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	<title>Al Wazir Tarek &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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	<description>Wissen, worüber die Leute hier reden</description>
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	<title>Al Wazir Tarek &#8211; Hofheim/Kriftel-Newsletter</title>
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		<title>Hofheims Grüne: Was interessiert Lorsbach, wenn&#8217;s um Karriere geht?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2022 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Al Wazir Tarek]]></category>
		<category><![CDATA[Kündiger Albrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Overdick Madlen]]></category>
		<category><![CDATA[Strauss Bianca]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
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					<description><![CDATA[Hofheims Grüne haben sich völlig verrannt: Zu den Sorgen der Lorsbacher wegen der einjährigen Straßen-Vollsperrung hört man von ihnen nichts. Auch das Bäume-Massaker am Heinrichsweg scheint sie nicht zu interessieren. Als sich kürzlich ein Kreisausschuss mit dem Lorsbach-Thema befasste, blieb die Grünen-Fraktionsvorsitzende – sie kommt aus Hofheim – stumm. In der Partei heißt es, sie habe ihre Gründe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die Menschen in Lorsbach bleiben verzweifelt. Die einjährige Vollsperrung der Landstraße L3011 rückt näher – und die Politik eiert nur herum. Erst versagte die CDU-geführte Stadtverwaltung, jetzt schauen die Grünen nahezu demonstrativ weg. Demnächst soll der Kreistag einen Appell verabschieden, an den Formulierungen wird noch gefeilt: Möglichst harmlos müssen sie klingen, sonst wird die Mehrheit der Kreispolitiker wohl nicht zustimmen.</strong></p>



<p>Haben Sie schon mal von <strong>Bianca Strauss</strong> gehört? Die 53-Jährige ist Mitglied bei <strong>Hofheims Grünen</strong>, war zeitweilig Co-Vorsitzende der Stadtpartei und erlebte einen <strong>Hauch</strong> <strong>von</strong> <strong>Bekanntheit</strong>, als sie 2019 <strong>Bürgermeisterin</strong> von Hofheim werden wollte.&nbsp;</p>



<p>Der <strong>Kärrner-Arbeit </strong>auf Stadtebene hat sie den Rücken gekehrt, nachdem sie als Vorsitzende der <strong>Grünen-Kreistagsfraktion</strong> eine Koalition mit CDU und FDP eingegangen ist. Jüngst bot sich ihr eine Gelegenheit, sich als <strong>empathievolle Lokalpolitikerin</strong> zu beweisen – mit einem klaren Statement zu den <a href="https://hk-newsletter.de/2022/10/08/lorsbach-vor-vollsperrung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">drängenden Sorgen vieler Lorsbacher</a> und mit einer deutlichen Stellungnahme zum behördlich verordneten <strong><a href="https://hk-newsletter.de/2022/09/29/stadtwald-hat-kein-fsc-zertifikat/#Heinrichsweg20220930" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bäume-Massaker am Heinrichsweg</a></strong>.</p>



<p>Doch Frau Strauss hat die Chance <strong>vertan</strong>. In einer Sondersitzung des Kreisbauausschusses kam von ihr nichts, <strong>nicht ein einziges Wort</strong>. Auf Nachfrage will sie erst nicht antworten, dann druckst sie herum: <em>&#8222;Das war ein reiner Arbeitsausschuss&#8220;</em>, sagt sie, da sollten <strong>Fachfragen</strong> beantwortet und <strong>keine politischen Statements </strong>abgegeben werden.</p>



<p>Diese Meinung dürfte sie exklusiv haben. In ihrer Partei vermutet man eine andere Erklärung für ihre nahezu <strong>provokative Abgewandtheit</strong>: Ihre <strong>Interessen </strong>hätten sich verschoben, heißt es da. Frau Strauss, die angeblich als <strong>freie Journalistin</strong> arbeitet (<strong>Arbeitsnachweise</strong> von ihr sind im Internet <strong>nicht</strong> zu finden, eine <strong>Webseite</strong> hat sie auch <strong>nicht</strong>; nach eigenen Angaben verfasst sie Texte für Kommunen und Firmen, <strong>nähere</strong> <strong>Angaben</strong> will sie <strong>nicht</strong> machen), also Frau Strauss sei inzwischen <em>&#8222;ganz scharf &#8220; </em>auf ein – bekanntlich gut dotiertes – <strong>Landtagsmandat</strong>. </p>



<p>Deshalb also: <strong>Frau-Strauß-Politik</strong>. Kopf in den Sand und Probleme ignorieren. Das wird man in <strong>Hofheim</strong> und vor allem in <strong>Lorsbach</strong> bestimmt verstehen: Wer in der Politik <strong>was</strong> <strong>werden</strong> <strong>will</strong>, muss sich manchmal selbst zurücknehmen. Man kann sich schließlich nicht um Alles und Jeden <strong>kümmern</strong>, oder?</p>



<p>Die <strong>persönliche Karriere</strong> ist <strong>wichtig</strong>!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lorsbach in Not: Hessen Mobil drängt zur Eile</h2>



<p>Die <strong>Sonder-Sitzung</strong> des Kreisbauaussschusses kannte nur ein einziges Thema: die drohende Vollsperrung der <strong>Landstraße L3011</strong> vor Lorsbach. In der sogenannten Klärwerkskurve fließt neben der Fahrbahn der <strong>Mühlgraben</strong>, und dessen <strong>Stützmauer</strong> ist  <strong>total marode</strong>. Sie zu reparieren dauert angeblich <strong>ein Jahr</strong>, und so lange soll die Straße nach Hofheim komplett <strong>abgeriegelt</strong> werden.</p>



<p>Es ist ein Thema, dass viele Menschen <strong>stark bewegt</strong>. Immerhin rund 50 kamen zur Sondersitzung, das ist<strong> ungewöhnlich</strong>. Sie erlebten Lokalpolitik live, das kann<strong> unerträglich</strong> sein.</p>



