2023/09/10/krankenhaus-vor-pleite/">berichtet</a>: Der Mann sollte eigentlich helfen, den <strong>krisengeschüttelten Varisano-Konzern</strong> zu retten. Allerdings arbeitet er hier nur <strong>an</strong> <strong>drei Tagen in der Woche</strong> – er hat <strong>zu viele andere Jobs</strong>. Das störte <strong>den Aufsichtsrat</strong> offenbar nicht, als er den Mann einstellte: Als <strong>Osypkas</strong> <strong>Fürsprecher</strong> trat <strong>Dr. Patrick Frey</strong> auf, der im April dieses Jahres als <strong>Geschäftsführer bei Varisano</strong> angefangen hat. Beide Männer <strong>kennen</strong> sich gut, haben einige Jahre <strong>zusammengearbeitet</strong>.</p>



<p><strong>Osypkas Umtriebigkeit</strong> geht, wie Klinikmitarbeiter jetzt herausfanden, deutlich <strong>über angeblich kleinere Geschäftsführerposten</strong> hinaus: Er besitzt &#8222;nebenbei&#8220; ein <strong>Unternehmen</strong>, das <strong>Patienten</strong> <strong>aufnimmt</strong>, die im Krankenhaus<strong> nicht mehr betreut</strong> <strong>werden</strong> können. In dieser Firma ist er <strong>gleichzeitig Gesellschafter</strong> – also Eigentümer – <strong>und</strong> <strong>Geschäftsführer</strong>.</p>



<p>Spätestens jetzt stellt sich die Frage: Kann der Mann angesichts einer solchen Tätigkeit wirklich noch ohne Einschränkungen <strong>zum Wohl und Nutzen des Klinikverbunds </strong>tätig sein?</p>



<p>Noch halten sich die <strong>Verantwortlichen in der  Politik</strong> zurück. In der Frankfurter Neuen Presse durfte <strong>Frankfurts Klinikdezernent Bastian Bergerhoff</strong> (Grüne) an diesem Wochenende unwidersprochen sagen: Grund für Osypkas Teilzeitjob sei, <em>„dass er aufgrund der kurzfristigen Berufung erst noch andere Projekte zu Ende bringen möchte“</em>.</p>



<p><em> Andere Projekte zu Ende bringen?</em> <strong>Neue Informationen</strong> lassen nur den Schluss zu: Entweder hat Frankfurts Gesundheitsdezernent <strong>keine Ahnung</strong> davon, was Herr Osypka alles treibt – oder er hat gegenüber der Zeitung<strong> nicht die Wahrheit gesagt</strong>.</p>



<p><strong>Schauen wir uns das alles etwas genauer an. </strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Das lukrative Geschäft mit Beatmungs-Patienten</h2>



<p><strong>Zum besseren Verständnis</strong> müssen wir ein klein wenig tiefer <strong>in die komplizierte Medizin-Materie</strong> einsteigen. Keine Sorge, es geht <strong>schnell</strong>:</p>



<p>Der <strong>Varisano-Konzern</strong> betreibt in <strong>Hofheim</strong> ein sogenanntes &#8222;<a href="https://www.varisano.de/krankenhaus-hofheim/pneumologie-innere-medizin/unsere-schwerpunkte/weaning" target="_blank" rel="noopener">Weaningzentrum</a>”. Dort werden Menschen, die beispielsweise wegen einer <strong>Lungenerkrankung</strong> <strong>oder -operation</strong> über einen längeren Zeitraum <strong>beatmet</strong> werden müssen, von den <strong>Beatmungsmaschinen</strong> wieder <strong>entwöhnt</strong>. Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten sowie spezialisierte Pflegekräfte <strong>helfen </strong>den Betroffenen, wieder in ein selbstbestimmtes Leben<strong> ohne Maschine</strong> zu finden.</p>



<p>Nicht immer gelingt die <strong>Entwöhnung</strong> <strong>von der Maschine</strong>. Dann werden die <strong>Patienten</strong> für eine sogenannte <strong>&#8222;außerklinische Beatmung&#8220;</strong> außerhalb des Krankenhauses untergebracht. Das gilt als ein <strong>lukratives</strong> <strong>Geschäftsmodell</strong>:</p>



<p><em>&#8222;Die ambulante Betreuung von Patienten mit invasiver außerklinischer Beatmung ist kostenintensiv, wobei die Kosten je nach Unterbringungsform variieren. Im Mittel fallen pro Jahr und betroffener Person circa 240.000 Euro für die Pflege an&#8220;</em>, heißt es auch in einem Bericht des Fachmagazins <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/213080/Beatmungsentwoehnung-in-Weaning-Zentren-nach-primaerem-Weaning-Versagen#:~:text=Die%20ambulante%20Betreuung%20von%20Patienten,die%20Pflege%20an%20(12)." target="_blank" rel="noopener">&#8222;Ärzteblatt&#8220;</a>.</p>



<p>Die <strong>Investigativ-Redaktion &#8222;correctiv&#8220; </strong>und das<strong> TV-Magazin &#8222;Frontal21&#8220;</strong> haben zu dem Thema einen ausführlichen Report veröffentlicht. Die vielsagende Überschrift lautete <a href="https://correctiv.org/aktuelles/gesundheit/pflege/2021/05/11/das-milliardengeschaeft-mit-beatmungspatienten-intensiv-beatmung-intensivpflege-gesundheit-pflege-pflegedienst/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Stumm und ausgeliefert: Das Milliardengeschäft mit Beatmungspatienten”</a>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Beatmung-Varisano-20230817.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="328" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Beatmung-Varisano-20230817.jpg" alt="Patienten
" class="wp-image-34444" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Beatmung-Varisano-20230817.jpg 800w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Beatmung-Varisano-20230817-300x123.jpg 300w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Beatmung-Varisano-20230817-768x315.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Hinweisschild am Hofheimer Krankenhaus weist den Weg zum &#8222;Therapiezentrum für außerklinische Beatmung&#8220; (TAB). </figcaption></figure>
</div>


