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Neue Pläne: Ein Dach fürs Wasserschloss – und ein Hotel an der Hattersheimer

Posted in Allgemein

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Aus der Kernstadt gibt es zwei Neuigkeiten, die auf großes Interesse stoßen dürften: Das alte Wasserschloss soll eine Überdachung gegen Sonne und Regen bekommen. Und auf dem Polar-Gelände an der Hattersheimer Straße soll ein Hotel entstehen. Auch wenn wir jetzt vielleicht Gefahr laufen, Bürgermeister Christian Vogt zu erschrecken: Für diese Pläne haben er und seine Verwaltung erst einmal ein großes Lob verdient! Ehrlich!

Projekt I: Ein Dach für das Wasserschloss

Die Sache fing ziemlich holprig an, wir wollen sie hier nur kurz zusammenfassen: Hofheim hatte sich beim Land Hessen um Zuschüsse aus einem Förderprogramm beworben und 200.000 Euro zugesagt bekommen:

Ein kleiner Betrag wurde für Spielgeräte am Straßenrand in der Innenstadt ausgegeben – kein Problem.

Für einen deutlich größeren Batzen sollte eine Belüftungsmaschine namens „City Tree“ angeschafft werden. Ihr Standort: der Kellereiplatz. Doch da war Hofheim wohl auf vollmundige Werbesprüche hereingefallen: Die Anlage entpuppte sich als Windei. Die Idee wurde schnell wieder verworfen.

Und dann hatte Vogt noch „ein Dach für die City“ versprochen. Als der Hofheim/Kriftel-Newsletter die ersten Bilder öffentlich machte – sie zeigten riesige Trichterschirme mitten auf dem Untertorplatz –, war das Entsetzen groß. Die Pläne verschwanden umgehend.

Vogt, das muss man ihm zugute halten, ließ nicht locker. Und inspiriert, wie er offen zugibt, von Ideen der unermüdlichen Elli Wagner – sie ist Vorsitzende im Ortsbeirat Kernstadt – wurde im Rathaus ein neuer Plan geschmiedet: ein Dach fürs Wasserschloss.

Daraus könnte nun tatsächlich etwas werden, die ersten Informationen klingen jedenfalls ziemlich gut. Vogt auf Nachfrage: Man habe bereits mit dem Denkmalschutz gesprochen – dort gebe es keine Einwände (außer: das Dach darf von außen nicht zu sehen sein). Man habe auch beim Land Hessen angefragt, ob die Fördermittel genutzt werden können – kein Problem!

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Stadtverordnete bei einer Besichtigung des alten Wasserschlosses.

Erste Pläne lägen bereits vor, sagt Vogt auch, am kommenden Mittwoch tagt die Stadtverordnetenversammlung (10. Juli, ab 18 Uhr, Stadthalle), dann sollen sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Hofheim/Kriftel-Newsletters erfuhr vorab:

Das „Wasserschloss-Dach“ wird auf Stützen stehen müssen: Der Denkmalschutz erlaubt keine Befestigungen im alten Gemäuer. Es soll sich öffnen und schließen lassen: „Eintracht-Fans kennen das aus dem Frankfurter Stadion“, sagt Vogt im Gespräch. Unter dem Dach, das Schutz vor Sonne und Regen bieten soll, könnten dann regelmäßig – Vogt: „gerne auch öfter“kulturelle Veranstaltungen stattfinden, auch Märkte, zum Beispiel der Weihnachtsmarkt

Klingt das gut?

Die Diskussion ist hiermit eröffnet…

Projekt II: Neues Hotel nahe der Innenstadt

Im Bau- und Planungsausschuss hat Projektentwickler Horn aus Kelkheim seine Pläne für das Gelände der Firma Polar Mohr vorgestellt. Polar hatte das Grundstück vor gut einem Jahr verkauft, als die Insolvenz drohte. Horn will dort nach dem Wegzug des Unternehmens ganz groß bauen.

Als gesichert darf jetzt gelten, dass dort auch Pläne verwirklicht werden, die noch vor wenigen Jahren für heftige Diskussionen in der ganzen Stadt gesorgt hatten:

Bürgermeister Vogt und seine CDU hatten unbedingt ein Hotel auf dem Gelände der alten Stadtbücherei errichtet sehen wollen. Um ein Hotel wirtschaftlich betreiben zu können, muss es eine Mindestgröße haben: Das Grundstück an der Elisabethenstraße hätte bis auf den letzten Quadratmeter bebaut werden müssen, bei gleichzeitig größtmöglicher Höhe.