<p>Es fehlte: Hofheims einstmals große Lokalzeitung, das <strong>&#8222;Höchster Kreisblatt&#8220;</strong>. Die Redaktion findet immer neue Wege, ihre letzten Leser zu <strong>vergraulen</strong>. Neuerdings hat man sich von der Aktualität<strong> abgekoppelt</strong>: Leser müssen auf rückschauende Berichterstattung selbst bei Ereignissen, die die ganze Stadt bewegen, manchmal <strong>tagelang</strong> <strong>warten</strong>, nicht selten sogar <strong>ganz</strong> <strong>verzichten</strong>. Die Sondersitzung war dem Blatt <strong>keine Zeile</strong> wert, bis heute jedenfalls.</p>



<p>Die <strong>&#8222;Main-Spitze&#8220;</strong> dagegen, eine im Raum Rüsselsheim/Flörsheim erscheinende Lokalzeitung des Mainzer VRM-Verlages, veröffentlichte <a href="https://www.main-spitze.de/lokales/kreis-main-taunus/landkreis-main-taunus/ausschuss-des-main-taunus-kreises-beraet-verkehrsachse-2055169" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einen ausführlichen Bericht</a>. So wissen wir jetzt: Die Chance, dass die einjährige Vollsperrung noch vermieden werden kann, ist <strong>maximal minimal</strong>, eher noch geringer. Die Arbeiten sollen wie geplant im <strong>März nächsten Jahres </strong>beginnen: <strong>Eile</strong> sei geboten, hieß es, der Zustand der Stützmauer sei <strong>derart</strong> <strong>bedenklich</strong>, <em>&#8222;dass mittlerweile Sonderprüfungen&#8220;</em> durchgeführt werden müssten.</p>



<p>Die in der Sitzung anwesenden Mitarbeiter von Hessen Mobil wiesen laut &#8222;Main-Spitze&#8220; mehrfach darauf hin, dass <strong>eine einjährige Vollsperrung unumgänglich sei</strong>. Man werde aber in den Ausschreibungen eine „<a href="https://www.deutsches-ausschreibungsblatt.de/informationen/glossar/beschleunigungsverguetung/" target="_blank" rel="noopener">Beschleunigungsvergütung</a>“ aufnehmen: Baufirmen wird eine <strong>Prämie</strong> gezahlt, wenn sie vor der vereinbarten Frist <strong>fertig</strong> werden. Das ist übrigens kein Entgegenkommen: Im Straßenbau sind solche&nbsp;Vereinbarungen <strong>durchaus</strong> <strong>üblich</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bürgermeister agiert populistisch gegen Landesbehörde</h2>



<p>Jedes von den Lorsbachern erhoffte <strong>Entgegenkommen</strong> – Bauarbeiten nochmals <strong>verschieben</strong>, Graben <strong>dauerhaft</strong> verrohren, neue Planung erstellen incl. <strong>Baustellenumfahrung</strong> <strong>mit</strong> <strong>Ampelschaltung</strong> – wird von Hessen Mobil abgelehnt, weil angeblich unmöglich. Die Stimmungslage gilt längst als <strong>verkantet</strong>, was einige Hofheimer Lokalpolitiker gerne Hessen Mobil zuschreiben. Ehrlicher wäre, wenn sie auch eine <strong>verkorkste</strong> <strong>Hofheimer</strong> <strong>Lokalpolitik</strong> als Ursache benennen würden:&nbsp;</p>



<p>Als Einwände gegen die geplante Vollsperrung <strong>noch möglich</strong> waren, duckte man sich im Hofheimer Rathaus weg. Überliefert ist die Aussage: <em>&#8222;Wir mischen uns nicht in die Arbeit anderer Behörden ein.“</em></p>



<p>Als die aufwendige Planung von Hessen Mobil dann <strong>fertig</strong> <strong>vorlag</strong> und vom zuständigen grünen <strong>Minister Tarek Al-Wazir</strong> abgezeichnet worden war, erwachte man. <strong>CDU-Bürgermeister Christian Vogt</strong> schaltete prompt in den <strong>Empörungsmodus</strong> und mühte <strong>plumpen</strong> <strong>Populismus</strong>: Das Verhalten der Straßenbauer sei <strong>unkooperativ</strong> <strong>und</strong> <strong>unfreundlich</strong>, dazu <strong>unverschämt</strong> <strong>und</strong> <strong>arrogant</strong>, ließ er via Lokalzeitung verbreiten. Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, <strong>keiner</strong> habe jemals <strong>gute</strong> <strong>Erfahrungen</strong> mit Hessen Mobil gemacht.</p>



<p>Ob derlei<strong> Ausfälligkeiten eines lokalen Amtsträgers</strong> bei der gewünschten <strong>Bewusstseinsänderung einer Landesbehörde </strong>hilfreich sind, darf <strong>bezweifelt</strong> werden.</p>



<p>Hinzu kommt, wir erinnern uns: Christian Vogt hatte dem hessischen Verkehrsminister vor zwei Jahren <strong>derb auf die Füße getreten</strong>. Tarek Al-Wazir hatte die <strong>Mietpreisbremse</strong> in der Kreisstadt <strong>verlängern</strong> wollen, wiederholt schrieb seine Behörde deshalb Hofheims Bürgermeister an. Doch der <strong>reagierte einfach nicht</strong> – bis die Frist <strong>abgelaufen</strong> war. Keine Mietpreisbremse in der Kreisstadt: Der <strong>Verdacht</strong> wurde laut, dass Vogt auf Wunsch <strong>parteiinterner</strong> <strong>Immobilienfreunde</strong> gehandelt habe. Als Stadtverordnete in einem <strong>Akteneinsichtsausschuss</strong> nach Aufklärung suchten, gab Vogt an, er habe die Schreiben aus Wiesbaden <strong>nicht gesehen</strong>; eine <strong>dienstliche E-Mail</strong> habe Al-Wazirs Ministerium sogar – Vogt gab sich auch damals richtig empört – an seinen <strong>Privat-Account</strong> geschickt&#8230;</p>



