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Hotel-Neubau: Von diesem Donnerstag an wird diskutiert – endlich!

Posted in Allgemein

Erinnern Sie sich noch an das große Hofheimer Diskussionsthema Ende letzten Jahres? CDU-Politiker wollen auf einem städtischen Grundstück an der Elisabethenstraße von einem privaten Investor einen Hotel-Neubau errichten lassen. Eine offene Diskussion darüber war wohl nicht vorgesehen: Die Pläne waren in vertraulichen Zirkeln ausgeheckt worden.

Doch dann kam alles heraus. Große Aufregung im Städtchen!

Die Politiker zuckten zurück. Eine für Januar geplante Sondersitzung des Bau- und Planungsausschusses wurde kurzerhand gecancelt. Motto: Ruhe bewahren. Die Leute kriegen sich schon wieder ein und vergessen schnell. Dann machen wir einfach weiter…

Als letztens der Bau- und Planungsausschuss wieder zusammenkam, stand der Hotel-Neubau erst gar nicht auf der Tagesordnung. Erst am Ende der Sitzung, als kaum noch einer zuhörte, wurde beschlossen: Wir machen eine neue Sondersitzung. Mit Ortstermin. Am 28. April.

Es war schon sehr spät, als der Termin festgesetzt wurde. Es machte den Eindruck, als solle niemand davon wissen. Und mal ehrlich: Wer hat davon erfahren?

Das ist Hinterstubenpolitik. Dabei sollte das Thema nun wirklich jeden Hofheimer interessieren. Es geht um mehr als ein neues Hotel. Es geht um ein größeres Grundstück in allerbester Lage von Hofheim. Es gehört der Stadt, und über seine Verwendung sollte offen gesprochen werden: Braucht Hofheim noch einen weiteren Gebäudeklotz an der Elisabethenstraße? Muss dort unbedingt ein Hotel hin – oder gibt es nicht Alternativen, über die man sprechen sollte? Täte den Menschen in der Stadt nicht vielleicht auch etwas mehr Grün gut?

Machen wir die Diskussion öffentlich: An diesem Donnerstag tagt der Bau- und Planungsausschuss, das Thema steht ganz offiziell auf der Tagesordnung. Interessierte Bürger dürfen an der Sitzung teilnehmen.

Vorab ein Überblick über den aktuellen Sachstand:

Um welches Grundstück handelt es sich genau?

Es geht um das Grundstück Elisabethenstraße 3. Dort waren bislang unter anderem die Stadtbücherei und das Stadtarchiv untergebracht (siehe Foto oben), die inzwischen in einen Neubau am Kellereiplatz umgezogen sind. In dem alten Gebäude sind aktuell nur noch ein paar Büros der Stadtverwaltung zu finden.

Hotel-Neubau
Für das Grundstück Elisabethenstraße 3 wird eine Verwendung gesucht.

Wie groß ist das Grundstück?

Das ist nicht ganz klar. In älteren Rathaus-Unterlagen ist mal von 1.150, mal von 1.600 Quadratmetern die Rede. Die Differenz könnte damit zu erklären sein, dass der Denkmalschutz deutliche Abstände zum Wasserschloss und Kellereigebäude verlangt.

Woher stammt die Idee, hier ein Hotel zu errichten?

Die Spur führt mehr als zehn Jahre zurück: 2008 hatte das Stadtparlament die neue Stadtbücherei auf dem Kellereiplatz beschlossen. Ein Jahr später, 2009, schlug die damalige Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) den Stadtverordneten vor, das Grundstück Elisabethenstraße 3 zu verkaufen (hier): Man könne sich dort ein Haus für Betreutes Wohnen vorstellen, ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, ein Bürogebäude – oder vielleicht auch, da tauchte das Wort erstmals auf: ein Hotel.

Eine eigens gebildete Arbeitsgruppe „Vermarktung Grundstück Elisabethenstraße 3“ priorisierte die Nutzungsvorschläge: Seniorenwohnungen bekamen 13 Punkte, Ärztehaus und Unterhaltungselektronik je 10 Punkte. Der Vorschlag Hotel landete mit 8 Punkten auf dem vierten Platz.

