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Hofheim: So wütet der Lorsbacher CDU-Chef gegen alle Corona-Maßnahmen

Posted in Allgemein

Seit Monaten übt der Lorsbacher CDU-Chef massive Kritik an den staatlichen Maßnahmen, mit denen die Corona-Pandemie eingedämmt werden soll. Längst hat er den Boden der sachlichen Argumentation verlassen, ist offenbar tief in den Querdenker-Sumpf abgerutscht: Er vergleicht die Corona-Beschränkungen mit der Judenverfolgung, er nutzt Bilder und Vokabeln aus der NS-Zeit, um gegen das Impfen anzukämpfen. Der übergeordnete CDU-Stadtverband lässt den Mann gewähren, distanziert sich nicht, äußert sich auch auf Nachfrage nicht zu den unsäglichen Ausfällen.

Stefan Weise ist 53 Jahre alt und lebt in Lorsbach, wo er als Architekt arbeitet. Auf der Homepage der Stadt-CDU wird er als Vorsitzender des Lorsbacher Ortsverbandes genannt. Sein Name steht als Verantwortlicher im Impressum der Polit-Webseite. Über einen extra eingebauten Link kann er von dieser Seite aus per E-Mail direkt erreicht werden.

Weise6
Dieses Foto wie auch das Bild oben sind Screenshots von der Webseite des CDU-Stadtverbandes, sie entstanden am Abend des 7. Dezember: Stefan Weise (im Bild oben: 3. v.l.) wird im Impressum als Verantwortlicher genannt.

Der Mann genießt wegen seiner vielfältigen Aktivitäten – zuletzt machte er sich für die Kita-Erweiterung stark – und seines Engagements für seine Partei in dem Dörfchen eine gewisse Prominenz. In der Liste seiner „Freunde“ bei Facebook finden sich bekannte Hofheimer Gesichter: Bürgermeister Christian Vogt. Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler. MTK-Landrat Michael Cyriax. Alle CDU.

Auf eben dieser Facebookseite wettert und hetzt Stefan Weise seit Wochen in aller Öffentlichkeit gegen die Politik und die Wissenschaft und überhaupt gegen jedwede staatliche Bemühung, die Pandemie einzudämmen.

O-Ton Weise: „Wie oft darf das RKI und das BMG noch mit falschen Zahlen die Bevölkerung täuschen?“

In einem anderen Post schreibt er: „Sehr geehrter Herr Bouffier, Sie können den Druck auf Ungeimpfte noch weiter erhöhen, aber bedenken Sie, der Staat lässt sich nicht erpressen und ich mich auch nicht.“

Und da ist keiner, der den Mann stoppt

Weise Bouffier
In diesem Post wirft Stefan Weise dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) vor, Druck auszuüben, spricht sogar von Erpressung.

Vor kurzem eskalierte Weises Internet-Feldzug gegen die Corona-Politik: Am 9. November, also an jenem Tag, an dem heute alljährlich der Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung gedacht wird, postete Weise bei Facebook ein Bild vom Konzentrationslager Auschwitz. Es geht ihm aber nicht um das Gedenken an die Millionen Jüdinnen und Juden, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden. Ein fettgedruckter Text in dem Bild verrät seine wahre Motivation: Er will Kritik üben an den staatlichen Schutzmaßnahmen, die eine Verbreitung des Corona-Virus‘ verhindern sollen.

Die ersten Sätze in dem Bild lauten: „Es fing nicht mit Gaskammern an. Es fing an mit einer Politik, die von WIR gegen DIE sprach. Es fing an mit Hetze und Intoleranz.“

Der letzte Satz heißt: „Es fing an mit Menschen, die einfach wegschauten.“

Der CDU-Mann stellt damit auf hinterhältige Weise eine unmittelbare Verbindung her zwischen dem mörderischen Wüten der NS-Diktatur und den Schutzbemühungen der heutigen Politik. Dazu postete er noch diesen Satz: „Wieder einmal“ würden jetzt „Menschen aus der Gesellschaft und aus einem freien, selbstbestimmten Leben ausgeschlossen“.

Wieder einmal? So sieht er es wohl: Heute herrschen Zustände wie zur NS-Zeit.

