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Für alle Fahrradfahrer: Die Versprechungen des Bürgermeisters (und was daraus wurde)

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Wenn an diesem Samstag wieder zahlreiche Fahrradfahrer auf Initiative von „Hofheim bewegt sich“ für eine radfahrer-freundliche Kreisstadt demonstrieren, müsste Hofheims CDU-Bürgermeister eigentlich vorneweg mitradeln: Von Christian Vogt stammt die Forderung, dass der Ausbau der Radwege vorangetrieben und die Sicherheit verbessert werden müsse. Das hätten die Demonstranten nicht besser formulieren können. Vogt allerdings verfolgte ganz andere Absichten.

Der Satz ist eine unverhohlene Kritik an Hofheims Stadtpolitik, und eigentlich ist er auch eine Ohrfeige für alle Stadtpolitiker: „Hofheim ist ein gutes Beispiel dafür, dass viele Projekte aufgezählt werden, über die schon oft gesprochen wurde, diese aber nie umgesetzt wurden.“

Raten Sie mal, wer das gesagt hat. Da kommen Sie nie drauf!

Der Satz stammt – wirklich wahr – von Christian Vogt. Wir haben’s sogar schriftlich: Das Zitat finden wir in einer CDU-Postille aus dem Jahr 2019, mit der sich der CDU-Mann um das Amt des Bürgermeisters beworben hatte.

Ob er das heute auch noch so sagen würde, darf bezweifelt werden.

Damals wollte Vogt Bürgermeister werden. Die Mehrheit der Wähler vertraute ihm und wählte ihn. Der CDU-Mann durfte sich auf den Chefsessel im Rathaus setzen – und ist seither die Inkarnation der eigenen Erkenntnis:

In Hofheim wird viel geredet und wenig getan.

Schauen wir uns nur mal Vogts Radfahrer-Versprechungen an:

„Das Mobilitätsverhalten hat sich geändert. Die Zeichen der Zeit müssen erkannt und der Radwegeausbau vorangetrieben werden! Dafür setze ich mich ein.“

O-Ton Vogt. Grammatikalisch nicht ganz sauber formuliert, aber der Sinn seiner Worte ist unmissverständlich: Er wolle den Radwegeausbau vorantreiben – das war Vogts Versprechen: „Dafür setze ich mich ein.“

Und auch dieser Satz stammt von ihm, bevor er gewählt wurde:

Grundsätzlich möchte ich kontinuierlich Fahrradwege ausbauen, die Ortsteile mit Fahrradwegen vernetzen und mit Hilfe von Fördergeldern von Bund, Land und Kreis die Stadt an das überregionale Fahrradwegenetz besser anschließen.“

Grundsätzlich? Kontinuierlich? Fahrradwege ausbauen? Fast fünf Jahre sind seit seiner Wahl zum Bürgermeister vergangen:

Ja, wo sind sie denn, all die Fahrradwege, die Vogt ausbauen wollte?

Vogt Radfahrer 202310
Zum Vergrößern aufs Bild klicken: Vogts Wahlkampfversprechen an alle Hofheimer, die mehr und sicherere Radwege wünschen. „Dafür setze ich mich ein“, schrieb er.

Damals, im Bürgermeister-Wahlkampf, als er um die Gunst der Hofheimer buhlte, gab er sich richtig fürsorglich-besorgt. „Fahrradwege sicherer machen“ forderte er. Und beklagte, dass immer wieder über Radwege entlang der Niederhofheimer Straße sowie der Rheingaustraße gesprochen werde, diese aber nie umgesetzt würden.

„Als Chance für den Radverkehr in Hofheim sehe ich die Tatsache, dass großer Nachholbedarf besteht. In den letzten Jahren wurde wenig gemacht, trotz des gestiegenen Aufkommens und Beliebtheit des Radverkehrs.“

Das war seine Botschaft: Mit ihm als Bürgermeister werde alles besser.

Das war sein Versprechen: Der Radwegebau werde vorangetrieben.

„Dafür setze ich mich ein.“ Das gab Vogt seinen Wählern schriftlich.

Die Menschen glaubten ihm und seinen wohlklingenden Worten.

Sie wurden enttäuscht.