<p>Mit anderen Worten: <strong>Hofheims</strong> <strong>Bürgermeister</strong> schob die Gründe für den <strong>Verlust der Mietpreisbremse</strong> dem Ministerium von Tarek Al-Wazir zu. Und dieser Minister soll ihm jetzt in Lorsbach <strong>beistehen</strong> und Hessen Mobil <strong>zurückpfeifen</strong>?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bigotter Umgang mit der Natur: Grüne schauen weg</h2>



<p>Es sieht nicht gut aus um Lorsbach. Das liegt inzwischen auch an Hofheims Grünen, die früher Schlagworte wie <strong>Bürgernähe</strong> und <strong>politische</strong> <strong>Teilhabe</strong> auf ihre Fahnen geschrieben hatten – und heute eher an <strong>Parteiräson</strong> und die <strong>persönliche</strong> <strong>Karriere</strong> denken.</p>



<p>Tarek Al-Wazir, ihr <strong>Vorzeige-Minister</strong> in Wiesbaden, hat die Planung für die Baustelle incl. Langzeit-Vollsperrung genehmigt.</p>



<p>Sollen Hofheims Grüne deshalb mit ihm <strong>in Clinch gehen</strong>?</p>



<p><strong>Kritiker der Langzeit-Vollsperrung </strong>schlagen vor, dass man nur den kleinen Mühlgraben neben der Straße <strong>dauerhaft verrohren</strong> müsste, dann könne der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden – Problem gelöst. Das aber wurde vom Amt für Bauen, Umwelt, Wasser- und Bodenschutz in der Kreisverwaltung ausdrücklich und mit Hinweis auf eine angebliche Gesetzeslage abgelehnt. Verantwortlich in diesem Fall: <strong>Madlen Overdick, die grüne Beigeordnete</strong> in der Kreisverwaltung.</p>



<p>Sollen Hofheims Grüne etwa die eigene Frontfrau <strong>attackieren</strong> oder auch nur <strong>kritisch</strong> <strong>hinterfragen</strong>?</p>



<p>Selbst <strong>Naturschutz</strong> scheint für Hofheims Grüne kein Thema mehr: Dem kleinen Mühlgraben gewähren sie vollen <strong>behördlichen Schutz</strong>. Am Heinrichsweg dagegen wurden <strong>jede Menge dicker Bäume gefällt</strong>, damit Rettungsfahrzeuge während der Zeit der Vollsperrung durch den Wald düsen können: </p>



<p>Hofheims Grünen <strong>schauen weg</strong> und <strong>schweigen</strong>.</p>



<p>Die Sondersitzung des Kreisbauausschusses hätte die Stunde der Grünen-Fraktionsvorsitzenden werden können: Bianca Strauss hätte sich nur stark machen müssen – für die <strong>Nöte der Lorsbacher</strong> und gegen einen<strong> bigotten Umgang mit der Natur.</strong></p>



<p>Aber von ihr kam nichts. <strong>Gar nichts.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kreistag plant Appell – nur harmlos muss er sein</h2>



<p>Jetzt heißt es warten: Am<strong> 31. Oktober</strong> soll sich der Kreistag nochmals mit dem Thema Lorsbach befassen<strong>. Linke, SPD und FWG </strong>wollen dann einen Appell an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir beschlossen sehen.&nbsp;</p>



<p>Die Mehrheit in der <strong>CDU-Fraktion</strong> hat schon angedeutet, <strong>kein großes Interesse</strong> an einem Aufstand zu haben: Das <strong>Plangenehmigungsverfahren</strong> liege schließlich vor, da könne man nicht mehr viel machen.</p>



<p>Für die <strong>Grünen im Kreistag </strong>hat sich <strong>Albrecht Kündiger </strong>geäußert. Der ist in <strong>Kelkheim Bürgermeister</strong> und vertritt – ganz im Sinne seines Ministers – die Auffassung, die geplante Vollsperrung sei <em>&#8222;alternativlos&#8220;</em>, Tarek Al-Wazir habe <strong>alles richtig</strong> gemacht. </p>



<p>Frau Strauss wiederum sagt am Telefon, eigentlich sei der Kreis <strong>gar nicht zuständig</strong>, die Straßenbaustelle sei eigentlich nur eine <strong>Angelegenheit von Stadt und Land</strong>. Es klingt, als wolle sie als <strong>Kreistagsabgeordnete aus Hofheim</strong> mit den Problemen der Lorsbacher <strong>nicht belästigt</strong> werden.</p>



<p>Dann sagt sie auch, gegen einen Appell sei nichts einzuwenden, daran werde gerade  gearbeitet. Das stimmt:</p>



<p>Derzeit wird zwischen den Fraktionen um <strong>Formulierungen</strong> gerungen, die von der Mehrheit akzeptiert werden können: Das Ministerium möge alle erdenklichen Maßnahmen <strong>prüfen</strong>, die eine Vollsperrung verkürzen und eine einspurige Umfahrung ermöglichen, auch möge man einen Schichtbetrieb <strong>in Erwägung ziehen</strong>&#8230;</p>



<p>So <strong>irgendwie</strong> soll der Appell lauten. Nur nicht <strong>zu hart</strong>, lieber etwas <strong>sanfter</strong>: Denn nur dann wird im Kreistag die <strong>Koalition aus CDU, Grünen und FDP</strong> einverstanden sein.</p>



<p>Und dann wird auch <strong>Bianca Strauss</strong> ihre Hand zustimmend heben können. Für Hofheim, für Lorsbach.</p>



<p>Es sollte ihrer Polit-Karriere <strong>keinen Schaden </strong>tun.</p>



<p class="has-text-align-center">+ + + + +</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nachtrag:  Grüne wählen Bianca Strauss zur Direktkandidatin</h2>