Weise Auschwitz
Screnshot von Weises Facebookseite: Am 9. November postete er ein Bild vom Konzentrationslager Ausschwitz.

„Unsäglich“ kommentierte ein Leser. Andere Facebook-User versuchten, den Mann zu überzeugen, dass solche Vergleiche nicht zulässig sind. Doch Lorsbach CDU-Chef zeigt sich unbelehrbar: Er spricht von „Zuständen wie 1930“. Und stellt sich als Opfer der Politik dar:

„Für Samstag hatten wir eine Einladung zum Essen gehen. Diese mussten wir auf Grund der neuen Coronaregeln absagen. Wo bitte ist dies keine Ausgrenzung?“

Und ebenso empört ihn: „Vor 3 Wochen war Ortsbeiratssitzung in Hofheim. Danach wollte ich mit ein paar Freunden etwas Trinken gehen. Ich musste wie ein Hund vor der Tür sitzen. Das ist keine Ausgrenzung?“

So ist das in der kruden Gedankenwelt eines abgedrifteten Querdenkers: Damals gab es die Judenverfolgung und Auschwitz – heute darf Herr Weise nicht mit Freunden in die Kneipe, er muss draußen sitzen, wird also ausgegrenzt. Mit solchen Vergleichen wird die industrielle Massenvernichtung in der NS-Zeit relativiert und das Schicksal der Juden und ihr unendliches Leid banalisiert. Auf Facebook versuchte eine Frau, mit Weise zu diskutieren, sie gab es schnell wieder auf: „Da ist ein Stuhl einsichtiger!“

Lorsbacher CDU-Chef: Er sieht sich als Widerstandskämpfer

Auffällig ist: Wiederholt greift der Mann in Bildern und Vokabular auf die Nazi-Diktatur zurück. In einem seiner Posts beklagt er, dass Swing-Veranstaltungen nur noch mit 2G stattfinden dürfen: „Man stelle sich vor, man hätte  in den 1930ger Jahre von jüdischen Musikern gespielte ,Negermusik‘ aus den Jazzkellern ausgeschlossen.“ Dass er einen rassistisch abwertenden und verletzenden Begriff benutzt: sicher kein Zufall.

CDU-Chef
Mit diesem Foto postet der CDU-Mann ein Schild, das die Nazis ausgehängt haben sollen.

Zuvor hatte er „Swing tanzen verboten“ gepostet, das Foto eines Blechschildes, das angeblich in der NS-Zeit ausgehängt wurde: Die Buchstaben sind in nazi-typischer Frakturschrift gesetzt, klein darunter steht „Reichskulturkammer“. In dem Foto ist das „v“ durchgestrichen, und das „o“ wurde mit einem „e“ übermalt: Es heißt jetzt „Swing tanzen erbeten“. Die Assoziation, die geweckt werden soll: Unsere politischen Zustände gleichen denen der NS-Zeit; wer sich dagegen wehrt, ist – wie damals – ein Widerstandskämpfer.

So überhöht Stefan Weise sein Geifern gegen die Corona-Maßnahmen: Er sieht sich offenbar in der Nachfolge der Geschwister Scholl, die zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gehörten und 1943 wegen ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus hingerichtet wurden. Auf seiner Facebookseite liest sich das so: „Im übrigen hat auch die Weiße Rose Flugblätter ausgegeben. Wie das endete ist bekannt.“

Der Lorsbacher pflegt damit die Sprache und das Gedankengut von Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretikern, von Staatsverweigerern, Querdenkern und Corona-Leugnern. Die versuchen mit irrwitzigen Vergleichen zwischen 2G-Regeln und Judenverfolgung, die Verbrechen des Nationalsozialismus‘ und millionenfachen Massenmorden zu verharmlosen. Sie nutzen das starke Symbol der „Weißen Rose“, um die heutige Politik zu delegitimieren und den eigenen Protest zum Widerstand hochzureden.

Kritik gegen staatliche Maßnahmen muss erlaubt sein, keine Frage. Stefan Weise aber überzieht maßlos, nahezu krankhaft: Er versucht Menschen mit Hetze und Desinformation aufzustacheln, verharmlost den Holocaust. Seine verquere Argumentation ist als unverantwortlicher, geschichtsvergessener Missbrauch der Meinungsfreiheit einzuordnen.