<p>Direkt <strong>neben dem Hofheimer Krankenhaus</strong> unterhält der Varisano-Konzern ein solches <strong>Therapiezentrum für außerklinische Beatmung</strong>, kurz <strong>TAB</strong> genannt: Die <strong>acht Zimmer</strong> sind <strong>AOK-Patienten </strong>vorbehalten. Für alle anderen Betroffenen muss ein Platz gesucht werden. Auf der <a href="https://www.varisano.de/krankenhaus-hofheim/pneumologie-innere-medizin/unsere-schwerpunkte/weaning" target="_blank" rel="noopener">Varisano-Webseite</a> heißt es dazu:</p>



<p><em>&#8222;Mit Unterstützung unserer Sozialberatung organisieren wir die bestmögliche Überleitung von beatmeten Patient:innen in die ambulante Pflege.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Osypka-Firmen im ehemaligen Krankenhaus</h2>



<p>Und hier kommt <strong>Michael Osypka </strong>&#8222;ins Spiel&#8220;: Der neue <strong>Teilzeit-Geschäftsführe</strong>r des Klinkverbunds Frankfurt/Main-Taunus, der &#8222;nebenbei&#8220; in Flörsheim ein <strong>&#8222;Genusswerk&#8220;</strong> betreibt und als Geschäftsführer bei <strong>zwei Unternehmen in Süddeutschland</strong> arbeitet (<a href="https://www.gesundheitszentrum-spaichingen.de/" target="_blank" rel="noopener">hier</a> und <a href="https://www.psychiatrische-tagesklinik-saeckingen.de/impressum/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>), will auch im Weaning-Geschäft <strong>mitverdienen</strong>:</p>



<p>Ihm gehört<strong> ein Drittel</strong> einer Firma in <strong>Flörsheim</strong>, die Weaning-Patienten <strong>aufnimmt</strong> und <strong>betreut</strong>. Das Unternehmen nennt sich <a href="https://www.salmanum.de/" target="_blank" rel="noopener">Salmanum GmbH</a>, es wurde <strong>vor einem Jahr</strong> gegründet (AG Wiesbaden, HRB 33486) und beschreibt sich als <em>&#8222;eine Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürftige Beatmungspatienten&#8220;</em>.</p>



<p><strong>Salmanum</strong> gibt als Adresse <strong>Hospitalstraße 15 in Flörsheim</strong> an. Das ist der Standort des ehemaligen Flörsheimer <strong>Marienkrankenhauses, </strong>das Osypka als Geschäftsführer im Jahr 2019 <strong>abgewickelt</strong> und <strong>geschlossen</strong> hatte. Er scheint die Räumlichkeiten <strong>sehr zu schätzen</strong>:</p>



<p><strong>Unten in dem Gebäude</strong> plant er, als Geschäftsführer seiner &#8222;<strong>Genusswerk UG (haftungsbeschränkt)&#8220;</strong> ein Café einzurichten.</p>



<p><strong>Im zweiten Stock</strong> arbeitet er als <strong>Geschäftsführer der Salmanum GmbH</strong>: 16 Mitarbeiter sollen hier Beatmungspatienten <strong>im Zwei-Schicht-Betrieb</strong> betreuen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Miteigentümer in Flörsheim vermittelte Job bei Varisano</h2>



<p><strong>Mit an Bord bei Salmanum</strong> sind neben Osypka <strong>zwei</strong> <strong>weitere</strong> <strong>Gesellschafter</strong>, und wieder treffen wir auf <strong>einen guten Bekannten</strong>:</p>



<p><strong>Dr. Martin Felger</strong> (63) hält mit seiner Firma<a href="https://www.diocare.de/" target="_blank" rel="noopener"> Diocare GmbH</a> (AG Stuttgart, HRB 782821) ein Drittel der Salmanium-Anteile. <strong>Diocare</strong> stellt sich als <em>&#8222;Partner zur Entwicklung eines Gesundheits- und/oder  Pflegezentrums&#8220;</em> vor. Man kennt sich <strong>ziemlich gut</strong>: Dr. Felger ist auch noch Geschäftsführer einer <a href="https://www.diomedes.de/impressum/" target="_blank" rel="noopener">Diomedes GmbH</a>. Das ist ein Unternehmen, das <strong>Kliniken berät</strong> – und von dem <strong>Osypka</strong> Aufträge für seine <strong>Beratertätigkeit</strong> in Kliniken bekommt. So ist er <strong>im Auftrag von Diomedes</strong> derzeit <strong>bei</strong> <strong>Varisano</strong> tätig.</p>



<p>Dr. Felger ist also Osypkas <strong>Auftraggeber</strong> bei Varisano und gleichzeitig sein <strong>Kompagnon</strong> in Flörsheim.</p>



<p>Varisano muss für <strong>Beatmungspatienten</strong> Plätze suchen – Salmanum bietet für <strong>Beatmungspatienten</strong> Plätze an.</p>



<p><strong>Passt doch!</strong></p>



<p><strong>Dritter Salmanum-Eigentümer</strong> ist eine Firma mit dem etwas umständlichen Namen &#8222;<strong>tagesgeldkonto.de UG (haftungsbeschränkt)&#8220;</strong>. Sie hat ihren Sitz in Dreieich und gehört einem gewissen <strong>Christoph Schmitt</strong> (44), der sich auf der Salmanum-Webseite als <em>&#8222;Dipl. Wirtschaftsjurist&#8220;</em> vorstellt. Sein Konterfei findet sich allerdings auch auf der Webseite eines <strong>Autohauses in Neu Isenburg:</strong> Demnach arbeitet der Mann dort als<strong> Kaufmännischer Leiter. </strong></p>