2010 beschlossen die Stadtverordneten, das Grundstück auszuschreiben. Der Beschluss wurde allerdings von der Stadtverwaltung aus Gründen, die heute nicht mehr zu klären sind, nie umgesetzt.

Ursprünglich waren also noch andere Ideen für das Grundstück im Gespräch. Was wurde daraus?

Wie gesagt: Die Ausschreibung blieb im Rathaus liegen. Rathaussprecher Jonathan Vorrath sagte auf Nachfrage, der vom Parlament beschlossene Text für eine Ausschreibung sei später „zur Vermarktung des Grundstücks“ verwendet worden. „Jedoch kam es nicht zur Veräußerung des Grundstücks, da noch kein neuer Standort für die Stadtbücherei gefunden war.“

Soll wohl heißen: Nach der Ausschreibung, die nie stattfand, soll eine Vermarktung stattgefunden haben, die auch keinen Erfolg brachte. Wie auch immer: Seither wurde über das Thema nicht mehr gesprochen. Jahrelang nicht. Also zumindest nicht in der Öffentlichkeit.

Hotelneubau
Das Grundstück Elisabethenstraße 3: Hier waren bislang die Stadtbücherei und das Stadtarchiv untergebracht. Aktuell beherbergt das Gebäude rechts noch ein paar Büros der Stadtverwaltung.

Heute ist nur noch von einem Hotel-Neubau die Rede. Wie kam es dazu?

2019 tauchte das Thema plötzlich wieder auf – im Bürgermeister-Wahlkampf. In einem Flyer von CDU-Kandidat Christian Vogt war zu lesen: „Jetzt gilt es, auf dem alten Standort der Bücherei ein Hotel anzusiedeln.“

Vogt wurde zum Bürgermeister gewählt, und seither lässt er das Hotel-Thema immer wieder mal anklingen:

2020 schrieb die „Hofheimer Zeitung“ in einem Vogt-Porträt, das geplante Hotel in der Elisabethenstraße sei eine der vielen Baustellen von Hofheims neuen Bürgermeisters. Später berichtete die FAZ, laut Vogt sei „der Aufstellungsbeschluss für ein kleines Hotel mit bis zu 100 Betten an der Elisabethenstraße gegenüber der Stadthalle gestellt“. Nahezu zeitgleich zitierte der „Wiesbadener Kurier“ Petra Fuchs, die im Rathaus für Tourismus zuständig ist: „Dass auf dem Gelände der alten Stadtbücherei ein Hotel mit rund 80 bis 120 Betten entstehen soll, schließe eine Lücke.“

Es klang stets so – und das war sicher gewollt –, als sei ein Hotel-Neubau längst beschlossene Sache. Dabei war in den politischen Gremien über das Thema nicht ein einziges Mal gesprochen worden. Die Entscheidung wurde offenbar in Hinterzimmern vorbereitet.

Im Sommer 2020 beantragte CDU-Fraktionschef Alexander Kurz im Stadtparlament überraschend, der Magistrat möge die Ansiedlung eines mittelständischen Hotel- und Gastronomiegewerbes sondieren und eine Konzeptvergabe vorbereiten. Diskutiert wurde nicht: Die Mehrheit der Stadtverordneten stimmte einfach zu.

Ein Hofheimer Hotelier – „Dreispitz“-Inhaber Frank Laur – erfuhr davon. Er schrieb an ausgewählte Kommunalpolitiker: Er habe nichts gegen ein weiteres Hotel in Hofheim. Aber ausgerechnet auf dem zentral gelegenen Grundstück an der Elisabethenstraße? Das sei ihm nicht durchdacht genug!