<p><strong>11. Dezember 2022</strong> – die Grünen im Main-Taunus-Kreis verschickten soeben eine Pressemitteilung, in der es wörtlich heißt:</p>



<p>&#8222;Als Direktkandidatin für den Wahlkreis 33, Main-Taunus II, wurde Bianca Strauß (52) aus Hofheim gewählt, sie ist zurzeit Co-Parteivorsitzende und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag. <em>„Die Menschen hier sehnen sich aufgrund der multiplen Krisen nach Zuversicht und Sicherheit. Wir müssen alles tun, um ihnen Halt zu geben in dieser turbulenten Zeit. Der Wandel unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit bietet uns große Chancen“, </em>ist Strauß überzeugt. &#8222;</p>



<p><em>&#8222;Die Menschen sehnen sich aufgrund der multiplen Krisen&#8220; </em>– das ist ebenso schreckliches Politiker-Sprech. Wer so über die Menschen und ihre Sorgen spricht, muss sich bereits ziemlich weit von ihnen entfernt haben&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Lorsbach in Angst – nur noch 6 Monate bis zur Vollsperrung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Ruhmöller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Oct 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Al Wazir Tarek]]></category>
		<category><![CDATA[Exner Wolfgang]]></category>
		<category><![CDATA[Grassel Dr. Barbara]]></category>
		<category><![CDATA[Nickel Andreas]]></category>
		<category><![CDATA[Vogt Christian]]></category>
		<category><![CDATA[Wintermeyer Axel]]></category>
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					<description><![CDATA[Es klingt nach purer Verzweiflung: In einer Sitzung des Kreisbauausschusses am Mittwoch wollen SPD, Linke und FWG per Antrag versuchen, die geplante einjährige Vollsperrung der L3011 vor Lorsbach zu verhindern. Report über ein kleines Dorf, das sich gegen die Ausgrenzung sperrt – und derzeit erleben muss, wie Lokalpolitik wirklich funktioniert. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="has-text-color wp-block-heading" style="color:#313131;font-size:20px;font-style:normal;font-weight:700">⇨ Report über einen Ortsteil, der sich gegen Ausgrenzung wehrt</h3>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="has-text-color wp-block-heading" style="color:#313131;font-size:20px;font-style:normal;font-weight:700">⇨ Kann die einjährige Vollsperrung der L3011 verhindert werden?</h3>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="has-text-color wp-block-heading" style="color:#313131;font-size:20px;font-style:normal;font-weight:700">⇨ Mittwoch Ausschusssitzung – und nur ganz wenig Hoffnung</h3>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Es geschah in einem <strong>Traum</strong>, er vermochte <strong>hoffnungsfroh</strong> zu stimmen, deshalb dürfen Sie ihn hier ruhig erfahren:</p>



<p>Treffen sich <strong>zwei Männer</strong> in einem Wiesbadener <strong>Edelrestaurant</strong>. Man kennt sich, man <strong>duzt</strong> sich, jeder bestellt <strong>ein Gläschen Wein </strong>(<em>„Grauburgunder, 0,2 bitte“</em>), und nach kurzem Smalltak kommt der <strong>Axel</strong> zur Sache:</p>



<p><em>„Tarek, ich hab ein Riesen-Problem! Ich krieg so’n Druck“ </em>– er breitet beide Arme aus, der Abstand zwischen den Händen ist <strong>ziemlich groß</strong> – <em>„du musst mir bitte helfen, unbedingt!“</em></p>



<p><em>„Mach ich doch gerne“</em>, sagt der <strong>Tarek</strong> und trinkt ein <strong>Schlückchen</strong> von seinem Wein. <em>„Beste Freunde halten zusammen, sag ich immer. Wo brennt’s denn?“</em></p>



<p><em>„Lorsbach“</em>, sagt der Axel und verzieht sein Gesicht, als litte er <strong>starke Schmerzen</strong>. <em>„Ganz fürchterlich! Das Dorf soll ein Jahr lang abgeriegelt werden, du weißt, wegen einer Baustelle von deinem Hessen Mobil. Jetzt laufen die Leute plötzlich Amok. Der Vogt – das ist der Bürgermeister von Hofheim, vielleicht hast du mal von ihm gehört? – ja, ich gebe zu, er hat’s am Anfang voll versemmelt, damals wäre eine Umfahrung der Baustelle sicher kein Problem gewesen… Die Leute steigen ihm aufs Dach, er sei schließlich der Bürgermeister<em>, sagen sie</em>, er solle sich auch mal für sie einsetzen. Und jetzt drängelt er, ich solle endlich was machen, ich sei schließlich Staatsminister…“</em></p>



<p><em>„Axel, beruhige dich“</em>, sagt Tarek <strong>freundlich</strong>. <em>„Komm runter! Was könnte ich denn tun? Du weißt ganz genau, wir haben Vorschriften und Gesetze, Naturschutz und so, da kann ich mich nicht einfach drüber hinwegsetzen.“</em></p>



<p><em>„Ach Mann“</em>, stöhnt der Axel, er wirkt etwas genervt, <em>„Gesetze und Vorschriften, das ganze Blabla – ich kann’s nicht mehr hören! Wen interessiert das? Du bist Minister, du kannst hier vielen Leuten einen Gefallen tun. Denk daran: Es geht auch um Wählerstimmen, in einem Jahr sind Landtagswahlen!“</em></p>



<p>Axel hat sich ein bisschen <strong>in Rage geredet</strong>. Er macht eine unwirsche Handbewegung, stößt mit dem Ellenbogen gegen <strong>das halbgeleerte Weinglas</strong>, es fällt <strong>klirrend</strong> zu Boden…</p>