<p>Auf der <strong>Salmanum-Webseite</strong> steht <strong>nichts</strong> von <strong>Tagesgeldkonten</strong> und auch nichts von einem <strong>Autohaus</strong>: Dort heißt es, Schmitt habe <em>&#8222;14 Jahre Erfahrung im Gesundheitswesen&#8220;</em>.&nbsp;</p>



<p><strong>Mit solchen Angaben</strong> wird versucht, den<strong> Eindruck medizinischer Kompetenz</strong> zu erwecken. Zugleich umrahmt das <strong>bunte Gesellschafter-Trio</strong> seine Geschäftstüchtigkeit mit <strong>religiösem Gesäusel:</strong> Die Männer <strong>versprechen</strong>, die <em>&#8222;christliche Tradition des ehemaligen Marienkrankenhauses&#8220;</em> wahren zu wollen. Als ihr <strong>Motto</strong> verkünden sie: <em>&#8222;Christlich, wertschätzend, fürsorgend.&#8220;</em></p>



<p>Kann, wer so <strong>gut und gütig</strong> zu sein vorgibt, denn <strong>ein Sünder</strong> sein?</p>



<p>Jetzt müssen nur <strong>genügend Pflegekräfte</strong> gefunden werden – und natürlich <strong>Patienten</strong>. Dank neuerdings <strong>allerbester Kontakte</strong> in die Kliniken in Hofheim, Bad Soden und Höchst dürfte das <strong>kein Problem</strong> darstellen.</p>



<p><strong>Der Erfolg </strong>sollte Osypka sicher sein.</p>



<p>Vielleicht <strong>nicht bei Varisano</strong> , aber ganz bestimmt<strong> bei Salmanum</strong>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chaos im Krankenhaus: Pleite droht – und der neue Chef will nur Teilzeit arbeiten</title>
		<link>https://hk-newsletter.de/2023/09/10/krankenhaus-vor-pleite/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Sep 2023 14:40:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Cyriax Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Dreizehnter Dr. Dorothea]]></category>
		<category><![CDATA[Frey Patrick]]></category>
		<category><![CDATA[Kaltenbach Dr. Tobias]]></category>
		<category><![CDATA[Menger Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Osypka Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Schad Stefan]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmüller Dr. Thomas]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Klinik-Verbund Frankfurt/Main-Taunus, zu dem auch das Krankenhaus in Hofheim zählt, fährt riesige Verluste ein: Angeblich droht die Pleite, wenn nicht regelmäßig Millionen an Steuergeldern fließen. Jetzt wurde wieder mal ein neuer Geschäftsführer vorgestellt – Nr. 7 in 7 Jahren. Was die Verantwortlichen in Politik und Konzern unter der Decke halten wollten: Der neue Krankenhaus-Chef arbeitet noch in anderen Firmen, ist unweit von Hofheim als Geschäftsführer eines Caféhauses tätig – und will in den Kliniken nur Teilzeit arbeiten. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Den Varisano-Kliniken fehlen Millionen! Schon macht das Wort &#8222;Pleite&#8220; die Runde, über die Schließung von ganzen Abteilungen wird gemunkelt – die Patientenversorgung in Hofheim ist in akuter Gefahr. Kürzlich wurde wieder ein neuer Geschäftsführer eingestellt, der angeblich die Wende bringen soll. Was keiner erfahren sollte und deshalb bei der offiziellen Vorstellung des Mannes verschwiegen wurde: Er will hier nur einen Teilzeitjob machen. Er will nebenbei für andere Unternehmen arbeiten, dazu verkauft er unweit von Hofheim allerlei Leckereien. Report über einen Klinik-Konzern, in dem ziemlich viel Chaos herrscht: Wer ist verantwortlich – und wie soll es nur weitergehen?</strong></p>



<p>Die Situation klingt nicht nur dramatisch, sie ist es auch. &#8222;<a href="https://www.kma-online.de/aktuelles/klinik-news/detail/klinikverbund-varisano-haeuft-verluste-von-160-millionen-euro-an-50246#:~:text=Frankfurt-Main-Taunus%20Klinikverbund%20Varisano,Die%20Gesellschafter%20steuern%20jetzt%20gegen." target="_blank" rel="noopener">Klinikverbund Varisano häuft Verluste von 160 Millionen Euro an</a>”, schrieb &#8222;kma”, ein Fachmagazin für Krankenhaus-Manager. &#8222;<a href="https://www.fr.de/frankfurt/klinik-verbund-droht-die-pleite-buendnis-will-varisano-retten-92486757.html" target="_blank" rel="noopener">Klinik-Verbund droht die Pleite</a>”, schlagzeilte die Frankfurter Rundschau. Und das Kreisblatt titelte: &#8222;<a href="https://www.fnp.de/frankfurt/sorgen-im-hoechster-krankenhaus-dem-klinikverbund-varisano-geht-das-geld-aus-92384690.html" target="_blank" rel="noopener">Dem Klinikverbund Varisano geht das Geld aus</a>”.</p>



<p>Vor zwei Wochen wurde ein neuer <strong>Geschäftsführer</strong> eingestellt. Sein Name: <strong>Michael Osypka</strong>. Gegenüber Behörden gibt er seinen Vornamen auch schon mal mit &#8222;<em>Michael Maria</em>&#8220; an, in diesem Monat wird er <strong>60 Jahre alt</strong>. </p>