Und da ist wirklich keiner, der den Mann stoppen kann?

Wir haben den Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes Hofheim um eine Stellungnahme gebeten. Christian Vogt ist zugleich Hofheims Bürgermeister. Seine Antwort: 

Schweigen.


Die Zahl der Kommentare, in denen beleidigende und/oder unsachliche und/oder falsche Behauptungen genannt werden, hat in den letzten Stunden stark zugenommen. Die Möglichkeit zu Kommentieren wurde deshalb bei diesem Bericht beendet. Ich bitte um Verständnis. TR

9 Comments

  1. Sonja Nitschke

    Daumen hoch von meinen einsichtigen Stuhl! 👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻 Saugeil

    8. Dezember 2021
  2. DererVonZiethen

    Schlimmm, solche Leute müßte man anzeigen! Das hätte ich auch getan, wenn ich noch jünger wäre.

    Aber interessant ist, was ich am Wahl-O-mat lernte!
    Da hatte ich mal die eine oder andere Frage mit einem kleinen Tick nach rechts beantwortet – und was hat mir der Wahl-o-mat zur Wahl empfohlen?
    1.) AfD
    2.) CDU
    Also scheinen die Mannen der CDU den Rechten doch sehr viel näher zu stehen, als sich das „Otto Normalverbraucher“ denken mag. Sinnbild dafür kann ja auch sein, daß sich der Bürgermeister Vogt nicht einmal meldet. Oder??

    8. Dezember 2021
  3. Ron

    Das RKI und das BMG täuscht die Bevölkerung tatsächlich mit falschen Zahlen, allerdings wohl nicht mit Absicht, sondern schlicht aus Unfähigkeit. Ansonsten sind die hier erwähnten Posts und Sprüche des Herrn zwar unter aller Kanone bzw. lächerlich (er ist die Jana aus Kassel) aber wohl nicht deliktrelevant. Sonst hätte sich doch die Polizei längst eingeschaltet, oder?

    8. Dezember 2021
    • Susanne C.

      Was heißt deliktrelevant? Hier geht es vermutlich nicht um Straftaten. Es ist „nur“ ein Politikum: Wenn ein Parteifunktionär egal welcher Coleur im Internet, also in aller Öffentlichkeit, ein solches Denken offenbart, ist er eigentlich untragbar. Bei einer jungen Frau wie die Jana aus Kassel gab es deutschlandweit einen gewaltigen Aufschrei, als sie sich bei einer Querdenker-Demo mit Sophie Scholl verglich. Und was passiert hier? Ich bin zunächst mal froh und dankbar, dass solches Denken und Reden eines Politikers nicht abgetan wird mit „alles nicht so schlimm, war doch nicht so gemeint“, sondern aufgedeckt wird. Jetzt bin ich nur gespannt, ob und wie die Hofheimer CDU-Spitze reagiert.

      8. Dezember 2021
  4. Bruce Willis

    immer die Luft anhalten. Der Herr aus Lorsbach tut Niemandem was.

    8. Dezember 2021
  5. Christian Vogt

    Sehr geehrter Herr Ruhmöller,

    inhaltlich darf ich Ihnen zunächst sagen: Die Aussagen von Herrn Weise missbilligt der Vorstand der CDU Hofheim und ich persönlich auf das Äußerste. Das weiß auch Herr Weise. Parteiordnungsmaßnahmen sind bereits in Prüfung bzw. in Gang gesetzt worden – übrigens bereits vor ihrem Text!

    Nun zu einem anderen Thema: Wir kennen uns nicht, wir haben uns auch noch nie getroffen oder uns ausgetauscht. Allerdings schreiben Sie mit Ihrer bekannten Art und Weise schon länger und gerne über und vor allem gegen mich.

    Allerdings bitte ich Sie, der einmal den Beruf eines Redakteurs mehrerer Zeitungshäuser ausgeübt hat, bei den Tatsachen zu bleiben.

    Daher: Wenn Sie schreiben „Schweigen beim Vorsitzenden der CDU Hofheim, Christian Vogt“ so ist das nicht richtig!