Kein Durchlass für Fahrradfahrer in Lorsbach

Wahlversprechen erweisen sich oft als Wahlversprecher, heißt es. Nahezu alle Politiker machen vor einer Wahl blumige Versprechungen, die danach nicht erfüllt werden. Manche stellen sich als nicht realisierbar heraus, andere lösen sich in Sachzwängen auf. Wieder andere werden einfach nicht mehr erwähnt. Der Wähler vergisst bekanntlich schnell, wir haben es unlängst bei der Landtagswahl gesehen, als viele Lorsbacher ausgerechnet ihr Kreuzchen jenen Parteien gaben, die ihnen die Ein-Jahres-Baustelle auf der L3011 eingebrockt haben.

Am Samstag wieder Demo der Fahrradfahrer
Hofheimbewegt sich 202310

Die Bürgerbewegung „Hofheim bewegt sich“ ruft wieder zur allmonatlichen Fahrradfahrer-Demo auf: An diesem Samstag, 28. Oktober, wird wie üblich um 11 Uhr vom Kellereiplatz aus gestartet. Wer für mehr und sicherere Radfahrwege in der Kreisstadt ist: Einfach kommen – Mitradler sind gerne gesehen. Mehr Infos im Internet unter www.hofheimbewegtsich.org.

Apropos Lorsbach: Vor etwas mehr als einem Jahr hatte sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) an das Hofheimer Rathaus gewandt: Man möge doch bitte dafür sorgen, dass entlang der L3011-Vollsperrung vor Lorsbach zumindest ein Weg für Radfahrer frei bleibe. Der ADFC schrieb damals: „Bürgermeister Christian Vogt hat zugesagt, dass die Stadtverwaltung diesen Aspekt zu berücksichtigen versucht und der Erste Stadtrat Wolfgang Exner sich des Themas annehmen wird. Wir sind gespannt!“

Das klang gut! Dann begannen die Bauarbeiten – und die Straße wurde voll gesperrt, auch für Fahrradfahrer.

Jetzt teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit: „Während der derzeitigen Bauarbeiten ist das Passieren der Baustelle im Arbeitsbereich aus Sicherheitsgründen nicht möglich.“ Sie verweist darauf: Für Radfahrer stehe der Heinrichsweg zur Verfügung.

Das war auch vorher schon möglich: Radeln durch den Stadtwald, bergauf, bergab – und ab späten Nachmittag ist’s da stockduster.

Aber natürlich: Da ist ein Weg.

Was wollen die Radfahrer denn noch alles?

Stadtspitze will mehr Abstellplätze schaffen

Sage bitte keiner, für Radfahrer werde in Hofheim nichts getan! Eine Abbiegespur auf der Rheingaustraße leuchtet jetzt in roter Farbe. Die Anstreich-Aktion ließ Vogt umgehend per Pressemitteilung verbreiten:

Es gebe jetzt „eine offizielle, rot markierte Abbiegespur für die Radler. Dies bedeutet mehr Sicherheit, da es nun eine Pufferzone zwischen wartenden Fahrradfahrern und dem Gegenverkehr gibt“.

Fahrradfahrer
Vom Fotografen der Stadt fotografiert: die rote Abbiegespur auf der Rheingaustraße.

Unser Bürgermeister – er ist doch wirklich unermüdlich für Radfahrer im Einsatz ! Im Chinon-Center wurden zwei Eisenstangen einbetoniert. Nach der Montage eilte Vogt flugs in die Tiefgarage des Einkaufzentrums und posierte für ein Foto. Auf Facebook feierte er sich: Er habe für „überdachte Fahrradstellplätze“ gesorgt.

Vogt Radfahrer 202310 2
Fototermin im Chinon-Center: Bürgermeister Vogt (re.), HWB-Geschäftsführer Norman Diehl und eine HWB-Mitarbeiterin präsentieren die „überdachten Fahrradabstellplätze“.

Wenn man die Ansprüche nur weit genug herunterschraubt, lässt sich in der Kreisstadt sogar eine Nahmobilitätsstrategie erkennen, und die Stadtspitzen mutieren zu Vorreitern der Verkehrswende. 