<p>In einer <strong>Klinik-Pressemitteilung</strong> zu seinem Amtsantritt wird der Mann <strong>in den höchsten Tönen</strong> gelobt: Er sei <em>&#8222;ein erfahrener Krankenhausmanager&#8220;, &#8222;ein Experte, der das Know-how für die aktuellen Herausforderungen einbringt&#8220;</em>, <em>&#8222;hervorragend in der Krankenhauslandschaft vernetzt&#8220;</em>, <em>&#8222;in der Region verwurzelt&#8220;</em>&#8230;</p>



<p><strong>MTK-Landrat Michael Cyriax</strong> begrüßte den neuen Varisano-Chef mit den Worten: Es sei wichtig, dass der Klinik-Verbund durch die Geschäftsführung <strong>entschlossen</strong> gesteuert werde – das sei auch <strong>ein</strong> <strong>wichtiges Signal</strong> <strong>für</strong> <strong>die</strong> <strong>Beschäftigten</strong>.</p>



<p>In der Pressemitteilung, nachzulesen <a href="https://www.varisano.de/aktuelles/news/meldung/auf-stefan-schad-folgt-michael-osypka-als-interimsgeschaeftsfuehrer" target="_blank" rel="noopener">hier</a>, wurden allerdings <strong>wichtige Informationen</strong> zu Herrn Osypka <strong>unterschlagen</strong>. Erstmals werden sie in diesem Bericht genannt – auch das dürfte <strong>ein wichtiges Signal für die Beschäftigten</strong> sein: So erfahren sie, wie&#8217;s wirklich um <strong>&#8222;ihr&#8220; Krankenhaus</strong> steht – und um ihren <strong>neuen Chef. </strong></p>



<p>Sie müssen jetzt <strong>ganz stark</strong> sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Teurer Phantasiename brachte keine Verbesserung</h2>



<p>Um das Ausmaß des <strong>klinischen Katastrophenzustands</strong> zu begreifen, müssen wir etwas ausholen:</p>



<p><strong>3.800 Mitarbeiter</strong> arbeiten in den Kliniken in <strong>Hofheim</strong>, <strong>Bad Soden</strong> und <strong>Frankfurt-Höchst</strong>. Sie gehören dem<strong> Main-Taunus-Kreis</strong> und der <strong>Stadt Frankfurt</strong>.</p>



<p><strong>2016 </strong>wurden sie zu einem Unternehmen namens <strong>&#8222;Kliniken Frankfurt-Main-Taunus GmbH&#8220; </strong>zusammengeschlossen.</p>



<p><strong>2022</strong> gab man sich für viel Geld – <strong>über 220.000 Euro</strong> – den Phantasie-Namen <strong>&#8222;Varisano&#8220;</strong>. Der Öffentlichkeit wurde das <strong>im feinsten Marketing-Sprech</strong> so verkauft: Man wolle <em>&#8222;die Zukunftsperspektiven unserer Einrichtungen im dynamischen Umfeld weiter verbessern“</em>.</p>



<p><strong>Ein Jahr später</strong> wissen wir: So richtig gelungen ist das<strong> nicht.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="640" height="421" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Varisano-Klinik.jpg" alt="Krankenhaus Hofheim" class="wp-image-33663" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Varisano-Klinik.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Varisano-Klinik-300x197.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Portal zum Krankenhaus Hofheim: 220.000 Mark kostete es, die früheren MTK-Kliniken und das Klinikum Höchst in &#8222;Varisano&#8220; umzubenennen.</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>Der Krankenhaus-Konzern</strong> wäre heute pleite, wenn nicht die öffentliche Hand – also wir <strong>Steuerzahler</strong> – regelmäßig <strong>Millionen</strong> nachschießen würde. Die Gründe für das finanzielle Desaster? <strong>Corona-Folgen</strong>, heißt es. Die bekannten <strong>Steigerungen bei den Personal-, Sach- und Energiekosten</strong>. Dazu <strong>Personalmangel</strong>, weshalb Betten <strong>leer blieben</strong>, weshalb Einnahmen <strong>fehlten</strong>&#8230;</p>



<p><strong>In der freien Wirtschaft</strong> gelten <strong>Fehler des Management</strong> oftmals als mitverantwortlich für eine unternehmerische <strong>Schieflage</strong>. Davon wurde hier bisher nicht geredet, zumindest <strong>nicht öffentlich</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beruhigungspillen für die Bevölkerung</h2>



<p>Verantwortlich für die Kliniken im Main-Taunus-Kreis ist der <strong>MTK-Kreistag</strong>, in dem ein Bündnis aus <strong>CDU</strong>, <strong>Grünen</strong> und <strong>FDP</strong> das Sagen hat. In den <strong>Aufsichtsrat der Kliniken</strong>, der die Arbeit der Geschäftsführung <strong>überwachen</strong> sollte, schickte die Kreistags-Koalition statt ausgewiesenem Sachverstand die verbeamtete Behördenleitung: Landrat <a href="https://hk-newsletter.de/tag/cyriax-michael/">Michael Cyriax</a> (CDU) sowie die Kreisbeigeordneten <a href="https://hk-newsletter.de/tag/overdick-madlen/">Madlen Overdick</a> (Grüne) und<strong> </strong><a href="https://hk-newsletter.de/tag/baron-johannes/">Johannes Baron</a> (FDP).</p>