Der Hofheim/Kriftel-Newsletter machte Laurs Brief und die bis dahin kaum wahr genommenen Hotel-Pläne öffentlich (hier). Das war im November 2021 – und mit einem Schlag war das Thema brandheiß. Es gab hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Der Bau- und Planungsausschuss beschloss, sich das Grundstück „vor Ort“ anzusehen: Eine Sondersitzung für Januar 2022 wurde vereinbart.

Im Rathaus versuchte man noch ein wenig zu tricksen: Es wurde kein Termin anberaumt. Erst nach einem „Weckruf“ im Hofheim/Kriftel-Newsletter (hier) wurde kurzfristig eine Sitzung für den 29. Januar angesetzt. Sie wurde dann von CDU-Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler ebenso kurzfristig wieder abgesagt.

Wie ging’s danach weiter?

Erst einmal tat sich wieder nichts. Ende März tagte der Bau- und Planungsausschuss, aber das Thema Hotel-Neubau stand nicht auf der Tagesordnung. Erst ganz zum Schluss fasste man einen Beschluss, still und leise, als solle es kein Außenstehender erfahren. Im Sitzungsprotokoll ist nachzulesen: „Die für den 29.01.2022 geplante und abgesagte Sondersitzung des Ausschusses zur Kellereiplatzgestaltung soll am Donnerstag, 28.04.2022, 18.00 Uhr, stattfinden.“

Was wurde aus dem CDU-Antrag, die Ansiedlung eines Hotels zu sondieren und eine Konzeptvergabe vorzubereiten?

Das Stadtparlament hatte dem Magistrat, wie gesagt, einen eindeutigen Auftrag erteilt – das war vor gut zwei Jahren. Auf Nachfrage im Januar dieses Jahres gab die Rathaus-Pressestelle die lapidare Antwort: „Ein Konzeptvergabeverfahren befindet sich in Vorbereitung.“ Seither: Schweigen. 

Dazu muss man wissen: Es ist in Hofheim nicht unüblich, dass die Stadtverwaltung Beschlüsse der Mandatsträger nicht umsetzt bzw. jahrelang verzögert. Die meisten Stadtverordneten lassen sich das ja auch widerspruchslos gefallen. Dass CDU-Fraktionschef Kurz protestiert hätte, weil sein Antrag seit fast zwei Jahren im Rathaus „in Vorbereitung“ herumliegt, wurde jedenfalls nicht bekannt. 

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Der hintere Teil des Grundstücks Elisabethenstraße 3: Parkplätze, ein paar Garagen – kein Glanzpunkt.

Es wurde unlängst von einer Hotel-Machbarkeitsstudie gesprochen: Was hat es damit auf sich?

Eine solche Machbarkeitsstudie wurde Ende letzten Jahres bekannt: Der Linke Bernd Hausmann hatte danach gefragt, Bürgermeister Vogt stritt erst alles ab, musste dann aber einräumen: Eine Hotel-Machbarkeitsstudie wurde im Jahr 2010 von der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) in Auftrag gegeben, seither werde sie auch regelmäßig aktualisiert.

Warum die HWB – immerhin ein städtisches Unternehmen! – seit mehr als zehn Jahren eine Machbarkeitsstudie finanziert und die Ergebnisse den Stadtverordneten vorenthält, muss hier offen bleiben.

Liegt die Hotel-Machbarkeitsstudie denn inzwischen vor?

Vogt hatte Ende letzten Jahres versprochen, die Unterlagen den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses zuzustellen, und zwar rechtzeitig vor der geplanten Januar-Sitzung, damit sich jeder einlesen könne. Das geschah nicht. Dann wurde die Sitzung, siehe oben, kurzfristig gecancelt: Die Stadtverwaltung behielt die Unterlagen weiter unter Verschluss.

Anfang dieser Woche teilte Vogt den Stadtverordneten mit: Man habe die Studie noch einmal aktualisieren lassen. Das Ergebnis werde er den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses aber nicht wie versprochen zuschicken. Es werde erst in der Sitzung an diesem Donnerstag (28. April) vorgestellt. 

Welche Bedeutung hat so eine Machbarkeitsstudie?