<p>Der Wecker klingelt&#8230;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/10/20221007-Wazir-Wintermeyer.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/10/20221007-Wazir-Wintermeyer.jpg" alt="Lorsbach" class="wp-image-24494" width="641" height="579" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/10/20221007-Wazir-Wintermeyer.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/10/20221007-Wazir-Wintermeyer-300x271.jpg 300w" sizes="(max-width: 641px) 100vw, 641px" /></a><figcaption>Dokumentierte Männerfreundschaften: CDU-Minister Axel Wintermeyer postete 2015 ein Foto, das ihn mit Tarek Al Wazir (Grüne) zeigt. Links im Bild Patrick Burghardt, neben ihm Christian Vogt (mit Sonnenbrille). Burghardt war damals Bürgermeister von Rüsselsheim, hatte sich Vogt als Büroleiter geholt. Als Burghardt 2017 nicht wiedergewählt wurde, kamen beide bei der Landesregierung in Wiesbaden unter.</figcaption></figure>
</div>


<p class="has-text-align-right" style="font-size:10px">Foto: Screenshot Axel-Wintermeyer-Facebookseite</p>



<p><strong>Aus der Traum.</strong> Leider. Deshalb kann nicht gesagt werden, wie das Treffen ausgegangen ist. Es hat natürlich auch nie stattgefunden, die ganze Handlung ist <strong>absolut</strong> <strong>irreal</strong>:</p>



<p>Dass <strong>Axel Wintermeyer</strong> – er ist sollte als <strong>CDU-Staatsminister </strong>Hofheims Speerspitze in der Landeshauptstadt Wiesbaden sein, dazu ist er <strong>CDU-Abgeordneter im MTK-Kreistag</strong> und <strong>CDU-Stadtverordneter</strong> in Hofheim sowie <strong>CDU-Parteivorsitzender</strong> im Main-Taunus-Kreis – also dass sich dieser <strong>parteipolitische Multifunktionär</strong> für die Interessen der von Ausgrenzung bedrohten Lorsbacher bei seinem Kabinettskollegen, dem zuständigen <strong>Verkehrsminister und Obergrünen Tarek Al Wazi</strong>r, eingesetzt haben soll:</p>



<p>Davon hat man bis heute <strong>nichts</strong> gehört. Wirklich <strong>gar nichts</strong>!</p>



<p>Wintermeyer ist ausweislich seiner Facebookseite viel im Land unterwegs, verteilt gerne Urkunden und Zuschüsse. Eher Grüßaugust als Gestalter. Dass sich der <strong>CDU-Matador</strong> in irgendeiner anderen Weise <strong>für Lorsbach</strong> und die <strong>Sorgen der Menschen</strong> dort stark gemacht hätte: Haben Sie je davon vernommen? </p>



<p>So ist die <strong>wahre Geschichte</strong> der angedrohten Lorsbacher Ein-Jahres-Baustelle auch ein <strong>Lehrstück</strong> darüber, wie Lokalpolitik <strong>wirklich</strong> <strong>funktioniert</strong> – oder eben <strong>nicht</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Rathaus Hofheim hieß es: Ist nicht unsere Baustelle</h2>



<p>Nur noch <strong>sechs Monate</strong> bis zur <strong>Vollsperrung</strong>!</p>



<p>Es geht um rund<strong> 500 Meter der Landstraße L3011</strong> direkt vor der Ortseinfahrt nach Lorsbach in der sogenannten <strong>Klärwerkskurve</strong>. Zuständig ist die Landesbehörde Hessen Mobil, die bereits vor Jahren mitgeteilt hat: Die <strong>Stützmauer</strong> zum Mühlgraben, der direkt neben der Fahrbahn verläuft, sei derart&nbsp;verrottet, dass sie&nbsp;<em>„lediglich eine Restnutzungsdauer bis zum Jahr 2022 aufweist“.</em></p>



<p>Die Stützmauer muss also <strong>dringendst</strong> erneuert werden. Die Bauarbeiten sollen <strong>ein ganzes Jah</strong>r dauern. Und für diese Zeit muss die Straße nach Hofheim <strong>komplett</strong> <strong>gesperrt</strong> werden. Der Termin rückt immer näher, längst grassiert in Lorsbach die <strong>Angst</strong>: Die Menschen sehen die letzten <strong>Geschäfte</strong>, <strong>Handwerksbetriebe</strong>, <strong>Restaurants</strong> und den kleinen <strong>Kiosk</strong> in ihrem Dorf kaputt gehen.</p>



<p>Nach <strong>Corona</strong> eine neue Art von <strong>Lockdown</strong> <strong>in Lorsbach</strong>: Muss das wirklich sein?</p>



<p>Im Rückblick finden wir eine Erklärung<strong> für die verfahrene Situation</strong>, die sich inzwischen als <strong>kaum noch reparabel</strong> darstellt. Und wir müssen erkennen: Nicht<strong> die Hybris</strong> einer Landesbehörde, wie gern kolportiert wird, führt zur Straßensperrung. Sondern <strong>lokalpolitisches Totalversagen</strong> auf unterster Ebene. </p>



<p><strong>Interessiert uns nicht</strong>, hieß es damals im Hofheimer Rathaus, als <strong>Hessen Mobil</strong> erste Informationen zur geplanten Baustelle übermittelte. Die L3011 sei eine <strong>Landstraße</strong> und damit  Sache der <strong>Landesbehörde</strong> – Punkt.</p>



<p><em>„Ist nicht unsere Baustelle“</em>, soll der <strong>Erste Beigeordnete Wolfgang Exner</strong> (CDU) nach <strong>glaubwürdiger</strong> <strong>Darstellung</strong> mehrerer Lokalpolitiker wiederholt gesagt haben. Kritische Anmerkungen soll er in der ihm eigenen Art<strong> brüsk zurückgewiesen </strong>haben: <em>&#8222;Wir mischen uns nicht in die Arbeit anderer Behörden ein.&#8220;</em></p>



<p><strong>Basta-Politik</strong>. Nicht zeitgemäß, aber in Hofheims Rathaus durchaus <strong>Usus</strong> und <strong>gelitten</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Frühe Analyse: Magistrat wie narkotisiert</h2>