<p>Angesichts immer neuer <strong>Hiobsbotschaften</strong> aus der Finanzabteilung des Krankenhaus-Konzerns wirken die Kreistagspolitiker inzwischen wie <strong>vollnarkotisiert. </strong>Gleichzeitig werden der Bevölkerung <strong>verbale Beruhigungspillen</strong> verabreicht. So schreiben die <strong>MTK-Grünen</strong> auf ihrer <a href="https://gruene-mtk.de/2023/08/01/kreistagskoalition-besonnen-und-verantwortungsbewusst/" target="_blank" rel="noopener">Webseite</a>: Es sei &#8222;<em>auch in der aktuellen Situation oberstes Prinzip, weiter wie bisher besonnen und verantwortungsbewusst die Gesundheitsversorgung der Menschen im Main-Taunus-Kreis zu sichern&#8220;.</em> Das sei <em>&#8222;konstruktiv&#8220;, &#8222;lösungsorientiert&#8220;, &#8222;realistisch&#8220;, &#8222;zukunftsfest&#8220;</em>&#8230; </p>



<p><em>Besonnen &amp; verantwortungsbewusst, konstruktiv</em> <em>&amp; zukunftsfest</em>: Die Realität hat diese Polit-Phrasen längst als <strong>platt und hohl</strong> entlarvt. <strong>Tragfähige Konzepte</strong>, die den finanziellen <strong>Absturz der Kliniken</strong> stoppen und ihre <strong>Zukunft</strong> <strong>sichern</strong> könnten, sind bis heute <strong>nicht</strong> <strong>erkennbar</strong>. Stattdessen fließt weiter <strong>das Geld der Steuerzahler</strong>, als hätten wir im Übermaß davon:</p>



<p>Der MTK-Kreistag genehmigte unlängst <strong>acht Millionen Euro </strong>&#8222;<em>als Verlustausgleich&#8220;</em>.</p>



<p>Bis <strong>Ende 2024</strong>, heißt es, würden den Kliniken rund <strong>90 Millionen Euro</strong> fehlen, knapp die Hälfte davon muss der Main-Taunus-Kreis aufbringen.</p>



<p>Und es geht weiter. Bis <strong>2028</strong> werden Verluste in Höhe von<strong> rund 160 Millionen Euro</strong> erwartet – Stand heute. Ob das wirklich alles ist?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow" style="font-style:normal;font-weight:500">
<p class="has-luminous-vivid-orange-color has-text-color">Wenn sich bis zur Umsetzung der Reform nichts ändert, besteht die ernsthafte Gefahr, dass zunächst das Krankenhaus in Hofheim, dann das in Bad Soden und dann das in Höchst vom Markt verschwinden.</p>
<cite>Georg Schulze von Verdi Hessen in der FNP vom 11. September</cite></blockquote>



<p>Die <a href="https://www.fr.de/frankfurt/varisano-klinikverbund-in-schwierigkeiten-92384388.html" target="_blank" rel="noopener">Frankfurter Rundschau</a> berichtete, dass die <strong>Zusammenlegung von</strong> <strong>Stationen</strong> nicht mehr ausgeschlossen werde. Auf den Fluren des Krankenhauses tuscheln sie, der <strong>Notfallambulanz in Hofheim</strong> drohe die <strong>Schließung</strong>, intern werde bereits an Formulierungen gearbeitet, wie man die<strong> unpopuläre Entscheidung </strong>den Menschen in der Kreisstadt vermitteln könne.</p>



<p>Mit der Verkündung der schlechten Nachrichten, heißt es auch, solle auf jeden Fall noch ein bisschen gewartet werden – bis <strong>nach den hessischen Landtagswahlen</strong>, die Anfang Oktober stattfinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Opposition will mit Aktionsbündnis die Kliniken retten</h2>



<p>Neuerdings versucht die <strong>Kreistags-Opposition</strong>, Druck zu machen und die Verantwortlichen wachzurütteln: <strong>Gewerkschafter </strong>und <strong>Linke</strong> haben ein &#8222;<a href="https://dielinke-mtk.de/wp-content/uploads/2023/08/Gruendungserklaerung-Buendnis-fuer-eine-sichere-Gesundheitsversorgung-im-MTK-und-Frankfurter-Westen.pdf" target="_blank" rel="noopener">Bündnis für eine sichere Gesundheitsversorgung im Main-Taunus-Kreis und im Frankfurter Westen</a>&#8220; gegründet. Zu den Unterzeichnern gehören auch <strong>Michael Antenbrink</strong>, der Vorsitzende der MTK-SPD, und <strong>Philipp Neuhaus</strong>, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag. Einige <strong>Grüne</strong> und Vertreter des <strong>Marburger Bundes</strong> hätten sich ebenfalls angeschlossen, heißt es.</p>


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<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Landrat-Michael-Cyriax.jpg" alt="Landrat Michael" class="wp-image-33758" style="width:200px;height:225px" width="200" height="225" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Landrat-Michael-Cyriax.jpg 356w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Landrat-Michael-Cyriax-267x300.jpg 267w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Landrat Cyriax informierte die Kreistagsabgeordneten sehr spät über die Millionen-Verluste. Foto: MTK</figcaption></figure>
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<p>Der Zusammenschluss soll ein Weckruf sein – und ist zugleich <strong>Protest</strong> gegen das<strong> Vorgehen</strong> von MTK-Landrat <strong>Michael Cyriax</strong>. Der informierte die Kreistagsabgeordneten über den <strong>Notstand der Kliniken </strong>erst, als es unausweichlich war:</p>



<p>Das gewaltige Millionen-Defizit sei bereits <strong>im Mai</strong> dieses Jahres intern bekannt gewesen, wusste die <a href="https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/wie-sich-die-varisano-kliniken-nach-der-rettung-neu-strukturieren-wollen-19141913.html" target="_blank" rel="noopener">FAZ</a>. Der <strong>Aufsichtsrat</strong> sei damals umgehend zu einer <strong>Sondersitzung</strong> zusammengekommen.</p>