In der Nähe vom Bahnhof wurden sechs (vermietete) Fahrradboxen aufgestellt. Und hinterher wurde wieder eine Pressemitteilung verschickt, in der sich die Stadtspitze verbal auf die Schulter klopfte:

Bürgermeister Christian Vogt (CDU: „Ich freue mich, dass wir (…) einen weiteren Schritt im Zuge der Verkehrswende gehen.“

Verkehrsdezernent Wolfgang Exner (CDU) durfte sagen, „dass in den nächsten Jahren in Hofheim im Zuge verschiedener Verkehrsprojekte zahlreiche neue Radabstellmöglichkeiten verschiedener Art entstehen sollen“.

Vogt Radfahrer 202310 3
Zur Eröffnung der sechs Radboxen rückten an: Karin Göbel und Rouven Kötter vom Regionalverband FrankfurtRheinMain sowie Hofheims Verkehrsdezernent Wolfgang Exner (2.v.re.) und Nahmobilitätsdezernent Thomas Jung  (2.v.li.). Dazu ein Fotograf der Stadt Hofheim, der das Foto machte.

So wird der Weg erkennbar, den die Herren im Rathaus verfolgen:

Was brauchen wir in Hofheim noch neue Fahrradwege – wenn wir erst genügend neue Radabstellmöglichkeiten haben?

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25 Comments

  1. schlofhemer

    Witzig, dass Herr Vogt in seiner Bewerbung ausgerechnet auch die Rheingau- und Niederhofheimer Straße erwähnt.
    Spricht man die Stadtspitze jetzt auf die fehlenden Radwege auf diesen Straßen an, wird auf Hessen Mobil verwiesen.
    Schlägt man Alternativen , wie zb parallele Fahrradstraßen vor, um den Radlern zu ermöglichen, sicher von Nord nach Süd zu radeln, kommt nix.
    Pardon, aber man kann die Sorge von Vogt über die Sicherheit der Radler in Hofheim nicht wirklich abnehmen!

    26. Oktober 2023
    |Reply
  2. Michael

    Kurz zusammengefasst: Eine Farce! Einfach merken und bei der nächsten Bürgermeister/Bürgermeisterinnen-Wahl erinnern!

    27. Oktober 2023
    |Reply
  3. Es ist ein Kreuz mit den Radwegen in Hofheim. Wann immer ich mit meinem Rad von zuhause in Marxheim nach Wiesbaden in mein Büro radle, erlebe ich die Auswirkungen leerer Versprechen und hohler Ankündigungen. Im Vergleich zu anderen Wegen in Hofheim ist der noch einigermaßen sicher! Zu Recht ist Hofheim auf dem vorletzten Platz in Hessen gelandet, wenn es um Fahrradfreundlichkeit geht. Obwohl es mich wundert, dass es tatsächlich noch eine Stufe schlechter geht.

    27. Oktober 2023
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  4. Barbara Grassel

    Ergänzung zum Bericht: Antrag der LINKEN im OBR Lorsbach am 23.03.22:

    Bei den Planungen für die Neubebauung des „Nahkauf-Geländes“ und dessen verkehrlicher Erschließung ist zu berücksichtigen, dass ein sicherer innerörtlicher Radweg zwischen Cuno-Steg und Ortsmitte im Bereich des ehemaligen „Nahkauf-Geländes“ verlaufen muss und deshalb eine Trasse hierfür freizuhalten ist.

    Begründung:

    Mit Beschluss vom 19.08.2020 (LOB 2020/004) wurde der Magistrat gebeten, umgehend Planungen für eine durchgehende Radwege-Verbindung durch Lorsbach vorzulegen, um rechtzeitig evtl. bodenordnende Maßnahmen (Grunderwerb) und Umweltprüfungen durchführen zu können.

    Bis heute steht eine Umsetzung dieses Beschlusses aus, jedoch wurde das sog. „Nahkauf-Gelände“ neu beplant. Hierbei wurde keine Radwegeführung vorgesehen und, wie der Antwort des Magistrates auf die Anfrage LOB 2021/033 zu entnehmen ist, wurde ein möglicher Radwege-Verlauf in diesem Bereich bei der Planung auch nicht berücksichtigt.

    Die Aussage „Die vorgestellten Planungen zur Neubebauung des Nahkauf-Geländes zeigen, dass die zwischen dem Nahkauf-Gelände und der Bahnlinie liegende öffentliche Wegeparzelle nicht überplant wird. Daher wäre hier eine mögliche Radroutenführung auch weiterhin möglich.“ lässt ein fehlendes Problembewusstsein seitens des Magistrates erkennen: Eine einspurig befahrbare Wegeparzelle, an deren Rand Längsparkplätze eingerichtet werden sollen und die gleichzeitig als Zufahrt zu zwei Tiefgaragen dienen soll, ist denkbar ungeeignet für eine sichere Radwegeführung.