<p><strong>Herbst 2020:</strong> Durchs Dorf wabern leise <strong>Gerüchte</strong>, dass die L3011 während der Bauzeit gesperrt werde, und zwar <strong>komplett</strong>. Im Ortsbeirat wird nach Einzelheiten gefragt, die Informationslage bleibt <strong>dürftig</strong>. <em>„Ist nicht unsere Baustelle!“</em></p>



<p><strong>Anfang 2021: </strong>Hessen Mobil teilt mit, dass die Bauarbeiten im <strong>Herbst 2022 </strong>beginnen sollen. Und dass die schmale Straße wegen der großen Baumaschinen <strong>für mindestens ein Jahr </strong>voll gesperrt werden müsse.&nbsp;</p>



<p><strong>Protest</strong> erwacht, noch zeitlupenhaft. Die <strong>Linken</strong> schicken Fragen ans Rathaus, die dörfliche <strong>CDU</strong> sammelt Unterschriften. Außerhalb von Lorsbach juckt das Thema natürlich keinen Menschen, es ist halt, so sagt man, <strong>ein sublokaler Aufreger</strong>.</p>



<p>Auch aus dem Rathaus in der Kernstadt ist<strong> keine Hilfe</strong> zu erwarten. Der Hofheim/Kriftel-Newsletter titelt im Januar 2021: <a href="https://hk-newsletter.de/2021/01/11/metzgerei-in-der-altstadt/#Lorsbach2021011">&#8222;Magistrat wie narkotisiert – Lorsbach verzweifelt&#8220;</a>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/05/20220514-Lorsbach6.jpg"><img decoding="async" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/05/20220514-Lorsbach6.jpg" alt="20220514 Lorsbach6" class="wp-image-22325" width="642" height="422" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/05/20220514-Lorsbach6.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/05/20220514-Lorsbach6-300x197.jpg 300w" sizes="(max-width: 642px) 100vw, 642px" /></a><figcaption>Das Straßenstück, das den Lorsbachern Angst macht. Links unter den Büschen der Mühlgraben, rechts Klärwerk und Reiterhof, dazwischen die schmale L3011.</figcaption></figure>
</div>


<p><strong>August 2021: </strong>Hessen Mobil fordert, wie bei solchen Baumaßnahmen vorgeschrieben, <strong>zahlreiche Behörden</strong> auf, sich mit <strong>Hinweisen</strong> und <strong>Einwänden</strong> zu den Bauarbeiten zu melden. Wer antwortet nicht? Genau, Hofheims Stadtverwaltung. Man hat <strong>keine Bedenken</strong> und <strong>keine Einwände</strong> –<em> „ist nicht unsere Baustelle.“</em></p>



<p><strong>Dezember 2021:</strong> Der zuständige <strong>Verkehrsminister Tarek Al Wazir </strong>unterzeichnet die <strong>Plangenehmigung</strong>. Sie umfasst 93 Seiten, auf Seite 88 ist nachzulesen: <em>„Die Gemeinde Eppstein und die Stadt Hofheim am Taunus haben im Beteiligungsverfahren weder Einwendungen erhoben noch Stellungnahmen abgegeben.</em>&#8220; In der Behörden-Kommunikation ist das eindeutig: Im <strong>Rathaus Hofheim</strong> interessiert man sich nicht dafür, was Hessen Mobil vor Lorsbach <strong>plant und baut</strong>.</p>



<p><strong>Februar 2022:</strong> Hessen Mobil teilt mit, dass die Arbeiten im <strong>August 2022 </strong>beginnen sollen. Jetzt plötzlich große Aufregung im Rathaus. <strong>Bürgermeister Vogt</strong> gibt sich empört: Das sei <em>„ein unkooperativer Akt der Unfreundlichkeit“</em>. Er lässt verbreiten, er habe im Namen des Magistrats die Landesregierung <strong>um</strong> <strong>Unterstützung</strong> gebeten.</p>



<p><strong>März 2022</strong>: Hessen Mobil verschiebt <strong>auf Bitten der Stadt</strong> den Start der Bauarbeiten ins <strong>Frühjahr 2023</strong>. Denn der Erste Beigeordnete Exner will mit dem Besitzer des Reiterhofs verhandeln zu wollen. Das hatte zwar Hessen Mobil schon getan, aber Exner will wohl sein bisheriges <strong>Desinteresse</strong> vergessen machen. Sein Plan klingt nicht sonderlich originell: Der Reiterhof soll seine <strong>Pferdekoppeln</strong> neben der Straße für eine Umfahrung der Baustelle zur Verfügung stellen, die Stadt würde ihn dafür entschädigen, und zwar richtig großzügig.</p>



<p><strong>April 2022:</strong> Exner erklärt die Verhandlungen mit dem Reiterhof für <strong>gescheitert</strong>.</p>



<p>Hessen Mobil legt sich fest: <a href="https://hk-newsletter.de/2022/04/08/lorsbach-l-3011-wird-voll-gesperrt/">Baustart ist März 2023</a>.</p>



<p>Der Magistrat reagiert mit einer Pressemitteilung, Überschrift: <a href="https://www.hofheim.de/rathaus/Pressemitteilungen/pressemeldung.php?showpm=true&amp;pmurl=https://www.hofheim.de/newsdesk/publications/Hofheim_am_Taunus/180010100000093411.php" target="_blank" rel="noopener">„Stadtverordnetenversammlung will rechtliche Schritte bis zur Enteignung”</a>. Der Text – Auszug: <em>„Diesem Prüfantrag&nbsp;wird der Magistrat nachkommen</em>&#8230;<em>.“</em> – stützt den Verdacht, dass man in Hofheims Stadtverwaltung zeitweilig nicht nur den juristischen Sachverstand <strong>abschaltet</strong>:</p>



<p>Ob die <strong>Enteignung des Reiterhofes</strong> wirklich geprüft wurde – oder ob es sich bei der Pressemeldung nur um eine <strong>Nebelkerze</strong> <strong>der</strong> <strong>Stadtführung</strong> handelte, die den Lorsbachern zeigen soll, wie sehr man sich für sie einsetze: Das muss hier offen bleiben. Tatsache ist:</p>