Die Machbarkeitsstudie sollte Antworten liefern können, ob die Kreisstadt ein weiteres Hotel benötigt, ob ein Hotel-Neubau wirtschaftlich lohnend ist – oder eben nicht. Eine unabhängige Studie kann da sicher wegweisend sein.

In diesem Fall muss das Papier allerdings mit Vorsicht betrachtet werden: Die Befürchtung ist nicht unbegründet, dass der Auftraggeber – also die HWB, Aufsichtsratsvorsitzender ist Christian Vogt – auf den Inhalt Einfluss genommen haben könnte.

Die Tatsache, dass die Studie seit Jahren im Rathaus zurückgehalten wurde und erst jetzt präsentiert werden soll, kann durchaus als anrüchig bezeichnet werden. Auch der Umstand, dass das Werk jetzt noch einmal schnell überarbeitet wurde, obwohl die letzte Aktualisierung nicht einmal ein halbes Jahr zurückliegt, wirft Fragen auf. Denn eigentlich gibt’s für ein weiteres Update keinen Grund – außer: Die vorgelegten Ergebnisse haben den Befürwortern eines Hotel-Neubaus nicht gefallen.

Hotel
Dieses Architekten-Darstellung der Stadtmitte Hofheim findet sich in den Rathaus-Unterlagen. Rot eingekreist: Das Grundstück Elisabethenstraße 3.

Wer hat sich denn nun ausdrücklich für einen Hotel-Neubau ausgesprochen?

CDU, FDP und FWG bilden die Regierungskoalition im Stadtparlament, in ihrem Koalitionsvertrag wird der Neubau eines Mittelklassehotels genannt. Die CDU hatte den Hotel-Neubau in ihrem Wahlprogramm aufgeführt, die FDP bezeichnete vor der Kommunalwahl ein neues Hotel als „wichtigen Meilenstein“. Die FWG hat sich bisher nicht eindeutig geäußert, allerdings stimmt die Fraktion in der Regel so ab, wie es die CDU erwartet.

Die Regierungskoalition hat allerdings ein Problem: Sie hat im Stadtparlament keine Mehrheit mehr.

Und wer ist gegen ein neues Hotel?

Das ist noch nicht richtig erkennbar. Die Opposition im Stadtparlament bilden Grüne, SPD, Bürger für Hofheim und Linke. So richtig klar hat sich noch keiner geäußert. Das liegt vielleicht auch daran, dass niemand grundsätzlich gegen ein neues Hotel ist. Aber an dieser Stelle? Und wenn ja: in welcher Größe?

Gegen ein kleineres Hotel würde vielleicht niemand etwas einwenden. Aber für einen Investor wird ein Hotel-Neubau angeblich erst ab 80 bis 100 Betten wirtschaftlich interessant. Dafür müsste ein weiterer gewaltiger Klotz an der Elisabethenstraße gebaut werden. Wie sieht das denn aus? Ist das noch akzeptabel? Will man das wirklich?

Und dann gibt es noch eine große Befürchtung: Ein gefälliger Investor bekommt den Zuschlag, weil er ein Hotel verspricht und auch baut. Aber nach ein paar Jahren erklärt er den Betrieb für unwirtschaftlich und wandelt die Hotelzimmer in teure Eigentumswohnungen um. Was dann? Der Investor würde fette Gewinne einstreichen – und die Stadt stünde, wieder einmal, dumm da…

Was wären die Alternativen zu einem Hotel-Neubau? Wie könnte das Grundstück besser genutzt werden?

Im Bürgermeisterwahlkampf hatte sich Stadtrat Bernhard Köppler (SPD) dafür ausgesprochen, das Grundstück für Seniorenwohnungen oder andere Formen gemeinschaftlichen Wohnens zu nutzen. Das gilt zwar als nicht unproblematisch: Wohnungen in der Nähe des Kellereiplatzes könnten die dort geplanten Veranstaltungen und Feste gefährden. Aber richtig diskutiert wurde darüber noch nicht.