<p>Die Millionen-Verluste wurden danach noch wochenlang <strong>unter der Decke</strong> gehalten, wofür es im Rückblick nur eine Erklärung gibt: Im Main-Taunus-Kreis standen <strong>Landratswahlen</strong> an. <strong>CDU-Mann Cyriax</strong> wollte seine Wiederwahl nicht mit <strong>schrecklich schlechten Krankenhaus-Zahlen</strong> gefährden.</p>



<p>Selbst als am 26. Juni der <strong>MTK-Beteiligungsausschuss</strong> tagte, jenes Gremium des Kreistags, das für die Krankenhäuser zuständig ist, wurde über <strong>das Ausmaß des finanziellen Dramas</strong> nicht informiert – obwohl ein <strong>Klinik-Geschäftsführer</strong> anwesend war. Im Protokoll der Sitzung heißt es lediglich: Es sei &#8222;<em>kein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erwarten”</em>, und &#8222;<em>aktuell bestehe ein Liquiditätsbedarf</em>”.</p>



<p><strong>Erst</strong> <strong>im Juli</strong> erfuhren die MTK-Kreistagsabgeordneten <strong>die bittere Wahrheit</strong>: In einer &#8222;Tischvorlage&#8220; wurden ihnen die <strong>Millionen-Verluste</strong> <em>&#8222;kurzfristig untergejubelt&#8220;</em> (ein Kreispolitiker). Es blieb keine Zeit, sich damit auseinanderzusetzen: Die <strong>Millionen</strong> mussten schleunigst <strong>bewilligt</strong> werden. Sonst wären die Kliniken <strong>am Ende</strong> gewesen.</p>



<p>Das Aktionsbündnis hat inzwischen einen <strong>Forderungskatalog</strong> vorgelegt, in dem es unter anderem heißt: Eine <strong>solide</strong> <strong>Bedarfsanalyse</strong> sei dringend vonnöten, um die <em>&#8222;unumgängliche Restrukturierung&#8220;</em> vorantreiben zu können. Gleichzeitig müsse die <strong>Personalnot</strong> endlich beseitigt werden, sonst könnten die <strong>Einnahmen</strong> nicht verbessert werden. Auf jeden Fall müssten <strong>alle drei Kliniken</strong> bestehen bleiben – <em>&#8222;als Teil der Notfallversorgung und öffentlichen Daseinsvorsorge&#8220;</em>. </p>



<p>Vertreter von <strong>SPD, Linken und Die Partei </strong>verlangen zudem in einem gemeinsamen Antrag <strong>Auskunft</strong> darüber, wie es zu der finanziellen <strong>Schieflage</strong> kommen konnte, warum nicht <strong>rechtzeitiger</strong> eingegriffen wurde und welche <strong>Frühwarnmechanismen</strong> nicht funktionierten.</p>



<p>Das alles hört sich <strong>recht vernünftig an.</strong> Von den verantwortlichen Politikern von <strong>CDU/Grünen/FDP</strong> hören wir: nichts. Wenn sie nicht bald <strong>zu Potte kommen</strong>:</p>



<p>Es könnte <strong>ein</strong> <strong>Ende mit Schrecken</strong> geben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Krankenhaus-Dilemma: 7 Geschäftsführer in 7 Jahren</h2>



<p>Wenn wir uns die <strong>Vorgänge in den Kliniken</strong> etwas genauer anschauen, entdecken wir einen möglichen weiteren Grund für die <strong>desaströse Lage</strong>: In der <strong>Geschäftsführung</strong> herrscht <strong>ein Kommen und Gehen</strong>. Der Verdacht, dass sich das <strong>Elend der Kliniken</strong> auch mit der <strong>Qualität des Managements</strong> erklärt, scheint nicht ganz unbegründet:</p>



<p>In den letzten <strong>sieben Jahren</strong> gab es <strong>sieben Geschäftsführer</strong> in dem Klinik-Konzern. <strong>Nachhaltige Unternehmensführung</strong> sieht anders aus.</p>



<p>2016 kam <strong>Dr. Thomas Steinmüller</strong> (64) und blieb gerade mal einen Monat. An seiner Seite damals: <strong>Dr. Tobias Kaltenbach</strong> (63), der 2018 ging. Dritte im Bunde war <strong>Dr. Dorothea Dreizehnter </strong>(58), die es immerhin bis 2020 aushielt.</p>



<p>2018 wurden mit <strong>Martin Menger</strong> (64) und <strong>Stefan Schad </strong>(41) zwei neue Geschäftsführer eingestellt.</p>



<p>Menger verließ das Unternehmen Anfang dieses Jahres. Für ihn folgte <strong>Patrick Frey</strong> (47).</p>



<p><strong>Mit schlechter Bezahlung</strong> lässt sich die <strong>Fluktuation in der Geschäftsführung</strong> kaum erklären. Menger beispielsweise bekam mehr als <strong>360.000 Euro</strong> im Jahr. Das liegt deutlich über dem <strong>Grundgehalt des Bundeskanzler.</strong> </p>



<p>Kürzlich hat Schad – Jahresgehalt des 41-Jährigen: rund <strong>250.000 Euro</strong> – seine Kündigung eingereicht. Er hat <strong>einen neuen Job</strong> gefunden: Er heuerte bei einem Beratungsunternehmen an. Das wird ihn künftig für teures Geld <strong>an notleidende Kliniken</strong> &#8222;ausleihen&#8220;, die er dann <strong>sanieren</strong> soll.</p>



<p>Nun sollen wohl andere<strong> an ihn glauben</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der neue Geschäftsführer hat noch drei weitere Jobs</h2>



<p>Als Nachfolger von Schad – und damit<strong> neuer zweiter Geschäftsführer neben Patrick Frey</strong> – wurde jetzt <strong>Michael Osypka</strong> vorgestellt. Man kennt sich aus früheren Jahren gemeinsamer Arbeit. <strong>Best Buddies</strong> eben.</p>