<p>Die <strong>Prüfung einer Enteignung </strong>war definitiv niemals von Hofheims Stadtverordneten beschlossen worden. Dementsprechend findet sich das Wort &#8222;Enteignung&#8220; in den offiziellen Sitzungsprotokollen <strong>nicht erwähnt</strong>. </p>



<p><strong>Fake News</strong> in einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt Hofheim: Das ist dreist, das  zeugt von <strong>Chuzpe</strong>! Das erlaubt <strong>Rückschlüsse</strong>, wie in Hofheim Lokalpolitik gemacht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann Hessen Mobil noch umgestimmt werden?</h2>



<p>Jetzt haben wir <strong>Oktober 2022</strong>. Die Stützmauer <strong>bröselt</strong> vor sich hin. Fachleute halten es nicht für ausgeschlossen, dass sie eines baldigen Tages <strong>einstürzt</strong> und dann die ganze Fahrbahn <strong>wegbricht</strong>. Wie gesagt: als <strong>Restnutzungsdauer</strong> wurde <strong>2022</strong> ermittelt. </p>



<p>Nur noch <strong>sechs Monate</strong> bis zur geplanten Vollsperrung.</p>



<p>Im <strong>Internet</strong> läuft noch immer eine <a href="https://www.openpetition.de/petition/online/buergerbegehren-gegen-1-jahr-vollsperrung-der-l3011-zwischen-lorsbach-und-hofheim" target="_blank" rel="noopener">Unterschriftensammlung</a> gegen die Vollsperrung. Stand heute, 8. Oktober, 12 Uhr, fanden sich bisher 1.383 Unterzeichner. Als Sammelziel wird genannt: 10.000 Unterschriften.</p>



<p>Beidseits des <strong>Heinrichswegs</strong> wurden <a href="https://hk-newsletter.de/2022/09/29/stadtwald-hat-kein-fsc-zertifikat/#Heinrichsweg20220930" target="_blank" rel="noreferrer noopener">letztens</a> jede Menge Bäume gefällt: Wenn die Straße demnächst voll abgeriegelt wird, sollen Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn durch den Stadtwald düsen. Wolfgang Exner versichert  <a href="https://www.hofheim.de/rathaus/Pressemitteilungen/pressemeldung.php?showpm=true&amp;pmurl=https://www.hofheim.de/newsdesk/publications/Hofheim_am_Taunus/180010100000097048.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">per Pressemitteilung</a>, man müsse handeln, <em>„wenn auch schweren Herzens</em>“. Dass Bäume reihenweise gefällt würden, so lässt er sich zitieren, sei <em>„keine Vorentscheidung für eine einjährige Vollsperrung“</em>. Das wollen wir ja gerne glauben;  andererseits: Was von <strong>Exners Pressemitteilungen</strong> zu halten ist – siehe oben, April 2022.</p>



<p>Christian Vogt, der CDU-Bürgermeister, erzählt in einem seiner wöchentlichen <strong>„Freitagsblick“-Internetvideos</strong>, dass er im Kreistag für die Lorsbacher <strong>gekämpft</strong> habe. Wörtlich: <em>„Ihr versteht, als Hofheimer Bürgermeister Bürgermeister habe ich hier ganz klar Position bezogen, gegen die einjährige Vollsperrung.“</em></p>



<p>Wir verstehen, natürlich!<em> </em></p>



<p>Dass bei Vogt bzw. in dem von ihm geführten Rathaus eine der zentralen Ursachen für den<strong> ganzen Schlamassel</strong> zu verorten ist (<em>„Ist nicht unsere Baustelle!“</em>), scheint der Mann komplett verdrängt zu haben.&nbsp;Da haben wir&#8217;s wieder, das vogtsche <strong><a href="https://hk-newsletter.de/2022/10/06/fsc-guetesiegel-fur-stadtwald/">Pippi-Langstrumpf-Prinzip</a></strong>: <em>„Ich mach mir die Welt widewide wie es mir gefällt.“</em></p>


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<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2.jpg"><img decoding="async" width="640" height="480" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2.jpg" alt="20220212 Lorsbach2" class="wp-image-17657" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption>Der Bach des Anstoßes: Der Mühlgraben neben der L3011. Würde er verrohrt, könnte – vielleicht – die Vollsperrung kürzer ausfallen.</figcaption></figure>
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<p>Wir müssen erkennen: Jetzt plötzlich werden <strong>viele laute und zugleich</strong> <strong>leere Reden</strong> geschwungen. Die Lorsbacher wollen dennoch nicht aufgeben. Am kommenden <strong>Mittwoch, 12. Oktober,</strong> tagt der <strong>Bau- und Planungsausschuss</strong> des Kreises (Beginn: 17 Uhr). Zwar sind weder Kreistag noch Kreisbehörde unmittelbar <strong>zuständig</strong>, aber man kann&#8217;s ja mal versuchen&#8230; </p>



<p>Es ist eine Art <strong>Sondersitzung</strong>, das einzige Thema ist die geplante Vollsperrung. Ursprünglich war der kleine „Raum Hofheim“ für ausreichend befunden worden, jetzt will man im <strong>großen</strong> <strong>Sitzungssaal</strong> des Landratsamtes tagen: Die Lorsbacher trommeln seit Tagen im Internet, es wird mit etlichen <strong>Besuchern</strong> gerechnet.</p>