Für die „Bürger für Hofheim“ (BfH) haben Wilhelm Schultze und Tanja Lindenthal einen eigenen Vorschlag eingebracht: Sie möchten auf dem Grundstück einen „grünen Korridor“ sehen, „der das Ensemble aus altem Wasserschloss und dem Kellereigebäude mit der Stadthalle und dem Rathaus verbindet“.

Inzwischen wurde auch in der Facebook-Gruppe „Wir in Hofheim“ über die zukünftige Verwendung des Grundstücks diskutiert. Eine Abstimmung ergab: Die Mehrheit favorisiert eine kleine Markthalle (312 Stimmen). An zweiter Stelle: mehr Grün (243). An dritter Stelle: Wohnraum für Senioren (70).

Ein Hotel kam bei der Abstimmung nicht sonderlich gut an: Dafür gab’s gerade mal 28 Stimmen.

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Die Einladung zur Ausschusssitzung. Weitere Unterlagen sind auf der Webseite der Stadt zu finden (hier).

Wie geht’s nun weiter?

An diesem Donnerstag, 28. April, kommt das Thema auf den Tisch – öffentlich, endlich. Um 18 Uhr treffen sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses vor dem Wasserschloss: Sie wollen sich das Grundstück Elisabethenstraße 3 ansehen. Danach soll im Obergeschoss der Stadthalle weiterdiskutiert werden.

Zur Sprache kommt auch der Vorschlag der Bürger für Hofheim („grüner Korridor“) sowie ein Antrag der Grünen zum benachbarten Kellereiplatz: Der Platz habe durch die Baumaßnahmen viele Bäume verloren, jetzt sollten „mit passenden Pflanzen für die Insektenwelt, für Vögel und nachtaktive Tiere wieder Existenzmöglichkeiten geschaffen werden“.

Der Außentermin ab 18 Uhr wie auch die anschließende Sitzung sind öffentlich. Das heißt: Zuhören ist erlaubt, mitreden nicht.

11 Comments

  1. DererVonZiethen

    Statt unnötigem Hotelneubau würde ich dort gern eine schicke Makthalle erbaut sehen! So, wie z.B. die Kleinmarkthalle in Frankfurt. Oder wie in vielen anderen Städten anderer Länder, mit kleinen Einzelhandelsleuten, Bauern aus der Umgebeung, Schlachtern, Fisch- und Gemüsehändlern, Bäckern und Konditioren. Und kleinen Bistros oder „Fresstempeln“ drumrum, wo man Fisch/Fleisch direkt aus der Verkaufstheke in der Pfanne gegrilltes Essen essen könnte! Und hinterher noch Espresso und Küchlein… Gern auch noch ein bis vier Wein-/ Sektverkäufer…
    >> DAS wäre so für die Bürger Hofheims ein echter Anziehungspunkt!!
    Und wenn man unten drunter gleich noch eine Tiefgarage bauen würde, könnte sich das Ganze (bei DEN -!- Preisen heutzutage) bald auch amortisieren!
    Sicher!

    27. April 2022
    |antworten
    • Karin Wieprecht

      Nicht nur für die Bürger aus Hofheim, sondern auch aus dem Umland wäre das DER Anziehungspunkt, Tolle Idee

      28. April 2022
      |antworten
    • Bernd Hausmann, Stadtverordneter DIE LINKE

      So gerne ich die Frankfurter Kleinmarkthalle besucht habe, als ich noch dort um die Ecke gearbeitet habe:
      So was in Hofheim zu betreiben, ist völlig illusorisch:
      Hofheim hat eine Tag-Bevölkerung (Einwohner plus Einpendler minus Aupendler) von rd. 38.000.
      Frankfurt a.M. hat eine Tag-Bevölkerung von 1.040.000 Menschen, also gut eine Million mehr.
      Hofheim kann man nicht mit Frankfurt vergleichen,
      Und zudem: Wir haben einen schönen Wochenmarkt am Untertor. Der würde dann kaputt gehen.