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<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Osypka-Michael-Varisano.jpg" alt="Osypka Michael Varisano" class="wp-image-33749" style="width:200px" width="200" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Osypka-Michael-Varisano.jpg 426w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Osypka-Michael-Varisano-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 426px) 100vw, 426px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Osypka wurde Ende August 2023 Geschäftsführer in Teilzeit im Varisano-Klinikverbund. Foto: Varisano</figcaption></figure>
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<p>Branchenkenner <strong>staunten</strong> über die Wahl des Neuen: Kann der bald 60-jährige Osypka wirklich für eine <strong>Wende</strong> sorgen? Großes Fragezeichen! Dem Mann eile der Ruf voraus, ziemlich <strong>umtriebig</strong> zu sein, sagt ein Krankenhaus-Fachmann, <em>&#8222;der verbreitet gerne viel heiße Luft&#8220;</em>.</p>



<p>Auf der <a href="https://www.varisano.de/aktuelles/news/meldung/auf-stefan-schad-folgt-michael-osypka-als-interimsgeschaeftsfuehrer" target="_blank" rel="noopener">Varisano-Internetseite</a> wird Osypka mit allerlei<strong> Nettigkeiten</strong> vorgestellt: Er sei <strong>verheiratet</strong>, habe <strong>zwei Kinder </strong>und lebe in <strong>Frankfurt</strong>&#8230; Die wichtigste Information aber wird verschwiegen:</p>



<p><strong>Osypka ist noch in drei(!) anderen Firmen als Geschäftsführer tätig.</strong></p>



<p>Seit<strong> Mitte 2021</strong> ist er bei der <strong>Gesundheitszentrum Spaichingen</strong> <strong>GmbH</strong> beschäftigt. Das Unternehmen, <strong>300 Kilometer </strong>von Hofheim entfernt, gehört dem <strong>Landkreis Tuttlingen</strong>. Auf der Webseite wird Osypka mal <a href="https://www.gesundheitszentrum-spaichingen.de/" target="_blank" rel="noopener">Geschäftsführer</a>, mal <a href="https://www.gesundheitszentrum-spaichingen.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener">Bevollmächtigter</a> der Gesellschaft genannt.</p>



<p>Erst vor wenigen Monaten – im Mai dieses Jahres – übernahm er dazu einen Job bei der <strong>HRZ Krankenhaus Verwaltungs GmbH in </strong>Schwetzingen: Auch hier stieg er als Geschäftsführer ein, nachzulesen im <strong>Amtsgericht Mannheim</strong> unter dem Firmen-Code HRB 732475. Osypka zeichnet für eine <a href="https://www.psychiatrische-tagesklinik-saeckingen.de/impressum/" target="_blank" rel="noopener">Psychiatrische Tagesklinik</a> in<strong> Bad Säckingen</strong> zuständig. Die Kleinstadt liegt direkt an der Grenze zur Schweiz, <strong>360 Kilometer</strong> sind&#8217;s bis dahin. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Für 100.000 Euro &#8222;Genusswerk&#8220; eingerichtet</h2>



<p>Vor wenigen Jahren war der Mann noch als Geschäftsführer für das<strong> Flörsheimer Marienkrankenhauses</strong> zuständig. Es war ihm kein Erfolg beschieden: Das Haus wurde <strong>geschlossen</strong>.</p>



<p>Flörsheim aber muss es dem <strong>Krankenhaus-&#8222;Sanierer&#8220;</strong> angetan haben: Kurz vor Weihnachten 2021 meldete Osypka eine <strong>Unternehmergesellschaft</strong> beim Handelsregister in Wiesbaden an (HRB 33230), ernannte sich selbst zum <strong>Geschäftsführer</strong> und eröffnete im <strong>Bahnhofsgebäude</strong> des 20.000-Einwohner-Städtchens den Laden &#8222;<strong>Genusswerk</strong>”.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Backgenuss-Floersheim-2.jpg" alt="Backgenuss Floersheim 2" class="wp-image-33659" style="width:640px;height:545px" width="640" height="545" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Backgenuss-Floersheim-2.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2023/09/Backgenuss-Floersheim-2-300x255.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Caféhaus der &#8222;Genusswerk UG (haftungsbeschränkt)&#8220; in Flörsheim. Als Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen: Michael Osypka.</figcaption></figure>
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<p>Es handelt sich um ein <strong>Caféhaus</strong> mit Backwaren, einem überschaubaren Weinangebot und wenigen Lebensmitteln. <strong>100.000 Euro </strong>will Osypka nach eigenen Angaben investiert haben, abends sollte sich der Laden in eine <strong>Wein- und Tapas-Bar </strong>verwandeln. <em>&#8222;Ich werde auch ab und zu hinter der Theke stehen&#8220;</em>, ließ er via Lokalzeitung verbreiten. Denn: <em>&#8222;Gastronomie und Wein waren schon immer mein Faible.&#8220;</em></p>



<p>So richtig gut läuft das &#8222;Genusswerk&#8220; wohl nicht. Vor einiger Zeit kündigte Osypka an, er werde den Bahnhof <strong>trotz seiner hohen Investitionen</strong> wieder räumen. Mit seinem &#8222;Genusswerk&#8220; wolle er in das neue <strong>Gesundheitszentrum</strong> umziehen. Die Location kennt er: Sie befindet sich im <strong>ehemaligen</strong> <strong>Flörsheimer</strong> <strong>Marienkrankenhaus</strong>, das derzeit umgebaut wird.</p>