    Ergebnis: – 2 dafür – 2 dagegen –-4 Enthaltungen – Somit ist der Antrag abgelehnt.

    Planungen für den innerörtlichen Radweg durch Lorsbach sind bis heute nicht erfolgt.

    27. Oktober 2023
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  5. Bernd Hausmann,ehem. Stadtverordneter DIE LINKE

    Das war doch ganz einfach zu erraten, wer gesagt hat: „Hofheim ist ein gutes Beispiel dafür, dass viele Projekte aufgezählt werden, über die schon oft gesprochen wurde, diese aber nie umgesetzt wurden.“ Dieses Zitat des Bügermeister-Kandidaten Vogt aus dem Jahr 2019 hat der amtierende Bürgermeister Vogt doch gerade noch einmal wiederholt: „Die Stadtverordnete von den Linken, Frau Dr. Barbara Grassel, hat es richtig auf den Punkt gebracht: Es geht hier nicht darum, dass die Stadt kein Geld hat, es geht vielmehr darum, dass wir nicht die Mittel haben oder den Willen, Projekte umzusetzen“, bekräftigte Herr Vogt noch einmal am 22.09.2023 in seinem „Freitagsblick“ (www.youtube.com/watch?v=rWtAlW7lpB).

    Es geht also in Hofheim darum, dass für die im Stadtparlament beschlossenen und im Haushalt finanzierten Projekte auch ein Wille vorhanden ist, diese Projekte umzusetzen. Und wer ist für die Umsetzung verantwortlich? Richtig: Herr Bürgermeister Vogt und seine beiden hauptamtlichen Dezernenten Exner und Köppler.

    27. Oktober 2023
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  6. Christian

    Toll ausgebaut, separiert von der Fahrbahn, rot gestrichen … und leergefegt, sobald Regen fällt und die Temperaturen sinken, also ab jetzt für die nächsten 4 1/2 Monate. Das sage ich als Radfahrer (häufig) und Autofahrer (häufiger); das weiß und sieht auch jeder. Also Maß halten bei den wohlfeilen Forderungen zum Ausbau der Radwege, nicht so tun als sei Hofheim und ganz Deutschland für das Radfahren besonders geeignet. Das ist es nicht und wird es nicht. Die große Mehrheit der Hofheimer will ganzjährig mobil sein, bei jedem Wetter, in der Kernstadt und hoch zum Kapellenberg, Kurzstrecke und über Distanzen, Freizeit und Lieferverkehr. Der Drahtesel, und mehr ist es halt nicht, deckt davon nur einen kleinen Teil ab. Die (Stadt-)Politik tut gut gut daran, diese Relationen und Mehrheitswünsche vor Augen zu haben, auch wenn Zeitungen und Blogs suggerieren, ihre Schreiber und Leser fänden es ganz toll mit klitschnassem Gesicht und feuchten Socken gegen den Wind zu strampeln.

    27. Oktober 2023
    |Reply
    • Bernd Hausmann, ehem. Stadtverordneter DIE LINKE

      Richtig: Die Topografie Hofheims ist für den Radverkehr weniger geeignet als z.B. die in Holland. Aber dafür gibt es E-Bikes.
      Das Wetter bei uns ist allerdings meist besser als in Holland.
      Die Forderung „Maß halten bei den wohlfeilen Forderungen zum Ausbau der Radwege“ ist ja wohl ein Witz: Wo haben wir denn in Hofheim ein nennenswertes Radwege-Netz, so dass die Infrastruktur für den Radverkehr wenigstens einigermaßen gleiche Bedingungen hat wie der Autoverkehr?