      28. April 2022
      |antworten
      • Karin Wieprecht

        Gerade in Hofheim als Kreisstadt fehlt eine solche Kleinmarkthalle. Wobei sie nicht unbedingt die Größe der Frankfurter Kleinmarkthalle erreichen müsste. Mit unserem Einkaufszentrum wurde bereits ein Anfang gemacht, Hofheim etwas mehr Leben zu geben. Eine Kleinmarkthalle wäre eine gute Ergänzung dafür, dass in Hofheim nicht nur geschlafen wird. Der Wochenmarkt muss darunter nicht leiden.

        30. April 2022
        |antworten
  2. Silvia Stengel, Dipl. Ing. Landespflege

    Ein weiterer großer Betonklotz, der – wie die Erfahrung zeigt – dann in Wirklichkeit doch immer größer und gewaltiger ist, als es die begrünten Pläne (mit überdimensional großen Bäumen 😉) wirken lassen, wäre für Hofheims Zentrum erdrückend.

    Das Zentrum benötigt eine „GRÜNE LUNGE“ mit mehr Offenheit und Blickachsen zu den historischen Gebäuden, die Hofheim so liebenswert machen.

    Ein kleines Gebäude (denn ca. 1.600 qm sind ja nicht wirklich groß), das von den Bürgern genutzt und als Aufenthaltsort und Anziehungspunkt fungiert, würde das Ganze abrunden, wäre bei einer gut angelegten Grünfläche aber kein Muss.

    Vielleicht sollte man hier einen Architektenwettbewerb, aber für LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, stattfinden lassen, denn diese haben gegenüber Hochbauarchitekten immer einen besseren Blick für die Einbettung in die Umgebung und das Erstellen von Blickachsen sowie angenehmen Aufenthaltsräumen. Ein Quadrat freilassen für ein Gebäude kann auch jeder Landschaftsarchitekt, aber kein normaler Architekt kann funktionierende Grünraumplanung, die auch angenommen wird!

    Zudem gibt es hier in Hofheim gleich mehrere sehr gute Landschaftsarchitekten, die jedoch meist nur Frankfurt verschönern – es wäre an der Zeit, dies auch mal für Hofheim und seine Frei- und Grünflächen zu nutzen.😉

    27. April 2022
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  3. Preusche, Norbert

    Es zeigt sich wieder einmal, was ich seit Jahren schon anspreche, dass es für die Kernstadt kein ganzheitliches Konzept gibt. Wieder einmal steht ein Einzelprojekt in Beton gegossen im Mittelpunkt der Diskussion. Obwohl es Ansätze gab, die eine Gesamtgestaltung des Areals rund um den Kellereiplatz vorsahen – Stichwort Trojan.
    Schon jetzt zeigt es sich doch, dass hier rund um dieses Areal sich der eigentliche Mittelpunkt der Stadt bildet. Gestern Chinon-Center, dann Bücherei und Taunussparkasse, morgen Hotel oder oder, dann Hof Ehry, und alles ohne ein stimmiges Ambiente, das vor allem auch die „alte“ Innenstadt gestalterisch mitnimmt.
    Also, worüber gesprochen wird ist: eine neue leere Fläche zu füllen. So wird Hofheim von Jahr zu Jahr verdichtet. Eine Gestaltung von Lebensraum in gefälliger Form und Weise ist das nicht. Aber was kommt wird wieder gefallen und gut angenommen – so war es doch immer bisher, oder?

    28. April 2022
    |antworten
  4. Am Stephansberg

    Ich kann den anderen nur zustimmen. Ich wäre sehr dafür, dass sich Hofheim eher in Richtung einer Ville Fleurie (https://de.wikipedia.org/wiki/Concours_des_villes_et_villages_fleuris) entwickelt, anstatt immer weiter eine Ville Vollbétonnée zu werden! Mit flexiblen Modellen zur Nutzung (pop-up) kann man sicher mit einer Grünfläche gelegentlich auch Geld verdienen, falls das das Hauptargument gegen eine Grünanlage ist.