<p>Nicht<strong> Axel Wintermeyer, Christian Vogt, Wolfgang Exner</strong> oder all die anderen Hofheimer <strong>CDU-Politiker</strong>, die im Kreistag zur Mehrheitskoalition aus CDU/Grünen/FDP gehören, haben diese Sondersitzung angeregt. Sondern die Oppositionsparteien SPD, Linke und FWG. <strong>Unermüdliche Antreiber</strong> sind die Fraktionsvorsitzenden <strong>Barbara Grassel</strong> (Linke) und <strong>Andreas Nickel</strong> (FWG), die beide in Lorsbach leben. Ihr Einsatz verdient <strong>allergrößten</strong> <strong>Respekt</strong>, denn wenn ihr Plan auch <strong>nachvollziehbar</strong>, <strong>vernünftig</strong> und <strong>umsetzbar</strong> erscheint – er dürfte gleichwohl <strong>chancenlos</strong> sein:</p>



<p>Sie möchten, dass der <strong>Mühlgraben</strong> neben der Straße, derzeit ein kleiner <strong>Schmuddelbach</strong> <strong>ohne erkennbaren ökologischen Wert</strong>, verrohrt wird. Dann könnten die Bauarbeiten <strong>schneller</strong> vonstatten gehen. Außerdem könnte die Baustelle zumindest zeitweilig <strong>einspurig</strong> umfahren werden.</p>



<p>Eine Verrohrung war allerdings ausdrücklich <strong>abgelehnt</strong> worden, und zwar in der Kreisbehörde (<strong>Landrat: Michael Cyriax, CDU</strong>): Dort ist das <strong>Amt für Bauen und Umwelt, Wasser- und Bodenschutz</strong> zuständig, es wird geführt von der <strong>grünen</strong> <strong>Beigeordneten Madlen Overdick</strong>.</p>



<p>Mit ihrem Antrag im Kreisausschuss wollen <strong>SPD, Linke und FWG</strong> einen Beschluss des <strong>Kreistags</strong> herbeiführen: Die Entscheidung der Overdick-Abteilung soll <strong>überprüft</strong> werden – natürlich mit dem Ziel, dass eine Verrohrung des Mühlgrabens doch noch machbar ist.</p>



<p>Würden <strong>CDU und Grüne</strong> mitmachen, könnte die bisherige Planung <strong>für den Papierkorb</strong> sein – vielleicht. Aber auf jeden Fall wäre die CDU-geführte Kreisverwaltung und vor allem deren grüne Beigeordnete <strong>schwerstens</strong> <strong>düpiert</strong>.</p>



<p>Kann so ein Antrag der Opposition Chancen haben?</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2.jpg"><img decoding="async" width="640" height="480" src="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2.jpg" alt="20220212 Lorsbach2" class="wp-image-17657" srcset="https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2.jpg 640w, https://hk-newsletter.de/wp-content/uploads/2022/02/20220212-Lorsbach2-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption>Ein Foto aus dem Frühjahr: Die Bäume waren noch nicht begrünt, die Hitze des Sommers hatte den Graben noch nicht geleert. Deutlich zu sehen: Die Stützzmauer zur Straße hin, die einzustürzen droht.</figcaption></figure>
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<p>Die ganze Planung von Hessen Mobil stützt sich, natürlich, auch auf das Gutachten der Kreisbehörde. <strong>Eine</strong> <strong>dauerhafte</strong> <strong>Verrohrung</strong>, schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite, sei bereits 2016 von den Fachbehörden <strong>geprüft</strong> worden. <em>„Die Rechtslage ist hier eindeutig. Die Verrohrung des Mühlgrabens ist nach Hessischem Wassergesetz nicht genehmigungsfähig.“</em></p>



<p>Das klingt <strong>unmissverständlich</strong>: Die geltende Rechtslage lässt eine Verrohrung des Mühlgrabens <strong>nicht</strong> zu. Was soll man da machen? </p>



<p>Im &#8222;<strong>Aktionsbündnis L3011&#8243;</strong>, in dem sich alle Lorsbacher Parteien zusammenfanden, um die Vollsperrung zu verhindern, hat man wohl die Aussichtslosigkeit des Antrags im Kreisbauausschuss erkannt. Deshalb wurde ein <strong>Fragenkatalog</strong> nachgereicht, der am Mittwoch ebenfalls vorgelegt werden soll, hoffend, dass Hessen Mobil antwortet: </p>



<p>Könnte man die Bauzeit nicht mit <strong>mehr</strong> <strong>Personal</strong> und zusätzlichen <strong>Schichtdiensten</strong> verkürzen? Könnte nicht eine andere, kleinere, <strong>schnellere</strong> <strong>Technik</strong> eingesetzt werden? Lässt sich nicht doch noch irgendwie eine <strong>einspurige</strong> <strong>Umfahrung</strong> der Baustelle übers Reiterhof-Gelände ermöglichen, auch wenn man dazu <strong>ein ganz neues Planungsverfahren</strong> beginnen müsste?</p>



<p>Wenn wir alles Fachliche und Wünschenswerte beiseite lassen, bleibt als <strong>Konzentrat</strong> <strong>diese</strong> <strong>Frage</strong>:</p>



<p>Kann eine Behörde wie Hessen Mobil <strong>ihre ganze bisherige Planung</strong>, an der <strong>viele</strong> <strong>Fachleute</strong> monatelang gearbeitet haben und die sicher auch <strong>ganz</strong> <strong>viel</strong> <strong>Geld</strong> gekostet hat, nicht einfach mal <strong>kippen</strong> und ganz <strong>neu</strong> <strong>aufsetzen</strong>?</p>



<p>Die Begründung klingt schließlich <strong>nachvollziehbar</strong>: weil ansonsten <strong>knapp</strong> <strong>3.000 Menschen</strong> in einem kleinen Dörfchen sich ausgegrenzt fühlen und richtig <strong>leiden</strong> würden, ein Jahr lang, mindestens.</p>



<p>Das ist <strong>die</strong> <strong>Frage</strong>: Ist eine <strong>Landesbehörde</strong> dazu in der Lage?</p>



<p>Nur noch <strong>sechs Monate</strong> bis zur geplanten Vollsperrung.</p>



<p>Für <strong>Optimismus</strong> besteht wenig Anlass.</p>
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