      27. Oktober 2023
      |Reply
      • Christian

        Witzig, dass ausgerechnet ein Linker selbstverständlich annimmt, alle Welt fährt Fahrräder für 2.500 Euro aufwärts. Den Holländern tut man unrecht, wenn man behauptet, ihr Wetter wäre so miserabel, dass deshalb Teile ihrer Infrastruktur sogar über 5 Monate ungenutzt bleiben müssten. Ob Herbstregen im Gesicht und feuchte Socken dort anders eingeschätzt werden als hier, man weiß es nicht.
        Wir jedenfalls haben überall ein sehr nennenswertes Wege-Netz, für alle Verkehrsteilnehmer. Wie kommt man auf die Idee, die Infrastruktur für den Radverkehr (Nutzungszeit im Jahr 65 Prozent, Nutzermenge bei Sonnenschein 35 Prozent, wenn´s hoch kommt) müsste einigermaßen gleich sein? Die Mehrheit der Straßenverkehrsteilnehmer fährt Auto, und zwar sehr gern, weil es enorm nützlich und immer trocken ist. Das ist völlig in Ordnung, das ist zu akzeptieren und spricht sehr für Augenmaß. Was ist denn die Alternative? Kein Augenmaß? Vielen Leuten dauerhaft und immer ein bisschen mehr auf den Keks gehen? Wohin soll das führen, zu mehr Radverkehr, weniger Regen? Merkwürdiger Ansatz.

        28. Oktober 2023
        |Reply
        • schlofhemer

          Viele Leute fahren unter anderem Auto, weil das Radeln so gefährlich ist.
          Fahren Sie in Hofheim mit ihren Kindern zb mal zur Therme.
          Außerdem nimmt man den Autofahrern nichts weg, wenn man Radwege ausbaut.
          Im übrigen sind in Deutschland über 50% der Verkehrsflächen den Autos vorbehalten.
          In Hofheim mit Sicherheit mehr.

          28. Oktober 2023
          |Reply
        • schlofhemer

          „Witzig, dass ausgerechnet ein Linker selbstverständlich annimmt, alle Welt fährt Fahrräder für 2.500 Euro aufwärts.“
          Also setzen wir lieber weiter auf das Auto, das weit mehr als 2500 € kostet…

          28. Oktober 2023
          |Reply
      • Bernhard

        Wer sich ein E-Bike leisten kann, kann sich auch ein Auto leisten und wer dann mal zwei Minuten nachdenkt und nicht täglich nur ein paar hundert Meter fährt, wird beim Auto landen und das ist auch gut und richtig so.

        3. November 2023
        |Reply
    • schlofhemer

      Dieses Argument hört man häufiger.
      Wenn man jedoch nach Skandinavien schaut, muss man feststellen, dass dort auch im Winter viel mehr Wege mit dem Rad erledigt werden.
      Am besseren Wetter kann es kaum liegen, sondern eher an der besseren Infrastruktur.
      Und der Hinweis, man solle beim Ausbau „Maß halten“, ist nicht nachzuvollziehen, da es in der Hofheimer Kernstadt keinen einzigen ernst zu nehmenden Radweg gibt.

      28. Oktober 2023
      |Reply
      • Christian

        Viele Leute haben Angst vor dem Fahrradfahren und fahren deshalb Auto?. Ich kenne keinen einzigen. Vielen anderen Leuten missfällt aber zunehmend diese Mischung aus Ansprüchen und Wehleidigkeit im Fahrradlager. Die Kernstadt ist mit Verkehrsflächen bestens versorgt. Sie stehen allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung. Maß halten im Autoverkehr bedeutet Tempo 30, hohe Parkgebühren, Blitzer, Knöllchen etc. Maß halten für Fahrradfahrer ist „ein Witz“, „nicht nachvollziehbar“? Bei einer reinen Schönwetterbeschäftigung einiger Leute darf die Allgemeinheit Maß halten erwarten und sogar die unbequeme, feuchte Gegenleistung einfordern. Morgen 11 °C, 60 % Regenwahrscheinlichkeit.

        31. Oktober 2023
        |Reply
        • Schlofhemer

          Sie kennen anscheinend niemanden, der viel radelt. Und es ist bezeichnend, dass man als wehleidig tituliert wird, wenn man sich endlich eine Infrastruktur wünscht, bei der man sicher radeln kann. Denn zum jetzigen Zeitpunkt ist die in Hofheim nicht gegeben!
          Und das liegt unter anderem an Menschen, die wie Sie denken, Radler hätten keinen Anspruch auf Verkehrsinfrastruktur, und sie gehen mit ihrer reinen Präsenz den Autofahrern nur auf den Keks.
          Dies kann ich jeden Tag auf der Straße erleben. Sie sollten das Radeln selbst mal ausprobieren, anstatt hier die Radler generell „abzuwaschen“, ohne wirklich zu wissen, von was die Fahrradfahrer eigentlich sprechen!