    28. April 2022
    |antworten
  5. Anita Vogt

    Der Klimawandel schreitet bisher ungebremst voran. Das Jahr 2021 war ein Jahr der Extreme. Bei uns die Hochwasserkatastrophen, in Sizilien mit 48,8 °C ein vorläufiger europäischer Hitzerekord. In der Ostsee lag die jährliche Oberflächentemperatur mehr als 5 °C über den Durchschnitt. Wir werden deutlich mehr Maßnahmen ergreifen müssen, um auch zukünftig unsere charmante Innenstadt auch in den immer längeren Hitzeperioden genießen zu können. Die Idee, durch Landschaftsplaner die Begrünung gestalten zu lassen, halte ich für richtig. Denn Nützliches mit einer guten Gestaltung zu verbinden wird die Attraktivität unserer Kleinstadt erhöhen.

    28. April 2022
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  6. Bernd Hausmann, Stadtverordneter DIE LINKE

    Es stimmt nicht so ganz: „So richtig klar hat sich noch keiner geäußert“ von den Oppositionsparteien zur zukünftige Nutzung des Areals der ehem. Stadtbücherei: Sowohl die BfH als auch die Linke haben es. Siehe folgende Presseerklärung vom 19. Januar 2022:

    Grundstück alte Stadtbücherei: Trojan „auf den Kopf stellen“

    Es ist schon ziemlich lange her, dass das Büro Trojan & Trojan Architekten und Städtebauer vom Magistrat mit einer Entwurfsplanung für eine „Umgestaltung Kellereiplatz/Chinonplatz“ beauftragt wurde. Die vom Büro Trojan vorgelegten Planungen wurden von der Stadtverordnetenversammlung am 16.12.2009 einstimmig zur Kenntnis genommen.

    Was hat das Büro Trojan vorgeschlagen?

    Am Nordrand des Kellereiplatzes sollte ein durchgehender Grünzug von der Bärengasse bis zur Elisabethenstraße entstehen. Mitten in diesem kleinen Park sollte die neue Stadtbücherei als Solitär stehen. Nur die Bücherei (mit max. 2.000 qm Bruttogeschossfläche), umgeben von viel Grün, sonst nichts.

    Im Süden, auf dem ehem. MKW-Gelände, hat Trojan eine geschlossene, L-förmige Gebäudefront sowohl entlang der Elisabethenstraße als auch am Kellereiplatz vorgesehen, kein Grün am Kellereiplatz, aber dafür die Aufnahme der 6-m-Baugrenze vom Bordstein der Elisabethenstraße, so wie bei Frank und HWB, bis hoch zur Pfarrgasse, was sowohl die Anlage eines „Vorgartens“ als auch das Anpflanzen von Bäumen ermöglicht hätte.

    Trojan hatte im Norden des Kellereiplatzes viel Grün vorgesehen und im Süden eine klare, bebaute Platzkante mit verhältnismäßig dichter Bebauung, aber ausreichend Grün als Abstand zum Wasserschloss.

    Nunmehr haben wir im Norden des Kellereiplatzes eine durchgehend bebaute Platzkante und dahinter eine dichte Bebauung (rd. 4.000 qm Bruttogeschossfläche) und ein vollständig versiegeltes Grundstück mit ein paar Kübelpflanzen (das bisschen Grün im „Lesegarten“ sieht man vom Kellereiplatz überhaupt nicht, weil dieser Lesegarten „ein Stockwerk tiefer“ unter dem Niveau des Kellereiplatzes liegt und zudem hinter einer Betonmauer verborgen ist).

    Aber wir haben nunmehr die Chance, das ursprünglich im Norden geplante Grün, das die HWB vollständig zugebaut hat, im Süden neu zu schaffen.

    Die Linke spricht sich daher für die Anlage einer Grünanlage zwischen Wasserschloss und Elisabethenstraße aus.