    Denn:

    – Sie haben mich als Vorsitzenden oder meine Vorstandskollegen des Stadtverbandes der CDU Hofheim zu keinem Zeitpunkt in dieser Angelegenheit kontaktiert.
    – Sie haben auch weder das Kontaktformular der Homepage, laut ihrem Bericht haben Sie unsere Seite http://www.cdu-hofheim.de aufgesucht, noch die Emailadresse im Impressum der CDU-Homepage, genutzt.

    Als jemand, der nur auf Fehler von mir oder andere wartet, um Sie dann genüsslich auszuschlachten, zu überzeichnen oder zu skandalisieren, darf Ihnen auch gesagt werden: eine Anfrage im Rathaus und gegenüber städtischen Mitarbeiter in dieser Angelegenheit bleibt fruchtlos und unbeantwortet, da hier keine Verquickung von Verwaltung und Parteiarbeit erfolgen darf. Das wissen Sie als ehemaliger Redakteur. Das weiß der gesamte Berufsstand der Pressevertreter.

    Schade, Sie sollten hier wirklich bei der Wahrheit bleiben.

    Es ist nun 17.08 Uhr und ich würde mich freuen, wenn dieser Kommentar unter dem besagten Artikel zeitnah erscheinen wird.

    Christian Vogt
    Vorsitzender der CDU Hofheim

    8. Dezember 2021
    • Thomas Ruhmöller

      Hallo Herr Vogt,

      mit Zufriedenheit nehme ich zur Kenntnis, dass der Vorstand der Hofheimer CDU und Sie persönlich in der Causa Weise tätig geworden sind. Das freut mich wirklich: Solche Posts, wie ich Sie bei Facebook von Ihrem Parteifreund lesen musste, empfinde ich als absolut unerträglich.

      Dass Sie mit meiner Darstellung nicht glücklich sind, war absehbar und erklärt einige Ihrer Anwürfe. In Erregung wird nicht immer korrekt formuliert: Das weiß man als kritischer Journalist und muss damit leben. Gleichwohl sollten einige Passagen Ihres Kommentars geradegerückt werden:

      Sie schreiben, Sie wurden schon vor Erscheinen meines Textes tätig. Ist das wirklich wahr? Zweifel sind sicher erlaubt:

      Bis heute (also bis zu Ihrem Kommentar oben) wurde nicht bekannt, dass Sie sich öffentlich von den öffentlich getätigten Äußerungen Ihres Parteifreundes distanziert hätten. Warum eigentlich nicht? Warum haben Sie die ganze Zeit über geschwiegen? Wenn ein Ortsverbands-Vorsitzender derart gegen die Corona-Maßnahmen wütet: Wäre es für den übergeordneten CDU-Stadtverbandsvorsitzenden nicht angebracht gewesen, eindeutig Stellung zu beziehen? Als Weises Facebook-Freund waren Sie ja bestimmt umfassend im Bilde. Und wurden Sie nicht bereits mehrmals von Lorsbachern auf die unsäglichen Kommentare hingewiesen?

      Weil nichts passierte, informierte man mich.

      Ich habe gestern um 15.49 Uhr eine E-Mail an die Pressestelle des Rathauses geschickt, über die Sie – normalerweise – jederzeit erreichbar sind. Ich habe gleich im ersten Satz ausdrücklich darauf hingewiesen, dass meine E-Mail den Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes betrifft und man sie Ihnen bitte weiterleiten möge.

      Das ist wohl auch geschehen: Um kurz nach 16 Uhr rief ich in der Rathaus-Pressestelle an. Ihre Mitarbeiterin bestätigte, dass sie Ihnen meine E-Mail bereits weitergeleitet habe. Wann Sie antworten würden, darauf hätte sie keinen Einfluss. Natürlich nicht.

      Wenn Sie jetzt behaupten, ich hätte den Vorsitzenden des Stadtverbandes der CDU Hofheim „zu keinem Zeitpunkt“ kontaktiert, ist das also schlichtweg falsch. Die Wahrheit ist: Sie waren umfassend informiert, vielleicht als Bürgermeister, vielleicht als CDU-Stadtvorsitzender – ist das in diesem Fall wirklich von Bedeutung? Sie hätten ja auch gerne als Bürgermeister antworten können, dass in Hofheim für Hetze gegen Corona-Maßnahmen kein Platz sei. Es hätte Ihnen gut gestanden, als Bürgermeister wie natürlich auch als CDU-Stadtchef.