<p>Gleichzeitig bemüht sich der Mann gerade verstärkt, im <strong>Internet</strong> Kundschaft für seine <strong>Leckereien</strong> zu finden: Er richtete einen <a href="https://www.genusswerk-shop.eu/" target="_blank" rel="noopener">Online-Shop</a> ein, über den er seine <strong>hochpreisigen Lebensmittel</strong> und <strong>alkoholische</strong> <strong>Getränke</strong> zu verkaufen versucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Seine Bezahlung will der neue Chef nicht verraten</h2>



<p>Der Hofheim/Kriftel-Newsletter hatte dazu <strong>einige Fragen</strong> an die Varisano-Pressestelle geschickt: Wie soll ein <strong>Mann mit so vielen Jobs</strong> es schaffen, einen <strong>schwerkranken Krankenhaus-Konzern</strong> aus der Krise zu führen? </p>



<p>Daraufhin meldete sich <strong>Herr Osypka</strong> persönlich per Telefon. Er räumte ein: Ja, er arbeite nicht in Vollzeit für die Kliniken. Vereinbart seien <strong>nur drei Tage pro Woche</strong>. Er sei auch <strong>nicht festangestellt</strong>, sondern im Auftrag des Beratungsunternehmens <a href="https://www.diomedes.de/" target="_blank" rel="noopener">Diomedes</a> im Einsatz. </p>



<p><strong>Über seine weiteren Jobs</strong> – Osypka nannte sie <em>&#8222;Projekte&#8220;</em>, es soll <strong>noch mehr</strong> geben, er will sie aber <strong>nicht nennen</strong> – habe er den <strong>Aufsichtsrat</strong> informiert. Man könne sicher sein, dass er sich seiner <strong>Verantwortung</strong> bewusst sei und der Gesellschaft <strong>mit seiner ganzen Kraft</strong> zur Verfügung stehen werde: &#8222;<em>Ich bin an sieben Tagen erreichbar, rund um die Uhr.&#8220;</em></p>



<p>Was kostet denn sein <strong>Halbtags-Job</strong> dem Klinik-Verbund? <strong>200.000 Euro? </strong>Oder eher <strong>300.000 Euro</strong> pro Jahr (die Beratungsfirma will schließlich auch <strong>mitverdienen</strong>)? Dazu will er nichts sagen: <em>&#8222;Keine Auskunft&#8220;.</em></p>



<p>Dass er nebenbei in Flörsheim ein <strong>Caféhaus</strong> betreibt, nun, das sei sein <strong>Hobby</strong>, dafür habe er Personal. Seine Aussage, er werde ab und zu hinterm Tresen stehen, solle man nicht ernst nehmen: <em>&#8222;Das habe ich doch nur so zu einem Lokalredakteur gesagt.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach den Landtagswahlen wird&#8217;s Veränderungen geben</h2>



<p>Und dieser Mann soll jetzt neben seinen vielen Jobs die <strong>Kraft und die Zeit</strong> aufbringen, einen von <strong>Pleite bedrohten Krankenhaus-Verbund</strong> zu retten?</p>



<p><strong>Harald Schmidt</strong> lebt in Schwalbach, er ist <strong>65 Jahre</strong> alt, war mal <strong>Wirtschaftsprüfer</strong> und <strong>Steuerberater</strong> – jetzt ist er Vorsitzender des <strong>Varisano-Aufsichtsrats</strong>. Auch diese Tätigkeit wird nicht schlecht honoriert: Rund <strong>50.000 Euro</strong> kassiert er pro Jahr.</p>



<p>Von Herrn Schmidt lesen wir diese Worte auf der <strong>Varisano-Webseite</strong>: Der neue Geschäftsführer – gemeint ist <strong>Michael Osypka</strong> – werde <em>&#8222;aktiv gegen die prognostizierten hohen Defizite der kommenden Jahre arbeiten&#8220;.&nbsp;</em></p>



<p>Mit keinem Wort verrät Herr Schmidt, dass<strong> &#8222;sein&#8220; neuer Klinik-Chef</strong> nur einen <strong>Teilzeitjob</strong> macht. Und <em>&#8222;kommende Jahre&#8220;</em>? Das kann so <strong>nicht ganz stimmen</strong>: Osypka bekam erst einmal einen <strong>Ein-Jahres Vertrag</strong>. Ob er danach bleibt? Oder ob dann wieder ein neuer, natürlich wie üblich: erfahrener Krankenhausmanager eingestellt wird, es wäre die <strong>Nr. 8 in 8 Jahren</strong>: Das ist noch offen.</p>



<p>So kann das mit der <strong>Rettung der Kliniken</strong> wohl kaum etwas werden. Derzeit werde angeblich an einem <strong>Restrukturierungsprogramm</strong> gearbeitet, heißt es. Schon wird gestreut, dass es <strong>Veränderungen</strong> geben werde, <strong>unangenehme Veränderungen</strong>, darauf müsse man sich <strong>einstellen</strong>. Aber natürlich erst, wie gesagt, wenn die <strong>Landtagswahlen</strong> <strong>vorbei</strong> sind&#8230;</p>



<p>Angesichts seiner <strong>vielen bezahlten Tätigkeiten</strong> und eines neuen <strong>Teilzeit-Jobs </strong>im Main-Taunus-Kreis bei gleichzeitigem <strong>Genuss-Engagement</strong> in Flörsheim werden die Worte von <strong>Michael Osypka </strong>verständlich, mit denen er sich <strong>zu seinem Amtsantritt</strong> zitieren ließ:</p>



<p>Er wolle, kündigte er an, <strong>seine neue Aufgabe</strong> mit <em>&#8222;Kreativität und Humor&#8220;</em> angehen.</p>



<p><strong>Humor in der Geschäftsführung</strong> – das ist genau das, was die <strong>Varisano-Kliniken</strong> in diesen Zeiten brauchen!</p>



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