    Das Argument, dass mit der Bebauung des ehem. MKW-Geländes der Neubau der Stadtbücherei finanziert werden sollte, zieht nunmehr nicht mehr, denn das Bauvolumen, das Trojan auf dem MKW-Gelände unterbringen wollte, hat die HWB anstelle der vorgesehenen Grünanlage im Norden des Kellereiplatzes untergebracht. Was dort an angedachter Grünfläche zugebaut wurde, soll nunmehr im Süden entstehen: Auch die Linke will dort Grün und keine weitere Bebauung.

    Wir hatten zunächst auch an ein Innenstadt-Hotel gedacht, mit Restaurant und Nebenräumen, so wie der „Rosenberg“ seligen Angedenkens. Aber dafür ist die Fläche zu klein. Unter 100 Zimmer findet sich in Ballungsräumen schon lange kein Investor mehr (z.B.  haben die beiden neuesten Hofheimer Hotels, das H+-Hotel Diedenbergen 158 Zimmer und das Vital-Hotel Therme 97 Zimmer; der „Rosenberg“ mit seinen 79 Zimmern ließ sich – angeblich – auch nicht wirtschaftlich betreiben, weil zu klein). Wenn man die Höhenentwicklung von Frank und dem angrenzenden HWB-Forum aufgreift, dann bekommt man auf diesem nur 1.600 qm großen Grundstück der alten Stadtbücherei max. ein Hotel mit 50 Zimmern unter: Dafür findet sich kein Investor. Oder es ergeht der Stadt dann alsbald wieder wie am „Rosenberg“.

    Die Linke-Stadtverordnetenfraktion Hofheim, Bernd Hausmann

    28. April 2022
    |antworten
  7. Preusche

    Was Herr Hausmann nochmals transparent macht zeigt die ursprüngliche Planung, die auch alles in allem eine sinnvolle war. Aber bitte auch mein Argument beachten – es muss eine strategische Planung her, die sowohl das alte Zentrum mit dem neuen verbindet. Dabei ist auch zu berücksichtigen, wie sich in Zukunft der Hof Ehry macht. Also ein Gestaltungskonzept für beide Zentren – alt und neu. Dass dabei Natur vor Beton geht wäre nur zu wünschen, zumal das bald der gesamten Innenstadt abhanden kommt.

    28. April 2022
    |antworten
  8. Der Kleine Wassermann

    Hofheim entsiegeln!

    Es ist ein wenig typisch, dass – mal wieder – nur über ein Einzelprojekt gestritten wird. Auch dieser Streit ist notwendig. Was aber fehlt, ist ein gesamtes Klimakonzept für die Stadt.

    Hofheim leistet sich den Luxus, nicht einmal eine Baumschutzssatzung zu haben. Tatsächlich aber benötigen wir eine Verpflichtung zu viel mehr Grün in der Stadt. Dazu gehört auch, bei jeder Erneuerung von Straßen die Anpflanzung von Bäumen zu Lasten bisheriger Parkflächen zwingend vorzusehen. Im besten Fall Obstbäume, um eine Nahrungsreserve aufzubauen.

    Dazu gehört weiter, das Regenwasser in öffentliche Beete abzuleiten und nicht in die Kanalisation. Dazu gehört, für Neubauten verpflichtend Gründächer vorzuschreiben.

    Dazu gehört, nur solche Investoren zu suchen, die begrünte Fassaden und Dächer bauen wollen.

    Dazu gehört, Autos aus der Stadt zu halten und die Parkflächen vor dem Türmchen in einen Park zu verwandeln…

    Kurzum: Dazu gehört der Weitblick, der den Hofheimer Politikern anscheinend fehlt. Die Stadtpolitik schafft es nicht, langfristig zu denken, Entwicklungskonzepte zu entwerfen (wo bleibt das versprochene Verkehrskonzept?) und zu verfolgen; und sich vorzustellen, wie diese Stadt in zehn Jahren aussehen soll. Wirwurstelnweiter.

    28. April 2022
    |antworten

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