Der Protest war gewaltig, die CDU zuckte zurück.

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Kein architektonisches Highlight, eher ein Zweckbau: So sieht das für Hofheim geplante Innenstadt-Hotel in den Plänen von Projektentwickler Horn aus.

Aber jetzt! Jetzt soll’s was werden, und Vogt zeigte sich richtig glücklich, dass er „sein“ Hotel nun doch noch bekommt. Ein größeres Bauwerk wird es werden, sehr zentrumsnah auf dem heutigen Polar-Mohr-Gelände gelegen, in Höhe der Rudolf-Mohr-Straße.

Es werde ein „Drei-Sterne-plus“-Hotel, sagte Horn, es gebe auch mehrere Betreiber, die bereits Interesse bekundet hätten. Ein Haus für Geschäftsreisende und Familienbesuche, nicht für Urlaubsreisende. 90 bis 100 Zimmer wird es groß. Ein Restaurant ist nicht vorgesehen: Das ist in Häusern dieser Kategorie nicht mehr gefragt. Ein Frühstücksraum ist eingeplant, und es soll auch Räume geben für Seminare oder Tagungen. Im Untergeschoss: ein Fitnessstudio.

Auch sonst sind die Pläne für das Areal schon weit gediehen, Horn gibt offenbar richtig Gas:  31 neue Wohngebäuden und Gewerbeeinheiten sollen entstehen, rund 400 Wohnungen sind  geplant, etwas mehr als die Hälfte soll als Mietwohnungen angeboten werden, rund 40 Prozent sind als Eigentumswohnungen angedacht. Das Angebot reicht von 2-Zimmer Wohnungen bis zu 5-Zimmer-Appartements. „Alle Wohnungen werden barrierefrei sein“, so Horn.

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Viel Grün, fröhlich dreinschauende Menschen, Autos nur am Wegesrand: Auf Bildern sieht das neue Bauprojekt an der Hattersheimer Straße richtig gut aus. Hofheims Kommunalpolitiker sind gut beraten, wenn sie beim „Stadtquartier“ genau hinschauen – sie mussten erst kürzlich die schmerzliche Erfahrung machen: „Computerbilder werden nur erstellt, um der Öffentlichkeit eine Vorstellung vom Gestaltungskonzept zu vermitteln.“ Im Klartext: Mit der Realität haben diese Darstellungen nicht unbedingt etwas zu tun.

In den Plänen findet sich eine fünfzügige Kindertagesstätte mit bis zu 125 Plätzen in Kombination mit Seniorenwohnungen, auch eine integrierte Tagespflege ist angedacht. Auf weiteren Flächen, die in den Besitz der Stadt übergehen, will die HWB 88 Wohnungen errichten.

Wie die Stadtverwaltung an diesem Mittwoch mitteilte, ist nun auch ein Name für das Kind gefunden: „City-Quartier Hofheim“ soll es künftig heißen.

Neben dem Baugebiet Hattersheimer Straße hat der Bau- und Planungsausschuss am Dienstagabend auch die Planungen für den Gewerbepark „In der Lach“ in Diedenbergen vorangetrieben:

Hier will der Berliner Milliardär Krieger ein Gewerbegebiet errichten. Nachdem sich das ursprünglich geplante Möbelhaus zerschlagen hat, hofft man nun, dass Polar Mohr die Bemühungen der Stadt auch honoriert und sich hier ansiedelt. Bis Ende 2025 soll das Unternehmen das Gelände an der Hattersheimer Straße geräumt haben, spätestens bis Ende 2026.

So lange wird auch Horn warten müssen: Wohnungen, Kita und jetzt auch Hotel – erst wenn Polar weg ist, kann er richtig loslegen.

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2 Comments

  1. hebeling

    Heute guter Doppelwumms!

    Probleme kreativ filetiert und zukunftsgerecht in der Kernstadt serviert…

    Wenn jetzt gut gelaunt und gemeinsam weiter in der Stadtküche gearbeitet wird und ab und zu wie beim Biolek angestoßen ..wird Hofheim wunderbarer als es ist und nach der Teamfindung kommt Zusammenarbeit.

    Voila & Merci, cher Amis.

    3. Juli 2024
    |Reply
  2. Hotelfachfrau

    Das ist ein guter Standort für ein Hotel! Die Verwaltung sollte nur darauf achten, dass genug Parkmöglichkeiten geschaffen werden, Ein Parkplatz pro Zimmer! Obwohl das Hotel am Bahnhof steht, werden die Gäste mit dem PKW anreisen.

    9. Juli 2024
    |Reply

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