          2. November 2023
          |Reply
          • Bernd Vogler

            Also ich keinen in meinem Umfeld auch keine Leute, die ein Fahrrad ernsthaft zu Mobilität nutzen. Für die meisten Menschen ist und bleibt es ein Sportgerät und das ist auch ok.

            Und zum Thema Anspruch auf Verkehrsinfrastruktur: Wäre mir neu, dass Fahrradfahrer Steuern zahlen. Autofahrer haben natürlich einen vorrangigen Anspruch zur Nutzen, denn sie zahlen KFZ-Steuer genau dafür und sie zahlen beim Tanken jedesmal noch einen Haufen Steuern an der Zapfsäule.

            3. November 2023
          • Schlofhemer

            Herr Vogler, Sie sollten sich über die wahren Kosten des motorisierten Individualverkehr informieren. Dieser belastet die Allgemeinheit mit ca. 145 Milliarden im Jahr. Das, nachdem Steuern gezahlt wurden. Viele Kosten, die durch Autos etc. entstehen, werden beim Autofahren nicht eingepreist.

            Also, mehr Radler, weniger Kosten für die Allgemeinheit!

            4. November 2023
  7. Stefan

    Wer bei der Wahl Herr Vogt gewählt hat, weil er einen Radweg an der Rheingau- und Niederhofheimer Straße wollte, dem ist auch nicht zu helfen. Es ist müßig darüber zu senieren, wie wenig die CDU für Alternativen zum Auto umsetzt. Diese Feigenblätter wie Abbiegespur und Radboxen (dich ich nicht brauche) täuschen nicht darüber hinweg, dass die Wählerschaft und Radverkehr keine Überschneidung haben. Allerdings, wenn man sich die Überschneidungen der Bereiche „Baubranche“ und „Unterstützer und Wähler von Vogt“ anschaut, kommt es zu einem hohen Deckungsgrad. So sind ja auch die Prioritäten festgelegt. Wer anderes denkt, ist ein Narr (was ich persönlich nicht für unsympathisch halte – ein Narr zu sein :-))

    Interessant ist allerdings, dass nicht nur in Hofheim die Auto-Politiker gemerkt haben, dass ihre Haltung rückwärtsgewandt und unpopulär ist (weil gemeinschafts-, gesundheits- und naturschädigend) und es nötig halten, sich einen fahrradfreundlichen Anstrich geben zu müssen.

    @Christian ich sehe immer mehr Räder in der Stadt – auch bei Regen

    1. November 2023
    |Reply
  8. Elli

    Nur um es auch mal erwähnt zu haben, es gibt auch Radfahrende, die auch von Oktober ist Ostern, bei Wind und Regen von Hofheim nach Frankfurt pendeln. Dies ist aber sicherlich nur sehr schwer von Autofahrenden nachzuvollziehen. Man muss halt auch mal bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen.

    2. November 2023
    |Reply
    • Bernhard

      Nein das muss man zum Glück nicht und die breite Mehrheit der Menschen fährt deshalb auch Auto, weil man eben nicht auf den Komfort verzichten muss. Wer sich das Leben gerne selbst schwerer machen will, der soll Fahrrad fahren oder von mir aus auch zur Arbeit Sackhüpfen, freies Land – aber geht uns Autofahrern nicht dauernd auf die Nerven.

      3. November 2023
      |Reply
      • Schlofhemer

        Das ist die typisch überhebliche Haltung der Autofahrer, die denken, ihnen gehören die Verkehrswege alleine, weil sie ja Steuern zahlen. Zur Information, der motorisierte Individualverkehr kostet die Allgemeinheit ca 145. Milliarden im Jahr! Und zum auf die Nerven gehen: Die Frage ist, wer mehr nervt – der Autofahrer, der mit Lärm und Abgasen unterwegs ist, oder der Radler, der sein Umfeld nicht belastet?!

        4. November 2023
        |Reply
  9. Harry K.

    Was ich nicht verstehe. Der Klimawandel kommt und wird für meine Kinder, Nichten und Neffen zu einem großen Problem.

