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Hofheim leidet: Schwacher Film, drohende Kollektivstrafe

Posted in Allgemein

Nachrichtlich war es heute ein sehr ruhiger Tag in Hofheim und Kriftel. Beide Rathäuser hatten nichts zu berichten, die Polizei vermeldete nur eine einzige Straftat (die scheiterte, weil eine fast 90-Jährige ziemlich clever reagierte). Selbst Smiley-Christian, der Bürgermeister mit den bunten Tagesberichten in den sozialen Medien, hat heute nichts Interessantes zu bieten, er nennt lediglich die Corona-Beschlüsse der Landesregierung und lobt die MTK-Bürgermeister für ihr Vorgehen in Corona-Zeiten. O-Ton Vogt: “Gemeinsam ist es uns gelungen, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Auf diesen Erfolg können wir stolz sein.” Nun ja.

Hätte Stadtrat Wolfgang Exner vorgestern nicht seinen Müll-Wutanfall gekriegt: Das Lokalblatt hätte heute kein großes Thema gehabt, und in der Hofheimer Facebook-Gruppe hätte sich Langeweile breit gemacht.

Halt, ein Thema gab’s doch noch: Der Hessische Rundfunk hat einen Hofheim-Film gedreht, bereits vor einem Jahr (als Gisela Stang im Rathaus residierte): HR-Moderator Tobi Kämmerer jagte damals quer durch die Stadt, zeigte Action auf der Speedway-Strecke in Diedenbergen, Bienen auf dem Rathausdach, Clownschule in Lorsbach usw. usf.

Gestern und heute wurde der 45-minütige Film ausgestrahlt. Auf der Facebookseite “Wir in Hofheim” machte Ludwig Wagner am Dienstag darauf aufmerksam, fand dafür aber nicht nur Beifall: “Die Doku hat mich enttäuscht. Die Recherche dafür war wohl mickrig”, kommentierte Heiner Tamm. Auch Norbert Bartsch fand den Film „kläglich, sehr schwach“, Franziska Reiff zeigte sich „enttäuscht“, Heidi Jung ebenso: “Das war doch nix.“ Ludwig Wagner aktualisierte daraufhin seinen Post vom Vortag: “Wegen der überwältigenden negativen Meinung zu dem Bericht muss ich also schnell noch sagen, besser nicht anschauen und anderweitig einen schönen Abend machen” Wer den Film trotz dieser Warnung unbedingt sehen will: Hier ist er zu finden.

Das zweite große Facebookthema war, wie gesagt, Exners Müll-Tirade. Der Stadtrat hatte mit der Schließung des Wertstoffhofs gedroht, weil sich ein paar Anlieferer nicht ordentlich benommen hatten (wir berichteten). Kollektivstrafe nennt man das: Es gibt ein paar Deppen – Exner lässt alle Bürger büßen. Die Pressestelle der Stadtverwaltung hatte dazu eine lange Pressemitteilung geschrieben, es ist also offizielle Rathaus-Meinung, und das Kreisblatt hat den Rathausmitteilung heute nahezu wortwörtlich abdruckte, als handele es sich um einen journalistischen Beitrag.

Christina Leuthner war die erste, die das Thema in der Facebookgruppe „Wir in Hofheim“ aufgriff, und sie sammelte damit binnen weniger Stunden 38 Kommentare ein: Natürlich fand keiner die Gereiztheit einiger Leute auf dem Müllplatz gut und schon gar nicht irgendwelche verbalen Ausfälligkeiten. Aber in einigen Kommentaren wurde auch dieses Thema angesprochen: Auch das Auftreten der Wertstoffhof-Mitarbeiter sei nicht immer tadellos zu nennen. Karin Heu formulierte es so: „Die Jungs draußen spielen sich auf wie JVA-Ausgesandte, selbst wenn man gar nicht rein will, sondern nur vorbei fährt.“

Nicolas Valmont brachte es auf den Punkt: „Die Aufgabe von Exner ist es nicht, den Bürgern zu drohen, sondern Probleme zu lösen. Ich lese in dem Artikel nur mimimi, jedoch nichts von eingeleiteten Maßnahmen, um dem Andrang Herr zu werden.“ Das mit den Maßnahmen ist nicht ganz korrekt: Auf der Ahornstraße vorm Wertstoffhof wurde bereits eine dritte Fahrspur aufgezeichnet, und städtische Ordnungshüter halten jetzt neben den Müllcontainern Wacht. Aber offenbar reicht das ja nicht. Aus der Facebook-Gruppe kommen ein paar Vorschläge an Exners Adresse: Wie wäre es mit einem Sicherheitsdienst, der auf Deseskalation geschult ist? Und auf jeden Fall müssten die Öffnungszeiten verlängert werden. Und natürlich sollte es Ausweiskontrollen geben, wenn der Eindruck vorherrsche, dass Auswärtige ihren Müll in Hofheim abladen. Solche Kontrollen hatte Exner jetzt angekündigt, allein: Das kam natürlich ein bisschen spät.

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90-Jährige lässt Trickbetrüger abblitzen

Ein falscher Handwerker hat versucht, eine fast 90 Jahre alte Seniorin in Hofheim abzuzocken. Doch die alte Dame war cleverer! Die Polizei schreibt: Der ungefähr 25 Jahre alt Mann mit dunklen lockigen Haaren und südländischem Erscheinungsbild hatte nachmittags an der Wohnungstür der Frau in der Homburger Straße geklingelt und von einem Problem mit der Wasserleitung gesprochen, das umgehend überprüft werden müsse. Daraufhin erwiderte die rüstige Frau, die ihre Wohnungstür mit einem Sperrbügel abgeriegelt hatte, dass sie solche Probleme selbst beheben könne. Der Täter versuchte noch eine andere Masche, sagte, wenn die Frau ihn nicht in ihre Wohnung lasse, drohe ihr eine Geldbuße in Höhe von 1.500 Euro. Doch mittlerweile war ein Hausbewohner auf das Gespräch im Treppenhaus aufmerksam geworden. Als der junge Mann das mitbekam, nahm er reißaus und flüchtete.

Die aktuellen Corona-Zahlen

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Im Main-Taunus-Kreis wurden bisher (Stand heute, 16.45 Uhr) 290 Corona-Fälle registriert, einer mehr als gestern. Aktuell sind noch 60 Menschen erkrankt, sieben weniger als gestern. Die Zahl der Todesfälle liegt jetzt bei zehn..

Nahezu unverändert geblieben sind die örtlichen Zahlen: In Hofheim wurden bisher 66 Corona-Fälle registriert, neun sind aktuell noch erkrankt. In Kriftel liegt die Zahl der Corona-Fälle weiterhin bei elf, zwei von ihnen sind aktuell noch erkrankt.

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