      Aber Sie zogen es vor zu schweigen.

      Außerdem sind Sie nach Erhalt meiner E-Mail ja doch tätig geworden! Davon schreiben Sie in Ihrem Kommentar leider nichts: Die Darstellung auf der CDU-Webseite wurde ausgebessert, und das, wie ich inzwischen erfuhr, noch vor Erscheinen meines Berichtes. Wenn der CDU-Vorsitzende von Hofheim nicht wusste, was der Bürgermeister von Hofheim in meiner E-Mail gelesen hatte: Wer hat die längst überfälligen Korrekturen denn dann so schnell veranlasst?

      „Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.“ Diese Worte des alten Griechen Perikles haben Sie unlängst zitiert. Den Satz finde ich genau passend. Ich warte natürlich nicht darauf, dass Fehler in Ihrem Rathaus passieren (auch wenn das so oft passiert, dass ich es kaum fassen kann). Ich berichte als Journalist, unabhängig und nur der Wahrheit verpflichtet. Auch wenn meine Berichte dem Bürgermeister und manchem Parteichef nicht immer gefallen: Ich nehme, ganz im Sinne Perikles, halt Anteil an den Dingen meiner Gemeinde.

      Beste Grüße,
      Thomas Ruhmöller

      PS Ich betreibe diesen Blog in meiner Freizeit, bin beruflich als Kommunikations-Berater für Unternehmen tätig. Da kann es schon mal passieren, dass ich in einem Meeting sitze – dann müssen Kommentare warten, selbst wenn sie der CDU-Stadtverbandsvorsitzende schickt, der mein Bürgermeister ist. Eine Stunde hat’s bis zur Veröffentlichung gedauert: Das ist doch okay, oder?

      8. Dezember 2021
  6. Ruth Zeitler

    Es ist unerträglich, wie ein Politiker die Maßnahmen zur Einschränkung des Coronavirus’s Vergleiche mit der NS-Diktatur anstellt. Hat sich dieser Herr nie mit der Geschichte dieser Zeit befasst? Nicht nur die Vergleiche und die unerhörte Wortwahl sind eine Geschichtsfälschung. Sich auch noch als Widerstandskämpfer zu bezeichnen, ist unerträglich.

    Diesen Impfgegnern/ Coronavirus-Leugnern geht es letztlich um die Zerstörung unserer Demokratie. „Wehret den Anfängen“! Dies müssen alle Demokraten genau beobachten, nicht wegschauen! Es müssen entsprechende Konsequenzen gezogen werden.
    Gestern wurde die Ausstellung „Frankfurt und der NS“ eröffnet. Drei Ausstellungen regen zur Auseinandersetzung mit der Geschichte und Ideologie des NS aus verschiedenen Perspektiven an. Die Ausstellung „Eine Stadt macht mit“ zeigt, wie sich die vor 1933 als liberal und demokratisch geltende Stadt umstrukturierte. Kinder und Jugendliche spricht die Ausstellung „Nachgefragt“ des Jungen Museums an. Das Stadtlabor „Auf Spurensuche im Heute“ bietet Raum für unterschiedliche Zugänge zu einer Auseinandersetzung mit dem NS. (Dieser Text stammt aus dem Begleitprogramm zur Ausstellung).

    Leider wird man diese Coronavirus-Leugner wegen mangelndem Geschichtsinteresse nicht bewegen können, diese Ausstellung mit unterschiedlichen Zugängen zu besuchen.

    8. Dezember 2021
  7. Volker Brandt

    Stefan Welse hat nicht die heutigen Zustände mit dem NS-Staat gleichgesetzt, wie der mit konformistischem Eifer agitierende Autor suggeriert, sondern er hat – in sicherlich polemischer Form – darauf hingewiesen, dass die Aberkennung grundlegender Menschenrechte einer Minderheit geschichtlich AM BEGINN des verhängnisvollen Wegs nach Auschwitz gestanden hat. Seine Botschaft lautete „Wehret den Anfängen“, und ein solcher Zwischenruf muss legitim bleiben.

    Der Deutsche fühlt sich anscheinend immer dann gut, wenn er, so wie in diesem Beitrag, aus einer Position der bequemen Mehrheit heraus, gefahrlos die Minderheit attackieren kann

    8. Dezember 2021

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