    Klar ist es bequem und praktisch, zum Bäcker, Einkaufen etc. das Auto zu nehmen, zu Hause in die Flammen vom Kamin zu schauen und für ein paar Tage in die Sonne zu fliegen.

    Aber wir haben doch auch eine Verantwortung für die uns folgenden Generationen. Natürlich sind Radwege nur eine kleine Maßnahme – aber mit vielen kleinen Maßnahmen kann man auch größeres erreichen (und Holland, Kopenhagen, Paris etc. zeigen, dass trotz aller Widerstände Radwege wirklich etwas ändern).

    Ich würde mich freuen, wenn die Gegner von Fahrradwegen und anderen Maßnahmen Alternativen aufzeigen, wie der Klimawandel zu stoppen ist (und bitte nicht: in 10 Jahren haben wir Eco-Fuel, wie auch immer der hergestellt werden soll).

    5. November 2023
    |Reply
    • Phil

      Das Öko-Argument ist so ziemlich eines der Lustigsten und eines der Realitätsfremdesten.

      Waren Sie schon einmal im Ausland z.B. in den USA? In vielen Staaten der USA wird noch nichtmal Müll getrennt und was für Drecksschleudern dort gefahren werden, da würde so manchem Fahrradfetischisten hier die Kinnlade runterfallen.

      Deutschland hat gerade mal 2% Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß. Solange die USA, China oder z.B. Indien nicht fundamental auf Klimaschutz umschalten, ist alles, was wir hier machen, komplett egal fürs Weltklima.

      Und nein, das nun typischerweise kommende Argument „wir müssen erstmal vormachen, damit die anderen folgen“ ist auch weltfremd. Wenn die deutsche Wirtschaft kaputt-geökot ist, dann lachen sich die anderen Länder ins Fäustchen und machen einfach weiter.

      6. November 2023
      |Reply
      • Schlofhemer

        Typische Ausrede um nichts zu verändern.
        Ja, Deutschland hat zur Zeit einen Anteil am weltweiten CO2 Ausstoß von 2% bei 1% Weltbevölkerungsanteil. Da leben wir also doppelt über unsere Verhältnisse.
        Historisch gesehen steht Deutschland beim CO2 Ausstoß auf Platz 6.
        In Europa ist Deutschland beim Ausbau der erneuerbaren mittlerweile im hinteren Mittelfeld gelandet, obwohl Deutschland als größte Industrienation in Europa eine Vorbildfunktion hat.
        Und beim Thema Radwege darauf zu kommen, dass Deutschland „kaputt geökot“ wird, ist nicht nachzuvollziehen!
        Vielleicht sollte man die Debatte einfach wieder versachlichen und versuchen, die Befindlichkeiten Anderer zu verstehen.

        7. November 2023
        |Reply
  10. DererVonZiethen

    Ich fahre gut täglich die Rheingaustraße rauf und runter und JA, ich habe schon einmal (!) einen Radfahrer gesehen, der die rote Abbiegespur auf der Rheingaustraße zum Linksabbiegen nutzte (lach!)

    Dass des Bürgermeisters Versprechen, wie z.B.: „Dafür setze ich mich ein“, was Vogt seinen Wählern schriftlich gab, Versprecher sind, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt – nach dem Motto: „jeder kann sich ja doch mal versprechen…!“

    5. November 2023
    |Reply
  11. Jürgen Schwibs

    Jetzt gibt es ja wie im Artikel erwähnt einige Parkmöglichkeiten für Fahrräder. Meines Erachtens zu wenige, aber immerhin. Wir haben ein Lastenfahrrad. Leider ist es nicht möglich, an der Schranke im Chinon Center vorbeizukommen, weil diese nah dem Umbau der Einlasskontrolle zu breit ist. Die Verwendung eines alten Kennzeichens zur Öffnung der Schranke fand der Hausmeister nicht so lustig, weil ja dann ein Parkplatz für die Autos fehlt 🙂 Die Bitte an den Hausmeister, die Schranke zu kürzen, wurde abgetan mit dem Hinweis, die wäre normiert.

    Der Tipp, man könne das Fahrrad außen an der nördlichen Seite zu parken, finde ich persönlich keine Lösung.

    Also fahren wir wieder mit dem Auto einkaufen .. Viele Grüße

    4. Juli 2024
    |Reply

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